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Maulén bis Maulkorb (Bd. 3, Sp. 119 bis 120)
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Artikelverweis Maulén, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1) In den niedrigen Sprecharten sagt man, eine Speise maule gut, wenn sie gut zu Maule geht, begierig gegessen wird. Gemeine Kost maulet ihm nicht, will ihm nicht maulen. 2) Durch ein mürrisches Stillschweigen seinen Zorn oder Widerwillen gegen jemanden blicken lassen; gleichfalls nur in der niedrigen Sprechart, wofür man auch sagt, das Maul hängen. Ungezogene Kinder, denen das abgeschlagen wird, was gesittete bekommen, und die jetze maulen und ihre glücklichern Brüder lächerlich machen, Hermes. Minder niedrig ist das vertraulichere schmollen, welches vermittelst des vorgesetzten Zischlautes daraus gebildet ist. Übrigens ist statt dieses Zeitwortes auch mucken, protzen, trotzen, im Oberdeutschen mutzen, bey dem Pictorius mudern, in Baiern zitten und pfnotten, in Niedersachsen schulen und muffen üblich. Doch haben die Niedersachsen auch mulen, nebst dem Beyworte mulsk; mülen aber ist bey ihnen ein schiefes Maul machen.
 
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Der Maulêsel, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Mauleselinn. 1) Eigentlich, eine von einem Esel und einer Stute, oder von einem Hengste und einer Eselinn erzeugte Mittelgattung zwischen einem Pferde und Esel, welche größer, muthiger und stärker als ein Esel ist, aber ihr Geschlecht nicht fortpflanzet. Er hat den Nahmen nicht von dem Maulkorbe, welchen man ihm seines tückischen Wesens wegen gemeiniglich anzulegen pflegt, sondern aus dem Lat. Mulus, welchen Nahmen dieses Thier, dem Isidor zu Folge, daher hatte, weil man es in den Mühlen zum Mahlen gebrauchte, daher auch die zu gleichem Endzwecke angewandten Pferde Muli genannt wurden. Ehedem war auch das kürzere das Maul, Plur. Mäuler, üblich, bey dem Notker und Stryker Mul, welches in der Deutschen Bibel mehrmahls vorkommt, aber im Hochdeutschen veraltet ist, so wie das gleichbedeutende Maulpferd, 1 Mos. 36, 24. Maulthier, welches

[Bd. 3, Sp. 120]


gleichfalls in der Deutschen Bibel gefunden wird, kommt noch hin und wieder, obgleich auch selten, vor. Daher der Mauleseltreiber, der Maauleselstall u. s. f. 2) Figürlich pflegt man auch diejenigen Wespen, welche weder Männchen noch Weibchen sind, die härteste Arbeit verrichten müssen, und bey den Bienen Drohnen heißen, Maulesel zu nennen.
 
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Der Maulfreund, des -es, plur. die -e, Fämin. die Maulfreundinn, in der harten Sprechart, eine Person, welche zwar dem Maule, d. i. ihrer Versicherung nach, nicht aber in der That unser Freund ist; in der anständigern Sprechart, ein Zungenfreund.
 
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Maulfromm, adj. et adv. gleichfalls nur in der harten und niedrigen Sprechart, mit dem Maule, d. i. dem mündlichen Vorgeben nach, fromm, ohne es in der That zu seyn.
 
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Die Maulfülle, plur. inus. in der niedrigen Sprechart, der nothdürftige Unterhalt, gleichsam was man mit dem Maule davon bringet. Um die Maulfülle dienen, um den bloßen Unterhalt, um die Kost.
 
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Das Maulgatter, des -s, plur. ut nom. sing. ein eisernes Werkzeug der Schmiede in Gestalt eines Gatters, den Pferden das Maul damit aufzusperren.
 
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Der Maulhêld, des -en, plur. die -en, in der harten Sprechart, der dem Maule, seinem Vorgeben nach, ein Held ist; ein Großsprecher, Prahler, Zungenheld.
 
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Die Maulhure, plur. die -n, eben daselbst, eine Person weiblichen Geschlechtes, welche in Worten unzüchtig, in der That aber züchtig ist; in triclinio vola, et in cubiculo nola.
 
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Maulig, adj. et adv. von Maul, der Mund, welches aber nur in den Zusammensetzungen großmäulig, weitmäulig, engmäulig, hartmäulig, weichmäulig u. s. f. üblich ist, ein großes, weites, enges, hartes und welches Maul habend, welche Wörter auch Hauptwörter auf -keit leiden, die Hartmäuligkeit u. s. f.
 
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Die Manlklêmme, S. Adelung Mundklemme.
 
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Der Maulkorb, des -es, plur. die -körbe, ein geflochtener Korb, welchen man beißigen Thieren größerer Art, z. B. den Pferden, Mauleseln, Eseln u. s. f. um das Maul zu legen pfleget, damit sie nicht beißen können; der Beißkorb.

 

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