Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
2. Der Mauschel bis Mäusefalle (Bd. 3, Sp. 123 bis 124)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  2. Der Mauschel, des -s, plur. ut nom. sing. auf den Kupferhämmern, ein eisernes Werkzeug, einer queren Hand lang, woran sich ein Seil, wie an einem Kolm, befindet, die kleinen Kessel damit zu richten. Die nähere Kenntniß dieses Werkzeuges muß es lehren, ob dessen Nahme aus Muschel verderbt worden, oder ob es zu Maß oder einem andern Stamme gehöret.
 
Artikelverweis 
Die Mause, plur. die -n. 1) Der Zustand der Vögel und mancher Thiere, da ist zu gewissen Zeiten des Jahres ihre Federn oder Schalen verlieren und neue bekommen; ohne Plural. In der Mause seyn oder liegen, sagt man in diesem Falle von den Vögeln und Krebsen. Von den erstern wird es auch die Rauche oder Rauhe, von den Krebsen aber in einigen Niedersächsischen Gegenden, mit der gewöhnlichen Vertauschung des s mit t, die Muke genannt, im mittlern Lat. Muta, Franz. la Muë. 2) Die Zeit, wenn solches zu geschehen pflegt, welche bey den Vögeln der Julius und August ist, auch ohne Plural; die Mausezeit, die Rauhe, Rauche, Rauhzeit, Rauchzeit. 3) Ein besonderes Vogelhaus, worein man die Falken, wenn sie sich mausen, zu setzen pflegt, im Schwabenspiegel Mausekorb, im mittlern Lat. Muta. S. 1. Mausen.
 
Artikelverweis 
Der Mäuseaar, des -en, plur. die -en, S. Mäusefalk.
 
Artikelverweis 
Die Mäusebirn, plur. die -en, eine Art langer, gelber, saftiger aber sehr herber Birnen, daher sie nur zum Kochen taugen; Wadelbirn, Kannenbirn, Ritterbirn, Suselbirn, Strengling.
 
Artikelverweis 
Der Mäusedarm, des -es, plur. inus. oder die Mäusedärme, sing. inus. 1) Ein Nahme, welchen im gemeinen Leben das Vogelkraut, Alsine media L. führet, wegen seiner den Mäusedärmen ähnlichen kleinen Ranken. Von andern wird es Mäusegedärm genannt. S. Adelung Hühnerbiß. 2) Auch der Gauchheil, Anagallis arvensis L. welcher bey andern Hühnerdarm heißt, führet aus einer ähnlichen Ursache diesen Nahmen.
 
Artikelverweis 
Der Mäusedorn, des -es, plur. die -en, ein Staudengewächs, welches in den Hainen Italiens und Frankreichs einheimisch ist; Ruscus L. Brüsch, Brustwurz, Brusken, Rußken, Myrthendorn, Dornmyrthe, stechende Palme. Den Nahmen Mäusedorn hat es vielleicht wegen seines eyförmiges an der Spitze durchbohrten Honigbehältnisses, welches mit dem Kopfe einer Maus einige Ähnlichkeit hat; oder vielmehr, weil die Zweige, wenn sie zu den Speisen gelegt werden, die Mäuse und Fledermäuse von denselben abhalten. Eine in Italien gleichfalls einheimische Art, Ruscus Hypophyllum, ist unter dem Nahmen Zapfenblatt, Aufenblatt, so wie eine andere Art, Ruscus Hypoglossum, unter dem Nahmen Zungenblatt bekannt, welches letztere auch in Österreich angetroffen wird.
 
Artikelverweis 
Der Mäusedrêck, des -es, plur. inus. der kleine, runde, schwarze und feste Koth der Mäuse; Nieders. Musekötel.

[Bd. 3, Sp. 124]



 
Artikelverweis 
Die Mäuseêrbse, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Erven; Orobus L.
 
Artikelverweis 
Mäusefahl, -er, -ste, adj. et adv. der fahlen Farbe der gewöhnlichen Hausmäuse gleich oder ähnlich; mäusefalb, mausfärbig, Angels. musfealu.
 
Artikelverweis 
Der Mausefalk, oder Mäusefalk, des -en, plur. die -en, eine Art Falken in der Größe eines Fasanes, mit langen Schenkeln und kurzen starken gelben Füßen, welcher sich von Mäusen nähret und nicht zur Jagd gebraucht wird; Falco Buten Klein. Bußaar, Bußhard, Mäuseaar, Mauser, Mäusehabicht, Mäusewächter. S. auch Mäusegeyer.
 
Artikelverweis 
Die Mäusefalle, plur. die -n, eine Falle, die Hausmäuse damit wegzufangen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: