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Mastbaum bis Mastgêld (Bd. 3, Sp. 104 bis 105)
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Artikelverweis Der Mastbaum, des -es, plur. die -bäume, der Mast auf einem Schiffe, S. 1. Mast.
 
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Die Mástbūche oder Mástbuche, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Rothbüche, weil sie die zur Mast dienlichen Bucheicheln trägt; zum Unterschiede von der Weißbuche. S. Buche.

[Bd. 3, Sp. 105]



 
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Der Mastdarm, des -es, plur. die -därme, ein kurzer weiter Darm in den menschlichen und thierischen Körpern, welcher gerade hinunter bis an den After gehet, und zur Ausschaffung der unnützen Überbleibsel von den Speisen dienet; im Oberd. der Afterdarm, der Weidedarm, bey dem Raban Maurus im 8ten Jahrh. Crozdarm, der große Darm, im Nieders. Packdarm oder vielmehr Backdarm, von back, after, hinten, Angels. Baectharm, ingleichen der Pinken, Pinkel, Pinkendarm, an andern Orten der Schlackdarm, bey dem Pictorius der Wäckerling. Mast scheinet in diesem Worte das alte Beywort mast, fett, zu seyn, weil dieser Darm von außen mit vielem Fette bewachsen ist, daher er auch der fette Darm oder Fettdarm genannt wird. S. 2. Mast Anm.
 
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Die Masteiche, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Rotheiche; zum Unterschiede von der Steineiche, obgleich diese unter den gehörigen Umständen eben so gut Mast gibt als jene.
 
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Masten, verb. reg. act. von Mast, ein Mastbaum, welches nur in den zusammen gesetzten bemasten und entmasten üblich ist, S. dieselben.
 
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Mästen, verb. reg. welches in doppelter Gestalt vorkommt. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, fett werden. Junge Schweine mästen nicht gut, werden nicht fett, lassen sich nicht gut mästen. 2. Als ein Activum, fett machen. 1) Von den Nahrungsmitteln, viel Fleisch und Fett geben. Die Bucheicheln mästen schlecht, machen die Schweine nicht so bald und nicht so gut fett. 2) Von der Person, welche Schlachtvieh durch Reichung des Futters fett macht. Schweine, Ochsen, Gänse, Kapaunen, Hühner mästen. Eine gemästere Gans. Sich mästen, sich durch Ruhe und überflüssige Nahrung fett machen. Daher die Mästung, welche mit der Mastung, welche mit der Mastung nicht zu verwechseln, S. das letztere.
   Anm. Bey dem Notker maston, mesten, im Dän. mädske, im Böhm. mastiti.
 
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Die Mastfêder, plur. die -n, kleine, kurze und fette Federn, welche sich auf einem Flecke über dem Steiße einer Gans beysammen befinden, und welche man ihnen auszurupfen pfleget, wenn man sie auf die Mast stellet. Von dem veralteten Beyworte mast, fett. S. 2. Mast Anm.
 
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Der Mastflêck, des -es, plur. die -e, in der Landwirthschaft Obersachsens, fette Stellen in dem Acker, welche überflüssigen Dünger bekommen haben, und solchen durch den starken und dicken Wuchs des darauf stehenden Getreides verrathen; geile Flecke. Von dem Beyworte mast, fett, S. 2. Mast Anm.
 
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Die Mastgans, plur. die -gänse, eine Gans, welche gemästet wird, welche sich in oder auf der Mast befindet. So auch Mastkalb, Mastkuh, Mastochs, Mastschwein.
 
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Die Mastgefälle, sing. inus. die Gefälle, d. i. Einkünfte von der Holzmast in einem Walde.
 
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Das Mastgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, dasjenige Geld, welches man für die Mästung zahmer Thiere bezahlet. In engerer Bedeutung, dasjenige Geld, welches der Eigenthumsherr eines Waldes für die in denselben zur Mast getriebenen Schweine erhält; das Fehmgeld, der Mastschilling.

 

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