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Maúnzenstein bis Mause (Bd. 3, Sp. 121 bis 123)
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Artikelverweis Der Maúnzenstein, S. Adelung Mutterstein.
 
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Der Maur, des -en, plur. die -en, aus dem Lat. Maurus, für Mauritanus, ein Nahme, mit welchem man in Europa die gesittetern Afrikaner von gemeiniglich dunkelbrauner Farbe belegt, zum Unterschiede von den Schwarzen oder Negern, den südlichern, wildern und schwärzern Einwohnern, ob man gleich beyde im gemeinen Leben unter dem Nahmen der Mohren mit einander verwechselt, S. dieses Wort.
 
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Die Māuráche, plur. die -n, S. Adelung Morchel.
 
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Mauren, verb. reg. act. S. Adelung Mauern.
 
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Der Maurer, des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte mauern, für Mauerer, ein Handwerker, welcher die Kunst, Mauern und Mauerwerk zu machen, versteht und ausübt; im gemeinen

[Bd. 3, Sp. 122]


Leben nicht so richtig Mäurer, Nieders. Mürker, Mürmann.
 
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1. Die Maus, plur. die Mäuse, noch häufiger aber im Diminut. das Mäuslein, ein Nahme, welchen zuweilen in der Anatomie die fleischigen gemeiniglich länglichen Theile der thierischen Körper bekommen, durch welche die Bewegung einzelner Theile des Körpers bewerkstelliget wird; Lat. Muslulus. Indessen kommen sie doch um der Zweydeutigkeit mit dem folgenden Worte willen, am häufigsten unter dem mehr Lateinischen Nahmen Muskel vor, siehe dasselbe. In engerer Bedeutung ist bey den Pferdeärzten die Maus ein solcher Muskel an jeder Seite der Nase, welcher sich bis an das Auge erstreckt und zur Bewegung der Oberlippe dienet, daher er auch in der Anatomie Elevator labii anterioris heißt.
   Anm. Bey einigen Oberdeutschen Schriftstellern heißen diese Muskeln Mauen, Fleischmauen. Es ist ungewiß, ob der Begriff der Bewegung in diesem Worte der erste und herrschende ist, indem sie nicht nur die Werkzeuge aller thierischen Bewegung sind, sondern sich auch durch ihre Bewegung von außen kenntlich machen, oder der Begriff der Erhabenheit, oder endlich der Begriff der Weichheit. Im ersten Falle würden Maus und das Oberdeutsche Maue zu mähen, movere, im zweyten zu Mast, Masse, Matte, im dritten aber zu Moos und Muß gehören, S. diese Wörter. So viel ist wohl gewiß, daß es mit dem folgenden nichts als eine zufällige Ähnlichkeit im Klange gemein hat. Bey dem Raban Maurus sind Musi die Seiten des menschlichen Leibes, welche man sonst auch die Weichen nennet, wo es den Begriff der Weichheit hat.
 
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2. Die Maus, plur. die Mäuse, Diminut. das Mäuschen, Oberd. Mäuslein, ein kleines vierfüßiges, vierzehiges Thier mit einem langen dünnen Schwanze, von welchem es verschiedene Arten gibt, welche theils von dem Orte ihres Aufenthaltes, theils auch von andern Umständen benannt werden. Dahin gehören die Feldmaus, Waldmaus, Wassermaus, Hausmaus, Haselmaus, Reitmaus, Spitzmaus, Fledermaus u. s. f. Eine größere Art Mäuse werden Ratzen genannt, welche sich über dieß noch durch einen kleinen Nagel auf den innern Zehen oder Daumen unterscheiden, welcher den Mäusen fehlet. In engerer Bedeutung werden die Hausmäuse, welche gemeiniglich von aschgrauer Farbe sind, nur Mäuse schlechthin genannt. Die Maus hat mehr als Ein Loch, oder, es müßte eine arme Maus seyn, welche nicht mehr als Ein Loch haben sollte, d. i. kluge Leute wissen sich auf mehr als Eine Art zu helfen. Wenn die Maus satt ist, schmeckt ihr das Korn bitter, Überfluß macht Überdruß. Die blinde Maus, ein Spiel, welches an andern Orten blinde Kuh genannt wird, bey den Griechen und Römern Myinda, S. Adelung Kuh. Der Katzen Scherz ist der Mäuse Tod, mit Tyrannen ist nicht gut scherzen. Er siehet so finster aus, wie ein Topf voll Mäuse, sagt man im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, von einem sauer sehenden Menschen, nach einer sehr dunkeln Figur. Vielleicht gehöret das Wort hier zu Muß, Gemüse, Nieders. Müse, vielleicht ist es aber auch ein Wortspiel, welches durch das Nieders. musen, nachdenken, (S. Muße und Kalmäusern,) veranlasset worden. Im Nieders. sagt man von jemanden, welcher in tiefen Gedanken sitzet, er habe Mäusenester im Kopfe, wo das Wortspiel noch deutlicher ist. Wegen einiger Ähnlichkeit wird ein gemeiniglich mit Haaren bewachsenes Muttermahl gleichfalls eine Maus genannt.
   Anm. Der Nahme dieses Thieres ist sehr alt und ausgebreitet. Bey dem Notker heißt es Muse, im Nieders. und Dän. Muus, im Schwed. und Angels. Mus, im Engl. Mouse, im Isländ. Maus, im Russ. Myseh, im Böhm. Myss, im Pohln. Mysz, im Slavon. Mish, im Pers. Mousçs, im Lat. Mus, im Griech. μνς. Es

[Bd. 3, Sp. 123]


ist ungewiß, ob es seinen Nahmen von seiner nagenden Eigenschaft oder von seiner unmerklichen mit Stille verbundenen Geschwindigkeit hat. Im ersten Falle würde es zu mähen, schneiden, mahlen, molere, dem alten Maß, Speise, mezzan, essen, (siehe Muß,) im zweyten aber zu Muße, dem alten Nieders. musen, nachdenken, (S. Adelung Kalmäuser,) und mähen, movere, gehören. Im Griech. ist μυειν sich schnell verstecken. Wenigstens ist in den Zusammensetzungen mausestill und mausetodt der Begriff der Stille sehr hervor stehend. S. auch 2. Mausen.
 
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Die Mausader, plur. die -n, bey den Pferden, die Ader an Nase, weil sie die so genannte Maus berühret, S. 1. Maus.
 
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1. Der Mauschel, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur im gemeinen Leben und im verächtlichen Verstande übliches Wort, einen Juden zu bezeichnen. Es ist ohne Zweifel Jüdisch-Deutschen Ursprunges. Doch bedeutet mauschen in Baiern mausen, d. i. stehlen.
 
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2. Der Mauschel, des -s, plur. ut nom. sing. auf den Kupferhämmern, ein eisernes Werkzeug, einer queren Hand lang, woran sich ein Seil, wie an einem Kolm, befindet, die kleinen Kessel damit zu richten. Die nähere Kenntniß dieses Werkzeuges muß es lehren, ob dessen Nahme aus Muschel verderbt worden, oder ob es zu Maß oder einem andern Stamme gehöret.
 
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Die Mause, plur. die -n. 1) Der Zustand der Vögel und mancher Thiere, da ist zu gewissen Zeiten des Jahres ihre Federn oder Schalen verlieren und neue bekommen; ohne Plural. In der Mause seyn oder liegen, sagt man in diesem Falle von den Vögeln und Krebsen. Von den erstern wird es auch die Rauche oder Rauhe, von den Krebsen aber in einigen Niedersächsischen Gegenden, mit der gewöhnlichen Vertauschung des s mit t, die Muke genannt, im mittlern Lat. Muta, Franz. la Muë. 2) Die Zeit, wenn solches zu geschehen pflegt, welche bey den Vögeln der Julius und August ist, auch ohne Plural; die Mausezeit, die Rauhe, Rauche, Rauhzeit, Rauchzeit. 3) Ein besonderes Vogelhaus, worein man die Falken, wenn sie sich mausen, zu setzen pflegt, im Schwabenspiegel Mausekorb, im mittlern Lat. Muta. S. 1. Mausen.

 

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