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Ducktaube bis Duftig (Bd. 1, Sp. 1567 bis 1569)
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Artikelverweis Die Ducktaube, plur. die -n, ein Grönländischer Wasservogel mit Patschfüßen, welcher auch die Grönländische Taube genannt wird, wie eine junge Taube pfeift, und den Nahmen von dem Untertauchen hat. S. Adelung Ducken.
 
Artikelverweis 
Dudeln, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und nur in den niedrigen Mundarten üblich ist, auf der Flöte stümpern, ingleichen auf dem Dudelsacke spielen. Es scheinet das Diminut. des Zeitwortes düten, und mit demselben eine Nachahmung der dadurch hervor gebrachten Töne zu seyn. S. Adelung Düten.

[Bd. 1, Sp. 1568]



 
Artikelverweis Der
Dudelsack, des -es, plur. die -säcke, in den gemeinen Mundarten, besonders Niedersachsens, eine Benennung der Bock- oder Sackpfeipfe; S. Adelung Sackpfeife.
   So bald der Dudelsack in seiner Schenke klinget,
   Can.
   Oft schallt hier bis zur Zirbeldrüse
   Ein auserlesner Dudelsack,
   Haged. Dieses musikalische Instrument des großen Haufens auf dem Lande hat den Nahmen von dem vorigen Zeitworte dudeln. Im Pohlnischen und Böhmischen heißt es Dudy, im Wend. Pypsack.
 
Artikelverweis Das
Duếll, des -es, plur. die -e, ein Streit unter zwey Personen, welche ihre Sache mit dem Gewehre ausmachen; ein Zweykampf, ehedem Champfwic, Wehadinc, Einuuige. Daher duelliren, oder sich duelliren, einen Zweykampf haben, sich schlagen; das Duell-Mandat, ein obrigkeitliches Verboth der Duelle u. s. f. Der Duellánt, des -en, plur. die -en, Personen, welche sich duelliren. Alles aus dem mittlern Latein. Duellum.
 
Artikelverweis Die
Duếrne, plur. die -n, in den Buchdruckeryen, ein Heft, wo zwey Bogen in einander gesteckt, und beyde nur mit Einem Buchstaben des Alphabetes signiret werden; aus dem mittlern Latein. Duernus. Das Buch bestehet aus Duernen.
 
Artikelverweis Das
Duếtt, des -es, plur. die -e, in der Musik, eine Arie mit zwey Singestimmen; aus dem Ital. Duetto.
 
Artikelverweis Der
Duft, des -es, plur. die Düfte, Diminut. das Düftchen, 1) überhaupt ein jeder Dunst, feuchter Dampf oder Nebel, besonders wenn er im Winter sich in Gestalt eines Reifes an die Körper anhänget.
   Ich muos klagen das diu zit
   Sich so gar verkeret hat
   Secht wie heid und anger lit
   Vnd wie der walt in tuften stat.
   Winters grimme
   Tuot si (die Vögel) swigen uberall,
   Graf Wernher von Honberg. In dieser Bedeutung ist es nur noch in einigen gemeinen Mundarten üblich. S. Adelung Duftbruch. 2) Die zarte Ausdünstung, besonders wohl riechender Körper; in welcher Bedeutung dieses Wort besonders der poetischen und höhern Schreibart eigen ist. Der süße Duft der Blumen. Die schönsten Rosen sollen dir die ersten Düfte des Morgens und die letzten des Abends entgegen düften, Dusch.
   Der West im Rosengebüsch bläst süße Düfte zur Flur,
   Kleist. Anm. Im Nieders. wird Duff, duffig, und im Holländ. dof, in allen Bedeutungen des Wortes dumpfig gebraucht. Im Dänischen bedeutet Duft so wohl die gelinde Bewegung der Luft, als auch den Staub. Das Ital. Tuffo bezeichnet gleichfalls einen dumpfigen Geruch. Es scheinet daher, daß Duft und dumpfig von Einem Stamme herkommen. S. Adelung Dumpfig und Staub. Im Oberdeutschen und Niedersächsischen ist dieses Wort überall männlichen Geschlechtes; nur einige Meißner gebrauchen es in dem weiblichen, die Duft.
 
Artikelverweis Der
Dúftbrúch, des -es, plur. die -brüche, im Forstwesen, der Bruch eines Baumes, oder seiner Äste, welcher von dem Schnee, Dufte, oder Glatteise herrühret, wenn sich solches zu häufig in den Giebel setzet, oder an die Äste anhänget. S. Adelung Duft 1, ingleichen Giebelbruch.
 
Artikelverweis 
Duften, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1) In Gestalt eines Duftes aufsteigen, oder sich verbreiten, besonders in der höhern Schreibart. Es duftet ein angenehmer Geruch aus den Blumen. S. das folgende. 2) Gelinde ausdünsten. Im Bette liegen und duften.

[Bd. 1, Sp. 1569]



 
Artikelverweis 
Düften, verb. reg. act. in Gestalt eines Duftes von sich geben, ausdünsten. 1) Nässe ausdünsten. So sagt man im gemeinen Leben, die Wände düften, wenn sie schwitzen, oder mit einer nassen Feuchtigkeit überzogen werden. 2) Besonders einen angenehmen Geruch von sich geben, in der höhern Schreibart. Die Blumen sind erblasset, matt, und düften nicht mehr.
   Um deren vollen Busen
   Die frischen Rosen düften,
   Uz.
   Ihm düften frühe Violen,
   Ihm grünt der Erde beschatteter Schooß,
   Uz.
   Seine (des Mayes) Kindheit hauchte Freude,
   Freude düftet sein Alter dereinst,
   Raml. Anm. Im Oberdeutschen hat man von diesem Zeitworte das Iterativ. oder Diminut. düfteln, nässeln, mit Nässe überzogen werden. Das Dänische dufte bedeutet so wohl düften, als stäuben. Im Oberdeutschen lautet so wohl das Neutrum als Activum duften, welches auch einige Hochdeutsche nachahmen.
   Dort duften Blum und Gras, hier grünen Berg und Fläche,
   Haged. Dagegen heißen bey den Niedersachsen, wenn sie Hochdeutsch schreiben, beyde Verba gewöhnlich düften. Im Hochdeutschen pflegt man diese verschiedenen Mundarten auch in mehrern Verbis sehr geschickt zur Unterscheidung des Activi und Neutrius anzuwenden, wie in dampfen und dämpfen, dunsten und dünsten u. s. f.
 
Artikelverweis 
Duftig, -er, -ste, adj. et adv. Duft enthaltend. Duft von sich gebend. Euch will ich besingen, ihr duftigen Hügel, Kleist.

 

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