Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Mǟusefrāß bis Mäusekraut (Bd. 3, Sp. 124)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Mǟusefrāß, des -es, plur. inus. die Beschädigung einer Sache durch das Fressen oder Benagen der Mäuse. Dem Mäusefraße an den ledernen Feuereimern begegnen. Gegenden, wo der Mäusefraß sehr stark gewesen, wo die Feldmäuse das ausgesäete Getreide weggefressen haben.
 
Artikelverweis 
Das Mäusegedärm, des -es, plur. inus. S. Adelung Mäusedarm.
 
Artikelverweis 
Die Mäusegêrste, plur. inus. eine Art wilder Gerste, welche als ein Unkraut auf dürren Äckern, an den Wegen und auf Rainen wächset, und Ähren ohne Körner bringet; Hordeum murinum L. Mäusekorn, Taubkorn, Taubgerste, Jungfernhaar. Die erste Hälfte dieses Wortes scheinet hier aus Miß verderbt zu seyn, so wie in Mäusehafer und andern mehr; wenigstens bedeutet es in diesem Zusammensetzungen etwas untaugliches, unechtes.
 
Artikelverweis 
Der Mäusegeyer, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Geyer, welcher nur Mäuse und Frösche, wenn er es haben kann, aber auch junge Hasen und Vögel fänget. Er ist vermuthlich mit dem oben gedachten Mäusefalken einerley Vogel. S. auch Moosgeyer.
 
Artikelverweis 
Das Mäusegift, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Körper, welcher den Mäusen ein tödtliches Gift ist. Ingleichen Gift, so fern es zur Vertilgung der Mäuse gelegt wird. Im gemeinen Leben pflegt man daher auch den Arsenik, wegen dieses Gebrauches, nur Mäusegift, Mäusepulver und Ratzenpulver zu nennen.
 
Artikelverweis 
Der Mäusehabicht, des -es, plur. die -e, S. Mäusefalk.
 
Artikelverweis 
Der Mäusehafer, des -s, plur. inus. ein Nahme einiger Arten dem Hafer ähnlichen Unkrautes, welches unter andern Getreide wild wächset, aber keine eßbaren Körner bringet. 1) Der Trespe oder Rockentrespe; Bromus secalinus L. S. Adelung Trespe. 2) Des Windhafers, Taubhafers oder Flughafers; Avena fatua L. S. Taubhafer, ingleichen Mäusegerste.
 
Artikelverweis 
Das Mäuseholz, des -es, plur. inus. ein Nahme verschiedener holzartigen Gewächse. 1) Des Je länger je lieber, Solanum Dulcamara L. welches auch Alpranken, Hintschkraut und Bittersüß genannt wird, und fast wie Mäuse riecht. 2) Des Lederholzes, eines Amerikanischen staudenartigen Gewächses, dessen Holz so weich und zähe als Bley ist; Dirca L.
 
Artikelverweis 
Die Mausekatze, plur. die -n, eine Katze, in Betrachtung ihrer Neigung zu mausen oder Mäuse zu fangen. Eine gute Mausekatze, welche die Mäuse gut wegfänget.
 
Artikelverweis 
Das Mäusekorn, des -es, plur. inus. S. Adelung Mäusegerste.
 
Artikelverweis 
Das Mäusekraut, des -es, plur. inus. ein Nahme, 1) des Fadenkrautes; Filago L. 2) Einiger Arten der Ruhrpflanze. Kleines Mäusekraut mit schwarzen Blumen; Gnaphalium uliginosum L. Sumpfruhrpflanze. Großes Mäusekraut mit schwarzen Blumen; Gnaphalium sylvaticum L.

[Bd. 3, Sp. 125]


 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: