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Marien-Faden bis Marien-Rose (Bd. 3, Sp. 71 bis 72)
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Artikelverweis Der Marien-Faden, des -s, plur. die -Fäden, eine im gemeinen Leben übliche Benennung derjenigen weißen Fäden, womit so wohl im Frühlinge, als am Ende des Sommers die Felder bedeckt sind, und welche auch der Sommer, der fliegende Sommer, unsrer lieben Frauen Fäden, Marien-Garn, Grasweben, Sommerfäden, im Niedersächsischen Slammetje, Mättchen-Sommer, von dem Matthias-Tage, um welchen sie sich zeigen, genannt werden. Sie rühren von Spinnen her, welche vermittelst dieser Fäden in die Luft schiffen, ihre Nahrung zu suchen. Der große Haufe in der Römischen Kirche hält sie für Überbleibsel von dem Tuche der Jungfrau Maria, welches sie im Grabe umgehabt, und bey ihrer Himmelfahrt fallen lassen. Im Schwed. heißen sie Dwaergsnaet, von Dwaerg, Zwerg, eine Art Mittelgeister, und Naet, Netz.
 
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Das Marien-Fêst, des -es, plur. die -e, ein Fest der Jungfrau Mariä; der Marien-Tag.
 
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Das Marien-Flachs, des -es, plur. inus. Siehe Flachskraut 2.
 
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Das Marien-Garn, des -es, plur. inus. Siehe Marien-Faden.
 
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Das Marien-Glas, des -es, plur. inus. S. Adelung Frauenglas.
 
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Das Marien-Gras, des -es, plur. inus. ein Nahme des weißen Klees, oder Holländer-Klees; im Österreichischen das Marien-Gräsel.
 
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Der Marīen-Gróschen, des -s, plur. ut nom. sing. eine in Niedersachsen und am Niederrheine übliche silberne Scheidemünze, welche mit dem Marien-Bilde gezeichnet ist, und acht gute Pfennige gilt. Sie wird auch ein Batzen, und wo der Batzen 16 Pf. gilt, ein halber Batzen genannt.
 
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Der Marien-Käfer, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Käfer mit abgestutzten Fühlhörnern, deren Körper einer durchsichtigen Kugel gleicht; Coccinella L. Sie wohnen auf den Baumblättern und Blumen, sind von verschiedener gemeiniglich aber rothen Farbe, daher auch die Scharlachwürmer oft mit ihnen verfälscht werden. Im gemeinen Leben, das Marien-Huhn, unsers Herren Huhn, das Repphuhn, bey einigen der Sonnenkäfer.
 
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Der Marien-Mantel, des -s, plur. inus. 1) In einigen Gegenden, ein Nahme des Sinnaues; Alchemilla L. S. Adelung Sinnau. 2) Das Aphanes L. wird an einigen Orten Marien-Mäntelchen und Frauenmäntelchen genannt. So wie an noch andern 3) auch das Mutterkraut den Nahmen des Marien-Mantels führet, S. Mutterkraut.

[Bd. 3, Sp. 72]



 
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Die Marien-Münze, plur. inus. S. Adelung Frauenmünze.
 
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Die Marien-Rose, plur. die -n, Diminut. das Marien-Röslein, plur. inus. 1) In einigen Gegenden, ein Nahme der Maßlieben, besonders der gefüllten Art, welche man in den Gärten hat; Bellis L. die Marienblume. S. Maßlieben. 2) In andern ist die Päonie unter dem Nahmen der Marien-Rose bekannt; so wie 3) in andern die Hagerose oder gemeine wilde Rose; Rosa canina L. und 4) die Weinrose, S. dieses Wort.

 

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