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Mastzeit bis Matrátze (Bd. 3, Sp. 107 bis 108)
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Artikelverweis Die Mastzeit, plur. die -en, die Zeit, zu welcher das Vieh auf die Mast gestellet, oder zur Mast in die Wälder eingefehmet wird.
 
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Der Matadōr, des -s, plur. die -e, ein ursprünglich Spanisches Wort, welches eigentlich einen Mörder bedeutet, aber mit den Französischen Kartenspielen auch in Deutschland bekannt geworden, gewisse Arten der höchsten Blätter in manchen Kartenspielen zu bezeichnen. Figürlich pflegt man daher auch im gemeinen Leben einen Mann von vorzüglichen Reichthume, Ansehen oder Gewalt, einen Matador zu nennen.
    Arbas; doch auch der ist dir ein Matador,
   Haged.
 
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* Die Matätiche, plur. die -n, ein nur in Schlesien bekanntes Wort, wo gewisse Holzflöße, welche aus Oberschlesien die Oder herunter kommen, diesen Nahmen führen. Es ist ohne Zweifel ein Slavonisches Wort.
 
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Die Mater, plur. die -n, das Lat. Mater, Mutter, mit welchem Worte die Schraubemutter oder Schraubenhülfe an der Buchdruckpresse belegt wird.
 
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Die Materiālien, sing. inus. aus dem mittlern Lat. Materialia, den zu einer Arbeit nöthigen rohen Stoff zu bezeichnen. Bau-Materialien, d. i. Holz, Steine, Kalk. Schreibe-Materialien, Federn, Tinte und Papier. Die Materialien der Mahler sind Farben, Pinsel und Firniß, der Bildhauer Stein und Holz u. s. f.
 
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Der Materialist, des -en, plur. die -en, aus dem mittlern Lat. Materialista. 1) Derjenige, welcher mit Material-Waaren handelt; ein Material-Händler, Material-Krämer, ein Spezerey-Händler, worin auch die Gewürzkrämer oder Würzkrämer gehören. 2) In der Philosophie sind die Materialisten eine Secte, welche nichts als bloße Körper zugeben, das Daseyn der Seelen und Geister läugnen, und sie für eine bloß körperliche Kraft halten. Ihre Lehrgebäude wird der Materialismus genannt.
 
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Die Materiāl Waare, plur. die -n, rohe und seltene Waaren aus dem Mineral- und Pflanzenreiche, so wie sie in den Küchen, Apotheken, von den Färbern, Mahlern u. s. f. weiter verarbeitet werden; wohin die Spezereyen, Gewürze, rohe Farbenkörper u. s. f. gehören. S. das vorige.
 
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Die Matērie, (viersylbig,) plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, aus dem Latein. Materia. 1) Dasjenige, woraus ein Körper zusammen gesetzt ist, das was einem Körper die Ausdehnung und widerstehende Kraft gibt. Die einfache Materie oder die Elemente, welche sich nicht weiter auflösen lässet, und aus deren Vermischung alle übrige zusammen gesetzte Materie entstehet.

[Bd. 3, Sp. 108]


Auch im gemeinen Leben pflegt man dasjenige, woraus ein Körper bestehet, wenn man es nicht mit seinem eigentlichen Nahmen belegen kann, oder es auf die allgemeinste Art benennen will, dessen Materie zu nennen. Aus allerley köstlicher Materie hat man sie gezeuget, und ist doch kein Leben darinnen, Bar. 6, 24. In der höhern Schreibart der Stoff, welches Wort sich doch für die schärfste philosophische Bedeutung nicht schickt. 2) In engerer Bedeutung, dasjenige, woraus etwas werden kann, woraus ein Werk verfertiget werden kann; doch nur im gemeinen Leben, wo auch das Wort Zeug oder Gezeug, schon bey dem Kero Keziuc, üblich ist. In der anständigern Schreibart ist auch hier Stoff üblich. Ingleichen figürlich. Materie zum Lachen, zum Schreiben, zum Reden haben. In der anständigern Sprechart gleichfalls Stoff. In der Logik werden die Sätze woraus ein Schluß besteht, dessen Materie genannt; im Gegensatze der Form, d. i. der Art und Weise ihrer Verbindung. 3) In der engsten Bedeutung ist im gemeinen Leben der Eiter unter dem Nahmen der Materie bekannt, Engl. Matter; wo man auch wohl das Zeitwort materien für eitern gebraucht.
 
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Matērien, (viersylbig,) verb. reg. von dem vorigen Hauptworte. 1) Neutrum, mit haben, für eitern, S. das vorige. 2) Activum, wo es nur bey einigen Handwerkern üblich ist, und das Meisterstück verfertigen bedeutet. Daher sind alsdann die Materien-Meister diejenigen Innungsmeister, welcher der Verfertigung eines Meisterstückes beywohnen müssen; der Materierer, derjenige, welcher ein Meisterstück, um das Meisterrecht zu erlangen; das Materie-Essen, welches den Materien-Meistern gereicht wird; das Materie-Geld, welches ihnen statt desselben gegeben wird. Aus dem mittlern Lat. materiare, welche eigentlich zimmern, hernach aber auch in weiterer Bedeutung, auf künstliche Art verfertigen, so wie Materiatus ein jedes Werk, bedeutete.
 
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Die Mathematīß, plur. car. aus dem Griech. und Latein. Mathematica, eine philosophische Wissenschaft, welche sich bloß mit Betrachtung und Ausmessung der Größen beschäftiget; die Größenlehre. Daher der Mathemātiker, besser Mathemāticus, derjenige, welcher diese Wissenschaft verstehet; mathemātisch, zu derselben gehörig, in derselben gegründet.
 
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Die Matrátze, plur. die -n, ein mit Haaren ausgestopftes und durchnähetes Unterbett, dergleichen man sich in warmen Ländern, und selbst in Deutschland im Sommer, anstatt der Federbetten zu bedienen pflegt. Daher das Zeitwort matratzen, oder ausmatratzen, mit Wolle oder Haaren nach Art einer Matratze ausstopfen.
   Anm. Im Franz. Materas, Matelas, Engl. Mattress, Pohln. Materac. Es ist aus dem Ital. Materazzo, Matarazza, im mittlern Lat. Mataratium, Mataricium, Matracium, Almatracium, welches seiner ersten Hälfte nach zu unserm Worte 3. Matte gehöret, seiner letzten Hälfte nach aber dunkel ist. Im Deutschen wird es gemeiniglich Madratze geschieben und gesprochen, welches aber wider die erweisliche Abstammung ist.

 

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