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Māßliebe bis Massiv (Bd. 3, Sp. 102 bis 103)
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Artikelverweis Die Māßliebe, plur. die -n. 1. Ein Nahme der Maserle, S. dieses Wort. 2. Ein Nahme verschiedener wild auf den Wiesen wachsenden Pflanzen. 1) Der Bellis L. welche auch Gänseblume, Marienblümchen, Margarethenblümchen, Angerblümchen, Zeitlose, Gichtkraut u. s. f. heißt, und wovon einige Arten auch in den Gärten gebauet werden. Wenn die Maßlieben und die Ringelblume von meinem Grabe dir winken, Geßn. 2) Einer Art der Wucherblume, Chrysanthemum Leucanthemum L. welche auch großes Gänsekraut und Ochsenauge genannt wird. 3) Der Dotterblume, Caltha palustris L. welche auch unter dem Nahmen der Goldwiesenblume bekannt ist. 4) Bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches auch ein Staudengewächs des mittägigen Europa, welches an den höchsten Felsen wächst und auch Kugelblume genannt wird; Globularia alypum L.
   Da alle unter diesem Nahmen bekannte Pflanzen, die letzte ausgenommen, welche denselben bloß einer Ähnlichkeit wegen führet, auf unsern Wiesen einheimisch sind, so scheinet Maß hier so viel als Matte, Wiese, zu bedeuten, indem nichts gewöhnlicher ist, als daß in den Deutschen Mundarten t und s mit einander abwechseln; zumahl da die Dotterblume in einigen Gegenden ausdrücklich auch Mattenblume genannt wird, S. Adelung Matte. Aber wenn dieses Wort eine Art des Ahornes bezeichnet, so gehöret es zu Mase, Maser, und wird alsdann auch richtiger Masliebe geschrieben.
 
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Die Maßlocke, plur. die -n, dem Frisch zu Folge, ein in Schlesien üblicher Nahme einer Art Pilze mit kurzen Stielen, welche unten und oben gelb sind. Es scheinet ein Slavonisches Wort zu seyn.
 
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Die Māßnehmung, plur. die -en, S. Adelung Maßregel.
 
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Der Māßner, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, derjenige, welcher eine oder mehrere Maßen gemuthet hat, zum Unterschiede von einem Fundgrübner. S. Adelung Maße II.
 
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Der Māßofen, des -s, plur. die -öfen, eine im Hüttenbaue übliche Art Öfen zu Verschmelzung des Eisensteines, in welchem die Schmelzarbeit nach gewissen Feuerzeiten verrichtet wird, so daß ein solcher Ofen nur 24 Stunden gehet; zum Unterschiede von einem Flußofen oder hohen Ofen. Er hat den Nahmen vermuthlich von den verschiedenen Zeitmaßen, in welchen in einem solchen Ofen geschmelzet wird; oder von der mäßigern, d. i. langsamern Schmelzung.
 
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Die Māßregel, plur. die -n, von Maße, die Art und Weise, eine Regel oder Vorschrift, nach welcher man die Art und Weise seines Verhaltens bestimmt. Ich werde meine Maßregeln darnach nehmen, meine Handlungen darnach einrichten. Im Oberdeutschen ist dafür das Wort Maßnehmung üblich.
 
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Der Māßstab, des -es, plur. die -stäbe, ein Stab, so fern er zum Maße anderer Körper, oder andere Körper damit zu messen gebraucht wird, ein mit einer gewissen Eintheilung versehener Stab, Längen damit zu messen; bey den Werkleuten der Maßstock oder Richtstock. In der Erdmeßkunst und Erdbeschreibung wird auch eine auf solche Art eingetheilte gerade Linie ein Maßstab genannt. Der verjüngte Maßstab, welcher die gewöhnlichen Längenmaße im Kleinen vorstellet.
 
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Die Māßweihe, plur. die -n, eine in einigen Gegenden übliche Benennung des Goldgeyers, wo das Wort aus Mosweihe verderbt ist, weil sich dieser Vogel gern in mosigen oder morastigen Gegenden aufhält.
 
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Die Masse, plur. die -n, aus dem Französ. Masse und Latein. Massa, die Menge der Materie eines Körpers, wo man dieses

[Bd. 3, Sp. 103]


Wort von allen Körpern gebrauchen kann, wenn man von denselben weiter nichts bezeichnen will, als daß sie aus vieler zusammen hangenden Materie bestehen. Eine ungeheure Masse. Erhabene Arbeit in ganzen Massen, in ganzen zusammen hangenden großen Stücken. In einigen Fällen werden besondere Arten von Dingen, so fern sie ein Ganzes ausmachen, Massen genannt. Dergleichen ist die Credit-Masse in den Concurs-Prozessen. In der Mahlerkunst werden viele an einem Orte gesammelte Lichter oder Schatten, Massen genannt. Die beträchtlichsten Partien eines Gemähldes bestehen aus Massen, es mögen nun Lichtmassen oder Schattenmassen seyn. Die richtige Austheilung der Massen macht die ganze Schönheit der Gemählde aus. In der engsten Bedeutung ist Masse zuweilen so viel als ein Teig. Die Bildhauer auch einen großen Hammer, womit sie auf den Meißel schlagen, wenn ein Werk aus dem Gröbsten gearbeitet wird, eine Masse zu nennen. Im mittlern Lat. ist Massa gleichfalls ein hölzerner Hammer, massare damit schlagen, und im Franz. Massue eine Keule. Im Billiard-Spiele ist es ein Werkzeug in Gestalt einer Schaufel, den Ball damit fortzuschieben.
   Ungeachtet dieses Wort zunächst aus dem Lat. entlehnet ist, so kann es doch, so wie das verwandte Materie, seine Verwandtschaft mit unserm Mast, der Mastbaum, Miethe, ein Haufen, meist u. a. m. nicht läugnen. S. 3. Matte.
 
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Das Mássicot, des -es, plur. inus. aus dem Franz. Massicot, gebranntes Bleyweiß von pfirschgelber, citronengelber oder goldgelber Farbe, Bleygelb; verderbt Masticot.
 
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Massiv, -er, -este, adj. et adv. aus dem Französ. massif und dieß aus dem vorigen Masse. 1) Aus lauter Mauerwerk bestehend. Ein massives Haus, dessen Haupt- und Seitenwände ganz aus Mauerwerk, ohne hölzerne Ausbindung bestehen. Massiv bauen. 2) Von Matellen gebraucht, bedeutet es so viel als dicht; im Gegensatze des hohl. Ein massiver Knopf, ein durchaus aus Metell bestehender Knopf, welcher nicht hohl ist. Figürlich wird es im gemeinen Leben auch für grob im moralischen Verstande gebraucht. Ein massiver Mensch, ein grober. Sehr massiv seyn. 3) Von den edlen Metellen gebraucht, bedeutet es so viel als rein, von einerley Materie, ohne fremden Zusatz, ohne doch den vorigen Begriff der Dichtheit auszuschließen. Ein Knopf von massivem Silber oder Golde, im Gegensatze eines bloß versilberten oder vergoldeten. Ein massiver goldener Degen.

 

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