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Māßkanne bis Māßweihe (Bd. 3, Sp. 101 bis 102)
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Artikelverweis Die Māßkanne, plur. die -n, eine Kanne, welche ein Maß enthält, S. Adelung Maß II. 2. 2). So auch ein Maßkrug, Maßtopf u. s. f.
 
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Die Māßkunde, plur. inus. ein von einigen für Meßkunst, Geometrie, gebrauchtes Wort, welche andere Maßkunst, und einen Meßkünstler einen Maßkünstler nennen, S. Adelung Meßkunst. In engerer Bedeutung verstehen einige unter Maßkunde nur die theoretische Geometrie, welche von den Linien, Figuren und Körpern handelt; im Gegensatze der ausübenden oder praktischen Geometrie.

[Bd. 3, Sp. 102]



 
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Die Māßlade, plur. die -n, ein Werkzeug der Schuster in Gestalt einer kleinen Lade, welches aus vier in einander gefalzten Linealen bestehet, das Längenmaß des Fußes damit zu nehmen.
 
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Die Māßliebe, plur. die -n. 1. Ein Nahme der Maserle, S. dieses Wort. 2. Ein Nahme verschiedener wild auf den Wiesen wachsenden Pflanzen. 1) Der Bellis L. welche auch Gänseblume, Marienblümchen, Margarethenblümchen, Angerblümchen, Zeitlose, Gichtkraut u. s. f. heißt, und wovon einige Arten auch in den Gärten gebauet werden. Wenn die Maßlieben und die Ringelblume von meinem Grabe dir winken, Geßn. 2) Einer Art der Wucherblume, Chrysanthemum Leucanthemum L. welche auch großes Gänsekraut und Ochsenauge genannt wird. 3) Der Dotterblume, Caltha palustris L. welche auch unter dem Nahmen der Goldwiesenblume bekannt ist. 4) Bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches auch ein Staudengewächs des mittägigen Europa, welches an den höchsten Felsen wächst und auch Kugelblume genannt wird; Globularia alypum L.
   Da alle unter diesem Nahmen bekannte Pflanzen, die letzte ausgenommen, welche denselben bloß einer Ähnlichkeit wegen führet, auf unsern Wiesen einheimisch sind, so scheinet Maß hier so viel als Matte, Wiese, zu bedeuten, indem nichts gewöhnlicher ist, als daß in den Deutschen Mundarten t und s mit einander abwechseln; zumahl da die Dotterblume in einigen Gegenden ausdrücklich auch Mattenblume genannt wird, S. Adelung Matte. Aber wenn dieses Wort eine Art des Ahornes bezeichnet, so gehöret es zu Mase, Maser, und wird alsdann auch richtiger Masliebe geschrieben.
 
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Die Maßlocke, plur. die -n, dem Frisch zu Folge, ein in Schlesien üblicher Nahme einer Art Pilze mit kurzen Stielen, welche unten und oben gelb sind. Es scheinet ein Slavonisches Wort zu seyn.
 
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Die Māßnehmung, plur. die -en, S. Adelung Maßregel.
 
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Der Māßner, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, derjenige, welcher eine oder mehrere Maßen gemuthet hat, zum Unterschiede von einem Fundgrübner. S. Adelung Maße II.
 
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Der Māßofen, des -s, plur. die -öfen, eine im Hüttenbaue übliche Art Öfen zu Verschmelzung des Eisensteines, in welchem die Schmelzarbeit nach gewissen Feuerzeiten verrichtet wird, so daß ein solcher Ofen nur 24 Stunden gehet; zum Unterschiede von einem Flußofen oder hohen Ofen. Er hat den Nahmen vermuthlich von den verschiedenen Zeitmaßen, in welchen in einem solchen Ofen geschmelzet wird; oder von der mäßigern, d. i. langsamern Schmelzung.
 
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Die Māßregel, plur. die -n, von Maße, die Art und Weise, eine Regel oder Vorschrift, nach welcher man die Art und Weise seines Verhaltens bestimmt. Ich werde meine Maßregeln darnach nehmen, meine Handlungen darnach einrichten. Im Oberdeutschen ist dafür das Wort Maßnehmung üblich.
 
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Der Māßstab, des -es, plur. die -stäbe, ein Stab, so fern er zum Maße anderer Körper, oder andere Körper damit zu messen gebraucht wird, ein mit einer gewissen Eintheilung versehener Stab, Längen damit zu messen; bey den Werkleuten der Maßstock oder Richtstock. In der Erdmeßkunst und Erdbeschreibung wird auch eine auf solche Art eingetheilte gerade Linie ein Maßstab genannt. Der verjüngte Maßstab, welcher die gewöhnlichen Längenmaße im Kleinen vorstellet.
 
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Die Māßweihe, plur. die -n, eine in einigen Gegenden übliche Benennung des Goldgeyers, wo das Wort aus Mosweihe verderbt ist, weil sich dieser Vogel gern in mosigen oder morastigen Gegenden aufhält.

 

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