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Masericht bis Masliebe (Bd. 3, Sp. 93 bis 94)
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Artikelverweis  Masericht, -er, -ste, adj. et adv. dem Maser, d. i. krausen Flecken und Adern im Holze, ähnlich. Dagegen maserig solche Masern habend bedeutet. Beyde werden nur von den Flecken im Holze gebraucht, dagegen von den Flecken und Narben im Gesichte masig üblich ist.
 
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Die Masêrle, plur. die -n, eine Art des Ahornes, welche eigentlich eine Heckenstaude ist, aber doch zu einem kleinen Baume wächset; Acer campestre L. Sie hat ein schönes gemasertes Holz, das besonders an den Wurzeln schön geflammet ist, welchen Masern sie auch den Nahmen zu verdanken hat, von Mase, Maser. In andern Gegenden wird sie Masholder, (bey dem Altensteig Masalter,) Maslieben, Mescheller, Massern, Wasserhülsen, Weißbaum, Binbaum, Binnenbaum, Weißeper, Epelern, Weißlöber, Bergahorn, Anerle, kleiner Deutscher Ahorn, Flader, Fladder, Flaser, genannt. Bey einigen Schriftstellern führet der Ahorn überhaupt den Nahmen des Masholders, und alsdann heißt unser Masholder bey ihnen Feldmasholder. Im Wallis. heißt dieser Baum Masarn, und im Isländ. Mosor, Mausur, dagegen Masur im Schwed. die Birke ist. S. Adelung Mase und der Maser.
 
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Masern, verb. reg. act. mit Masern, d. i. krausen Adern und Flecken versehen. Schön gemasertes Holz, welches schöne Masern hat. Die Birke masert sich, wenn sie maserige Auswüchse bekommt.
 
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Der Masholder, des -s, plur. inus. S. Adelung Maserle.

[Bd. 3, Sp. 94]



 
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Masig, -er, -ste, adj. et adv. ein größten Theils nur im Oberdeutschen übliches Wort, Narben, Mähler, Flecken im Gesichte habend. Blattermasig, blatternarbig.
 
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Die Maske, plur. die -n, aus dem Franz. Masque. 1. Eigentlich, eine steife Bekleidung des Gesichtes, um unkenntlich zu bleiben, in welche gemeiniglich Löcher für die Augen und den Mund ausgeschnitten sind; sie sey übrigens eine bloß einfache Bekleidung dieser Art, oder auch ein nachgemachtes hohles Gesicht; in der harten Sprechart die Larve. Die Maske vorthun, abnehmen, abziehen. S. Adelung Larve. 2. Figürlich. 1) Eine maskirte, durch die Maske vor dem Gesichte unkenntlich gemachte Person. Es kamen auf dem Balle drey Masken auf uns zu. 2) Eine verstellte, angenommene Gesinnung, zum Scheine vorgenommene Handlung, um einen andern dadurch zu hintergehen; in der harten Sprechart gleichfalls die Larve. Unter der Maske der Gleichgültigkeit kannst du deinen Begierden sicher nachhängen. Das ist eine Maske, eine listige Verstellung.
   Anm. Im Engl. Mask, im mittlern Lat. Mascha, Mascara, Talamasca. Viele leiten es von dem Arabischen Mascara, ein Spiel, her, welchen dieses zu Statten kommt, daß im Wallach. und im Alban. Maskura gleichfalls einen Possenreißer bedeutet; andere mit Menage und Wachtern von dem schon in dem Longobardischen Gesetze befindlichen Masca, eine Hexe, Fee, ingleichen der Alp, weil man zu den Masken anfänglich scheußliche Gestalten gewählet, wie zum Theile noch geschiehet. Wenn man annimmt, daß die älteste Art, sich unkenntlich zu machen, der Geschichte des Theaters zu Folge, darin bestand, daß man sich das Gesicht schwärzte und beschmierete, so kann es auch von Mas, Maser, Makel, Flecken, Schmutz, abstammen, zumahl da bemaschen und vermaschen im Oberd. übliche Zeitwort sind, welche besudeln bedeuten. S. die Maser Anm. Im Lotharingischen ist macheré beschmutzt, beschmiert.
 
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Der Masken-Ball, des -es, plur. die -Bälle, ein Ball, auf welchem die tanzenden Personen maskirt sind, ein Ball maskirter Personen.
 
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Die Maskerāde, plur. die -n, aus dem Franz. Masquerade, im Ital. und mittlern Lat. Mascarata, eine Lustbarkeit maskirter Personen, von welcher der Masken-Ball nur eine Art ist. Auf die Maskerade gehen.
 
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Maskiren, verb. reg. act. durch Vornehmung einer Maske vor das Gesicht unkenntlich machen, im gemeinen Leben vermaskiren; aus dem Franz. masquer. Sich maskiren. Ein maskirter Ball, ein Masken-Ball. In weiterer Bedeutung zuweilen auch für verkleiden.
 
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Die Maskopēy, plur. die -en, ein nur in den Niedersächsischen Handelsstädten übliches Wort, eine Gesellschaft, und besonders eine Handelsgesellschaft zu bezeichnen, welche sich zu gleichem Gewinn und Verluste verbunden hat. Maskopey machen, eine Gesellschaft errichten, sich zu einem gewissen Endzwecke verbinden. In engerer Bedeutung und verächtlichem Verstande ist die Maskopey eine zum Schaden anderer heimlich errichtete Verbindung.
   Anm. Im Nieders. Maskuppije, Matskuppije, im Schwed. Matskopi. Es stammet von Matschaft, Verbindung mehrerer zu einem gemeinschaftlichen Endzwecke, Gesellschaft, ab, Nieders. Maatstup und Macßup. S. Adelung Matschaft.
 
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Die Masliebe, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Maserle, S. dieses Wort. Man muß es nicht mit dem gleichlautenden Nahmen verschiedener andern Pflanzen verwechseln, welcher der wahrscheinlichsten Ableitung zu Folge am richtigsten Maßlieben geschrieben wird, S. dieses Wort.

 

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