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Mäusezahn bis Mauthner (Bd. 3, Sp. 126 bis 128)
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Artikelverweis Der Mäusezahn, des -es, plur. die -zähne, ein Nahme der zwey vordersten Schneidezähne in dem obern Kiefer, wenn sie

[Bd. 3, Sp. 127]


länger sind, als die übrigen. Sind sie breiter, so werden sie Schaufelzähne genannt.
 
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Die Mausezeit, plur. inus. S. die Mause.
 
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Die Mäusezwiebel, plur. die -n, S. Adelung Meerzwiebel.
 
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Die Mausfarbe, plur. inus. die gewöhnliche aschgraue Farbe der Hausmäuse. Daher mausfärbig, diese Farbe habend, siehe Mausefahl.
 
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Mausig, -er, -ste, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist. Sich mausig machen, ungebührliche, trotzige Worte von sich hören lassen, sich ohne Scheu verantworten, sich zur Wehr setzen u. s. f. Frisch glaubt, es sey eine Figur der rauhen oder rauchen Gestalt der Vögel in der Mause, weil man in einem ähnlichen Verstande auch sage, das Rauche heraus kehren. Allein man siehet bald, daß wenn die Figur nicht zu hart und ungewöhnlich seyn soll, hier weder die Mäuse noch das Mausen in Anschlag kommen können. Es gehöret ohne Zweifel zu dem Nieders. mißlich, so fern es unmuthig, zornig bedeutet, und zu dem alten Oberdeutschen mischeln, zanken, und Mißle, Zank, Unwillen, Zwietracht, S. Adelung Miß.
 
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* Maußlich, -er, -ste, adj. et adv. auch nur im gemeinen Leben einiger Gegenden, zauderhaft. Maußlich seyn. Maußlich arbeiten. Ein maußlicher Mensch, der wenig und langsam vor sich bringt. Auf solche arbeiten, wird alsdann maußeln oder mußeln genannt. Im Nieders. ist musseln und mustern flistern, leise reden, Lat. mussitare; ingleichen schmutzig zu Werke gehen, mautschen. Es gehöret zu Maus, mausen und musen, so fern sie den Begriff der Stille, der Langsamkeit haben, siehe 2. Mausen, und Muße.
 
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Mausstille, S. Adelung Mausestill.
 
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Die Mauth, plur. die -en, ein nur im Oberdeutschen, besonders in Österreich und Baiern, übliches Wort, den Zoll von Waaren zu bezeichnen; ingleichen den Ort, oder das Haus, wo derselbe entrichtet wird. Die Mauth geben, entrichten. Die Mauthen erhöhen, die Zölle.
   Anm. Es ist ein altes Oberdeutsches Wort, welches schon bey dem Ulphilas vorkommt, wo es Mota lautet, und gleichfalls den Zoll bedeutet. Im mittlern Lat. lautet es Muta, bey dem Hornegk, nach der gewöhnlichen Verwechselung des s und t, Mawsße, im Böhm. aber Megto. Wenn dieses Wort, wie es Du Fresne erkläret, zunächst den Tisch der Zolleinnehmer bedeutete, so würde es zu dem alten Worte Mias, Miase gehören, welches bey dem Kero einen Tisch bedeutet, und im Angels. Mase, im Goth. Mesa, im Lat. aber mit eingeschaltetem Nasenlaute Mensa lautet. Allein es scheinet eigentlich eine jede Abgabe zu bezeichnen, wovon noch verschiedene Spuren vorkommen. Im mittlern Lat. ist Muta, Muda, Mutagium, Mutaticum, eine Art der Lehenwaare, welche bey Veränderung eines Gutes dem Lehensherren entrichtet wird, wo es aber wohl von mutare abstammet, wenn es nicht vielmehr zu unserm muthen gehöret, S. dasselbe. Bey dem Lazius ist Mute Dank, Belohnung, bey den Friesen Matte der Theil ausgedroschener Früchte, welcher den Dreschern anstatt des Dreschlohnes gegeben wird, und im Schwed. Muta der Lohn, ein Geschenk, eine Gabe; so daß dieses Wort ein Geschlechtsverwandter von Miethe in dessen alten weitern Bedeutung seyn, und eigentlich eine jede Gabe oder Abgabe bedeuten, oder auch wohl zu Maß gehören, und eine zugemessene, bestimmte Abgabe bedeuten kann. S. Miethe.
 
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Das Mauthèrz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Erz, welches nicht in Gängen, sondern stockweise oder nierenweise bricht. Vermuthlich von Miethe, ein Haufen, als ein Geschlechtsverwandter von Mat, ein Geselle, S. Adelung Matschaft, Mit, Matte in der Bedeutung einer Masse u. s. f. Im

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Schwed. ist Mot der Ort, oder Punct, wo mehrere Dinge zusammen kommen, wo das t in dem zusammen gesetzten Gliedmaß in den verwandten Zischlaut übergegangen ist, S. dasselbe ingleichen Mauterey.
 
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Mauthfrey, adj. et adv. welches nur im Oberdeutschen für zollfrey üblich ist.
 
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Der Mauthner, des -s, plur. ut nom. sing. gleichfalls nur im Oberdeutschen, der Zolleinnehmer, der Mautheinnehmer; dessen Gattinn, die Mauthnerinn.

 

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