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Mäuseschwanz bis Mausstille (Bd. 3, Sp. 126 bis 127)
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Artikelverweis Der Mäuseschwanz, des -es, plur. die -e, Diminut. das Mäuseschwänzchen, Oberd. Mäuseschwänzlein, eigentlich, der Schwanz einer Maus. Figürlich ist es der Nahme einer Pflanze, welche auf den dürren unbeschatteten Hügeln Europens einheimisch ist; Myosurus L.
 
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Mausestill, adv. im gemeinen Leben, so still wie eine Maus, wofür man auch sagt, mäuschenstill, mausstill, stockstill.
 
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Mausetodt, adj. et adv. im gemeinen Leben, völlig todt, im höchsten Grade todt. Und stellt sich mausetodt, Haged. Man siehet leicht, daß an die Mäuse hier nicht zu gedenken ist. Daß aber die erste Hälfte dieses Wortes das Arab. Maut, der Tod, seyn soll, wie Hinkelmann in der Vorrede zu seinem Koran behauptet, ist eben so unglaublich. Die Niedersachsen sagen dafür, murs, mursdod, mausetodt, murs-entwey, morsch entzwey; das ist murs ab, völlig ab; wo es so viel als völlig, plötzlich, auf Ein Mahl, bedeutet. Wenn das Hoch- und Oberdeutsche nicht aus dieser Art zu reden entlehnet ist, so stammet es vermuthlich von mausen, so fern es den Begriff einer großen Stille hat, ab.
 
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Der Mäusewächter, des -s, plur. ut nom. sing. siehe Mäusefalk.
 
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Der Mäusezahn, des -es, plur. die -zähne, ein Nahme der zwey vordersten Schneidezähne in dem obern Kiefer, wenn sie

[Bd. 3, Sp. 127]


länger sind, als die übrigen. Sind sie breiter, so werden sie Schaufelzähne genannt.
 
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Die Mausezeit, plur. inus. S. die Mause.
 
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Die Mäusezwiebel, plur. die -n, S. Adelung Meerzwiebel.
 
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Die Mausfarbe, plur. inus. die gewöhnliche aschgraue Farbe der Hausmäuse. Daher mausfärbig, diese Farbe habend, siehe Mausefahl.
 
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Mausig, -er, -ste, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist. Sich mausig machen, ungebührliche, trotzige Worte von sich hören lassen, sich ohne Scheu verantworten, sich zur Wehr setzen u. s. f. Frisch glaubt, es sey eine Figur der rauhen oder rauchen Gestalt der Vögel in der Mause, weil man in einem ähnlichen Verstande auch sage, das Rauche heraus kehren. Allein man siehet bald, daß wenn die Figur nicht zu hart und ungewöhnlich seyn soll, hier weder die Mäuse noch das Mausen in Anschlag kommen können. Es gehöret ohne Zweifel zu dem Nieders. mißlich, so fern es unmuthig, zornig bedeutet, und zu dem alten Oberdeutschen mischeln, zanken, und Mißle, Zank, Unwillen, Zwietracht, S. Adelung Miß.
 
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* Maußlich, -er, -ste, adj. et adv. auch nur im gemeinen Leben einiger Gegenden, zauderhaft. Maußlich seyn. Maußlich arbeiten. Ein maußlicher Mensch, der wenig und langsam vor sich bringt. Auf solche arbeiten, wird alsdann maußeln oder mußeln genannt. Im Nieders. ist musseln und mustern flistern, leise reden, Lat. mussitare; ingleichen schmutzig zu Werke gehen, mautschen. Es gehöret zu Maus, mausen und musen, so fern sie den Begriff der Stille, der Langsamkeit haben, siehe 2. Mausen, und Muße.
 
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Mausstille, S. Adelung Mausestill.

 

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