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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
2. Dumpfig bis 1. Dunkel (Bd. 1, Sp. 1572 bis 1573)
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Artikelverweis  2. Dumpfig, -er, -ste, adj. et adv. eine Art eines heisern, hohlen Schalles auszudrucken. Ein dumpfiger Ton. Es klingt dumpfig.
   Anm. In dieser Bedeutung ist es ohne Zweifel eine Nachahmung dieses Schalles. Im Engl. bedeutet Thumb und im Ital. Thumbo, Thombo, einen lauten Schlag mit der Faust oder einem Stocke. S. Adelung Stampfen. In Baiern ist für dumpfig, wenn es von dem Schalle gebraucht wird, dumbar, und in Niedersachsen auch duff, duffig üblich.
 
Artikelverweis Die
Dumplachter, plur. die -n, im Bergbaue, ein Längenmaß, welches vier Prager Ellen hält; im Böhm. Dumploch.
 
Artikelverweis Die
Düne, plur. die -n, eigentlich ein Hügel; doch nur in eingeschränkter Bedeutung, ein Sandhügel an der Küste des Meeres, dergleichen besonders an der Niederländischen und Engländischen Küste häufig sind; daher eine mit solchen Sandhügeln verwahrte Küste auch im Plural die Dünen genannt wird. Hier wo der Belt mit Dünen sein Gestad' durchzieht, Raml.
   Anm. Dun ist ein altes Wort, welches schon in der ältesten Gallischen Mundart angetroffen wird, wie so viele eigenthümliche Nahmen beweisen, welche sich ehedem auf dunum endigten. Das Griech. θιν, ein Hause, kommt damit sehr deutlich

[Bd. 1, Sp. 1573]


überein. Im Angels. ist Dun, Dune ein Berg. Das Engl. Downs, das Franz. Dunes, und Holländ. Duynen, kommen mit dem Deutschen überein, welches über dieß nur aus dem Holländischen entlehnet zu seyn scheinet. So alt dieses Wort auch ist, so scheinet es doch zu dem Nieders. Neutro dunen, aufschwellen, zu gehören; S. Dehnen und Dunst.
 
Artikelverweis Das
Dünengras, des -es, plur. inus. eine Art des Wollgrases mit runden Halmen, flachen Blättern und gestielten Blüthenähren, welches häufig auf den Dünen wächset; Eriophorum polystachion, L.
 
Artikelverweis Der
Dünenhêlm, des -es, plur. inus. S. Adelung Sandschilf.
 
Artikelverweis Der
Dung, des -es, plur. inus. S. Adelung Dünger.
 
Artikelverweis 
Düngen, verb. reg. act. mit Dünger fruchtbar machen. Den Acker düngen. Daher die Düngung, so wohl von der Handlung des Düngens, als auch von dem Dünger selbst.
   Anm. S. das folgende. Das Düngen nennt man in Schwaben bessern, in einigen Niedersächsischen Gegenden begeilen, in andern misten. Im Angels. bedeutet dynganstercorare.
 
Artikelverweis Der
Dünger, des -s, plur. von mehrern Arten, ut nom. sing. 1) Alles, wodurch ein Acker gedünget oder fruchtbar gemacht wird. In diesem Verstande werden Märgel, Asche, Salze, Horn u. s. f. mit unter dem Nahmen des Düngers verstanden. 2) In engerer Bedeutung, die mit Stroh oder Laub vermischten Auswürfe der Thiere; im gemeinen Leben der Mist.
   Anm. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort der Dung, und in einigen Gegenden die Dünge. Das Engl. Dung, Angels. Dinca, Schwed. Dynga, Finnländ. Tungio kommen mit dem Deutschen in der zweyten Bedeutung überein. Da Dyng, Dynga im Schwedischen und Dänischen auch einen Haufen bedeutet, so glaubt Ihre, daß die Benennung des Dunges oder Düngers daher rühre, weil man denselben gemeiniglich in Haufen aufzuschütten pflege; eine Ableitung, die dieses sonst so scharfsinnigen Wortforschers nicht würdig ist. Dung scheinet vielmehr ursprünglich den natürlichen thierischen Auswurf zu bedeuten. Dyngan bedeutet im Angels. diesen Auswurf von sich geben, und bedung im Engl. mit Koth besudeln. S. Adelung Stinken, welches bloß durch den Zischlaut von diesem Worte unterschieden zu seyn scheinet. Übrigens wird der Dünger oder Mist im Nieders. auch die Gaare, von dem alten Gor, Hor, Koth, (S. Hornung,) die Geile, der Scheren, Scharn, Angels. scearn, Schwed. und Isländ. skarn, Griech. σκωρ, genannt.
 
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1. Der Dünkel, eine Art Getreides, S. Adelung Dinkel.
 
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2. Der Dünkel, des -s, plur. car. von dem Verbo dünken. 1) Das Gutdünken, eine jede Meinung, besonders ungegründete Meinung, ein Vorurtheil. In London kann ein jeder ohne Einschränkung nach seinem eigenen Dünkel leben. So habe ich sie gelassen in ihres Herzens Dünkel, daß sie wandeln nach ihrem Rath, Ps. 81, 13. Allen, die nach ihres Herzens Dünkel wandeln, Jer. 33, 17. In dieser Bedeutung ist es im Hochdeutschen wenig mehr gebräuchlich. 2) Die stolze Einbildung von seinen Fähigkeiten, von seinem Werthe. Aber ruchloser Dünkel ist ferne von Gott, Weish. 1, 3. Er wird nicht bestehen, denn er ist in seinem eiteln Dünkel betrogen, Hiob 15, 31. Er besitzt einen unerträglichen Dünkel. Sein Dünkel ist unausstehlich. S. Eigendünkel. Figürlich auch wohl Personen, welche einen großen Dünkel besitzen.
   Der Dünkel meistre dich; es mag die Thorheit richten,
   Haged. S. Adelung Dünken.
 
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1. Dunkel, adv. welches nur im Bergbaue üblich. Eine Zeche dunkel hauen, sie einfallen, zu Grunde gehen lassen, alle Strossen und Bergfesten weghauen, und die Strecken und Schächte

[Bd. 1, Sp. 1574]


nicht mit der gehörigen Zimmerung versehen. Die Bergleute sprechen dieses Wort auch türkel aus; allein beyder Ursprung und eigentliche Bedeutung ist dunkel. Im Nieders. bedeutet dungeln, und im Engl. dangle, schwebend herab hangen, welches sich wenigstens für solche Gänge und Strecken schicken würde, welche ihrer Bergfesten beraubet worden. In andern niedrigen Mundarten ist torkeln taumeln. Doch die Abstammung mag seyn welche sie will, so wird sich dieses bergmännische dunkel wohl nicht ohne großen Zwang von dem folgenden ableiten lassen.

 

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