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Maselsucht bis Maske (Bd. 3, Sp. 92 bis 94)
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Artikelverweis * Die Maselsucht, plur. car. ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, den Aussatz zu bezeichnen, welches noch im Sachsenspiegel vorkommt, und ehedem auch Miselsucht, die Missel, Malazey, Maltzey, Malatsch, Maletschey u. s. f. lautete, Franz. Mesellerée, Mozeau. Es kommt noch in dem Iudeneide vor, wo es unter andern heißt: daß mich die Maselsucht bestehe, die Naeman verließ und Jezi ankam. Es drückt vornehmlich die mit dem Aussatze verbundenen Flecken auf der Haut aus, und gehöret mit dem folgenden Maser und dessen Abänderung Masel zu dem Geschlechte des Wortes Mahl. S. das folgende. In dem alten Gedichte auf den heil. Anno Misilsuht. Daher maselsüchtig, aussätzig, bey dem Notker miselohtiu, misele. Im mittlern Lat. ist mezellus, misellus, alt Franz. mezel, aussätzig, Meselaria, Misellaria und Mesolaria, ein Spital für aussätzige Personen, und sogar im Arab. bedeutet Mezora den Aussatz.
 
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Der Maser, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. 1) Maseriges Holz, Holz, welches schöne Adern, Flecken, Wolken u. s. f. hat, und auch wohl der Flader, das Fladerholz oder Maserholz genannt wird. Die Ahornwurzeln geben den besten Maser. Daher wird auch der Ahornbaum selbst in einigen Gegenden der Maser genannt, so wie im Schwedischen die Birke aus eben dieser Ursache Masur heißt. 2) Die Beschaffenheit des Holzes, da es Adern, Flecken oder Wolken von anderer Farbe hat; ohne Plural. Der Maser wird in dem Holze auf sehr verschiedene Art angetroffen. S. das folgende.
 
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Die Maser, plur. die -n, ein altes Wort, welches einen Flecken, ein Mahl überhaupt bedeutet, aber nur noch in einigen Fällen üblich ist. 1) Flecken, krause Adern oder Wolken von anderer Farbe in dem Holze, werden häufig Masern genannt. Die Wurzeln des Nußbaumes, das Holz des Ahornbaumes, die Knorren des Birkenholzes haben schöne Masern. Engl. Measles. S. das vorige und die folgenden Zusammensetzungen. Im mittlern Lat. kommen Mazer, Mazarum, Mazerinus, Masdrinum u. s. f. und im alt Franz. Madre, häufig von einer Art kostbarer Gefäße vor, deren Materie Ihre dergleichen maseriges Holz hält, wowider sich aber, wenn man die Stellen beym Du Fresne zusammen nimmt, noch manches einwenden lässet; obgleich erweislich ist, daß die Alten dieses Holz, zumahl da sie es für seltener hielten, als es wirklich ist, sehr hoch geschätzet haben. 2) Fehlerhafte Flecken auf der Haut, wo es ehedem nicht nur von Narben und Muttermählern,

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sondern überhaupt von allen unnatürlichen Flecken gebraucht wurde; daher man auch diejenigen Krankheiten, welche solche Flecken verursachen, die Maser, Masel, Massel und auch wohl im Plural die Masern, Maseln, Masseln zu nennen pflegte. So war Masel ehedem der Grund. Im Schwed. ist Massel die Krätze, maslig krätzig, und Mäsling die Blattern oder Pocken, und im Engl. sind Measles die Finnen. Am üblichsten ist es im Deutschen von einer Krankheit, welche am häufigsten die Kinder, oft aber auch erwachsene Personen besällt, und mit einem Fieber verbunden ist, bey welchem am vierten Tage oder gegen denselben kleine rothe Flecken am Leibe ausschlagen, welche sich aber in keine Blasen zusammen ziehen, und gegen den achten Tag wieder abtrocknen, ohne einige Narben zu hinterlassen; Lat. Morbilli. Wenn das Wort diese Krankheit bedeutet, so ist es nur im Plural üblich, dagegen auch ein einzelner Flecken dieser Art eine Maser genannt werden kann. Um dieser Flecken willen wird diese Krankheit, welche Unwissende oft mit dem Friesel und Scharlachfieber verwechseln, auch die Flecken, Kinderflecken, die Rötheln, im Nieders. Ritteln, (Ital. Rosselle,) Maseln, Masseln, Messeln, in einigen Oberdeutschen Gegenden die Durchschlechten, Urschläg, Urspring, genannt. Im Dän. heißt sie Mäslinger, und im Engl. Measles.
   Anm. In allen obigen Bedeutungen lautet es in einigen Mundarten nach der gewöhnlichen Verwechselung des l und r auch Masel, im Oberdeutschen aber mit der Ableitungssylbe e, Mase, S. dieses Wort. Es gehöret, wenn es anders nicht unmittelbar aus Mahl entstanden ist, zu mischen, welches doch nur ein Abkömmling von machen, verbinden, ist, S. Gemahl. Mase und Maser bedeutet, so wie Makel und Mahl, eigentlich eine Verbindung oder Vermischung mehrerer Farben. Daher sind im Oberdeutschen auch die Zeitwörter bemaschen und vermaschen, für bemakeln, beflecken, üblich.
 
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Die Maserbirke, plur. die -n, eine Abart der gewöhnlichen Birke mit hangenden Zweigen, welche viele maserige Auswüchse erzeuget.
 
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Das Maserholz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -hölzer, maseriges Holz, S. der Maser.
 
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Masericht, -er, -ste, adj. et adv. dem Maser, d. i. krausen Flecken und Adern im Holze, ähnlich. Dagegen maserig solche Masern habend bedeutet. Beyde werden nur von den Flecken im Holze gebraucht, dagegen von den Flecken und Narben im Gesichte masig üblich ist.
 
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Die Masêrle, plur. die -n, eine Art des Ahornes, welche eigentlich eine Heckenstaude ist, aber doch zu einem kleinen Baume wächset; Acer campestre L. Sie hat ein schönes gemasertes Holz, das besonders an den Wurzeln schön geflammet ist, welchen Masern sie auch den Nahmen zu verdanken hat, von Mase, Maser. In andern Gegenden wird sie Masholder, (bey dem Altensteig Masalter,) Maslieben, Mescheller, Massern, Wasserhülsen, Weißbaum, Binbaum, Binnenbaum, Weißeper, Epelern, Weißlöber, Bergahorn, Anerle, kleiner Deutscher Ahorn, Flader, Fladder, Flaser, genannt. Bey einigen Schriftstellern führet der Ahorn überhaupt den Nahmen des Masholders, und alsdann heißt unser Masholder bey ihnen Feldmasholder. Im Wallis. heißt dieser Baum Masarn, und im Isländ. Mosor, Mausur, dagegen Masur im Schwed. die Birke ist. S. Adelung Mase und der Maser.
 
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Masern, verb. reg. act. mit Masern, d. i. krausen Adern und Flecken versehen. Schön gemasertes Holz, welches schöne Masern hat. Die Birke masert sich, wenn sie maserige Auswüchse bekommt.
 
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Der Masholder, des -s, plur. inus. S. Adelung Maserle.

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Masig, -er, -ste, adj. et adv. ein größten Theils nur im Oberdeutschen übliches Wort, Narben, Mähler, Flecken im Gesichte habend. Blattermasig, blatternarbig.
 
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Die Maske, plur. die -n, aus dem Franz. Masque. 1. Eigentlich, eine steife Bekleidung des Gesichtes, um unkenntlich zu bleiben, in welche gemeiniglich Löcher für die Augen und den Mund ausgeschnitten sind; sie sey übrigens eine bloß einfache Bekleidung dieser Art, oder auch ein nachgemachtes hohles Gesicht; in der harten Sprechart die Larve. Die Maske vorthun, abnehmen, abziehen. S. Adelung Larve. 2. Figürlich. 1) Eine maskirte, durch die Maske vor dem Gesichte unkenntlich gemachte Person. Es kamen auf dem Balle drey Masken auf uns zu. 2) Eine verstellte, angenommene Gesinnung, zum Scheine vorgenommene Handlung, um einen andern dadurch zu hintergehen; in der harten Sprechart gleichfalls die Larve. Unter der Maske der Gleichgültigkeit kannst du deinen Begierden sicher nachhängen. Das ist eine Maske, eine listige Verstellung.
   Anm. Im Engl. Mask, im mittlern Lat. Mascha, Mascara, Talamasca. Viele leiten es von dem Arabischen Mascara, ein Spiel, her, welchen dieses zu Statten kommt, daß im Wallach. und im Alban. Maskura gleichfalls einen Possenreißer bedeutet; andere mit Menage und Wachtern von dem schon in dem Longobardischen Gesetze befindlichen Masca, eine Hexe, Fee, ingleichen der Alp, weil man zu den Masken anfänglich scheußliche Gestalten gewählet, wie zum Theile noch geschiehet. Wenn man annimmt, daß die älteste Art, sich unkenntlich zu machen, der Geschichte des Theaters zu Folge, darin bestand, daß man sich das Gesicht schwärzte und beschmierete, so kann es auch von Mas, Maser, Makel, Flecken, Schmutz, abstammen, zumahl da bemaschen und vermaschen im Oberd. übliche Zeitwort sind, welche besudeln bedeuten. S. die Maser Anm. Im Lotharingischen ist macheré beschmutzt, beschmiert.

 

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