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Mauer bis Mauerhammer (Bd. 3, Sp. 114 bis 115)
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Artikelverweis Die Mauer, plur. die -n, Diminut. das Mäuerchen, Oberd. Mäuerlein, eine von Steinen aufgeführte Wand, sie bestehe nun aus Backsteinen oder aus Feldsteinen. Eine Mauer ziehen, führen, oder aufführen, d. i. machen. Ein Mauer um einen Ort ziehen oder führen, ihn mit einer Mauer umgeben, einschließen. Einen Graben mit einer Mauer füttern. Er stehet, wie eine Mauer, fest, unbeweglich. Daher die Brandmauer, Hausmauer, Vormauer, Feldmauer, Gartenmauer, Giebelmauer, Schiedmauer, Stadtmauer oder Ringmauer u. s. f. welche letztere in engerer Bedeutung oft nur die Mauer schlechthin genannt wird. Außerhalb der Mauer wohnen, der Stadtmauer. In Feuermauer bedeutet es den ganzen zur Abführung des Rauches gemauerten Canal.
   Anm. Bey dem Ottfried Mur, bey dem Notker Mura, bey dem Stryker Moure, im Nieders. Müre, im Dän. Mur, im Schwed. Isländ. Wallis. Albanischen und Pohln. Mur, im Franz. Mur und Muraille, im Lat. Murus, welches das Stammwort, oder auch nur ein Seitenverwandter davon ist. Es scheinet ursprünglich den Begriff der Höhe, oder auch der Festigkeit, Dichtheit zu haben, und vermittelst der Endsylbe -er, von einem veratleten ma, hoch, tief, stark, u. s. f. abzustammen, wovon mit veränderten Endlauten auch Macht, mögen, michel, groß, mehr, Miethe, ein Haufen, Mast, Mastbaum, Matte, Materie und andere nicht mehr herkommen. Harte Mundarten werfen das e vor dem r weg, die Maur, und setzen es im Plural vor dem n, die Mauren. Maur, ein Mauritanier, S. an seinem Orte.
 
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Das Mauerband, des -es, plur. die -bänder, der steinerne Rand oben an der Futtermauer einer Festung; Franz. Cordon.
 
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Die Mauerbiene, plur. die -n, eine Art wilder Bienen, welche einsam und nicht in Gesellschaft lebt, und von welchen die Weibchen ihre Wohnung sehr künstlich aus Lehm und Sand vermittelst eines Leimes, den sie selbst hervor bringen, gleichsam mauern. Franz. Abeille maçonne.
 
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Der Māuerbrecher, des -s, plur. ut nom. sing. in der ehemahligen Kriegskunst vor Erfindung des Geschützes, ein hölzernes

[Bd. 3, Sp. 115]


Werkzeug, welches aus einem starken vorn mit Eisen beschlagenen Baume bestand, die Mauern damit durchzubrechen; Lat. Aries, der Strurmbock. Nach Erfindung des Geschützes pflegt man auch wohl große Kanonen, welche 50 Pfund und darüber schießen, Mauerbrecher und Mauerbrecherinnen zu nennen.
 
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Der Mauerêppich, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme des gemeinen Eppiches oder Epheues, welcher gern an alten Wänden und Mauern wohnet, und verderbt auch Mauerpfau genannt wird, S. Adelung Epheu.
 
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Der Mauerêsel, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Assel.
 
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Der Mauerfalk, des -en, plur. die -en, eine Art Falken, welche etwas kleiner ist als der Wannenweher, und eine rostige Farbe mit dunkelbraunen Flecken, und wechselsweise schwarze und grüne Streifen auf dem Schwanze hat. Er wohnet auf den Thürmen und in alten Gemäuern, wo er den kleinen Vögeln und Mäusen bachstellet; Falco murorum, ruderum, turrium Klein.
 
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Mauerfêst, S. Adelung Nagelfest.
 
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Der Māuerfrāß, des -es, plur. inus. derjenige fehlerhafte Zustand der Mauern und der Steine in denselben, da sie verwittern, und nach und nach so mürbe wie Erde werden.
 
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Der Mauerhaken, des -s, plur. ut nom. sing. ein an verschiedenem Eisenwerke befindlicher Haken, so fern derselbe mit dem einem Ende in einer Mauer befestiget wird.
 
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Der Mauerhammer, des -s, plur. die -hämmer, ein Hammer der Mäurer, welcher an einem Ende glatt und viereckt zum Schlagen, am andern aber breit und dünn zum Hauen ist.

 

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