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Dúrchfluß bis Dúrchgängig (Bd. 1, Sp. 1589 bis 1591)
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Artikelverweis Der Dúrchfluß, des -sses, plur. inus. der Fluß des Wassers durch einen Ort.
 
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Durchfórschen, verb. reg. act. Ich durchforsche, durchforscht; eine Sache nach allen ihren Theilen erforschen, in der höhern Schreibart. Er will alles genau durchforschen. Das Herz des Lasterhaften ist oft leicht zu durchforschen.
   Durchforschet, Sterbliche, des Lebens kurzen Raum,
   Was kommen soll ist Nacht, was hin ist, ist ein Traum,
   Less. So auch die Durchforschung.
 
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Durchfrêssen, verb. irreg. act. S. Adelung Fressen.
   Dúrchfressen. Ich fresse durch, durchgefressen. 1) Fressend durchlöchern. Die Mäuse haben den Käse durchgefressen. 2) Sich durchfressen, in der niedrigen Sprechart, figürlich, sich den nöthigen Unterhalt durch Schmarotzen verschaffen. Er frißt sich noch immer so durch.
   Durchfréssen. Ich durchfresse, durchfressen; fressend durchlöchern, in der höhern Schreibart. Das Scheidewasser durchfrißt das Metall.
 
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Dúrchfrieren, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Frieren,) welches das Hülfswort seyn erfordert. Ich friere durch, durchgefroren; von dem Froste durchdrungen werden. Die Witterung ist zu gelinde, es kann nicht durchfrieren. Ingleichen, von Kälte durchdrungen werden. Ich bin ganz durchgefroren.
 
Artikelverweis Die
Dúrchfuhre, plur. inus. das Fahren oder Führen durch einen Ort. Manche Waaren müssen auch bey der Durchfuhre verzollet werden.
 
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Dúrchführen, verb. reg. act. Ich führe durch, durchgeführet; durch einen Ort führen. Jemanden durchführen, durch einen Fluß, durch eine Stadt u. s. f. Die Waaren bleiben nicht hier, sie werden nur durchgeführet. In den Blechhütten werden diejenigen Bleche, welche verzinnet werden sollen, durchgeführet, wenn man sie in das flüssige Zinn legt, und bald darauf herausziehet. S. auch die Durchführung.
 
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Dúrchfüttern, verb. reg. act. Ich füttere durch, durchgefüttert; den Winter hindurch füttern, d. i. erhalten, in der Landwirthschaft. Er hat sein Vieh insgesammt durchgefüttert.
 
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Durchghnen, verb. reg. act. ich durchgähne, durchgähnt; mit Gähnen zubringen, in der poetischen Schreibart.
   Der jede Mitternacht Am trägen Spiel durchgähnt.
 
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Durchgllen, verb. reg. act. Ich durchgälle, durchgällt; allen seinen Theilen nach bitter machen, in der höhern Schreibart. Das größte Glück des Gottlosen ist unsicher und mit Furcht vor dem Zukünftigen durchgällt, Sonnenf.
 
Artikelverweis Der
Dúrchgang, des -es, plur. die -gänge. 1) Die Handlung des Durchgehens, oder des Gehens durch einen Ort, ohne Plural. Die Waaren werden auch bey dem Durchgange verzollet.

[Bd. 1, Sp. 1591]


Der Durchgang der Venus durch die Sonne. Einem den Durchgang verwehren. O was hat meine Seele nicht noch in diesem Durchgange durch das Leben zu dulden! Dusch. 2) Ein Ort, wo man durchgehet, oder durchgehen kann. Ein Gasse ohne Durchgang. Das Haus hat einen Durchgang, man kann durch dasselbe in die andere Gasse gehen; dergleichen Häuser im gemeinen Leben oft nur Durchhäuser genannt werden.
 
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Dúrchgängig, adj. et adv. 1) Einen Durchgang habend, im gemeinen Leben, besonders Oberdeutschlandes. Ein durchgängiges Haus. Der Wald ist nicht durchgängig, man kann nicht durchgehen. 2) Ohne Unterschied, eines wie das andere, insgesammt, überall. Eine durchgängige Gewohnheit, welche überall üblich ist. Noch mehr aber, und vielleicht am besten, wie ein Nebenwort. Hier herrscht durchgängig noch die alte Gewohnheit. Wir großen Thiere haben durchgängig eine gewisse kleine Schwachheit an uns, Less. S. Adelung Durchgehends.

 

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