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Drumm bis Drūsenáchse (Bd. 1, Sp. 1563 bis 1564)
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Artikelverweis Der Drumm, die Drümmer, S. in T.
 
Artikelverweis Die
Drumpelbêêre, S. Adelung Heidelbeere 2.
 
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Drunten, adv. loci, im gemeinen Leben, für da unten, dort unten. Er ist nicht hier oben, er ist drunten, in dem untern Stocke. Der Midianiter Heer lag drunten, Richt. 7, 8. Die Hölle drunten erzittert, Es. 14, 9.
 
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Drunter, S. Adelung Darunter.
 
Artikelverweis Der
Drǖschling, des -es, plur. die -e, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, ein eßbarer Schwamm, der unter dem Französischen Nahmen Champignon im Hochdeutschen am bekanntesten ist; Agaricus campestris, L. Um Regensburg wird er Ögartling, in Böhmen Herrenschwamm, in Österreich und Steiermark die Kuckenmucken, von den Deutsch redenden Ungarn Angerling, an andern Orten aber Feldschwamm, Brachmännlein genannt.
 
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1. Die Druse, plur. die -n, in dem Mineralreiche, ein Stück Gestein, welches auf der Oberfläche in Gestalt kleiner Krystallen oder Blätter angeschossen ist. Eine Quarzdruse, wenn das Gestein aus Quarz bestehet. Eine Spathdruse, wenn es Spath ist. Eine Erzdruse, wenn es mit Erz vermenget ist.
   Anm. Das Böhmische Druzy hat gleiche Bedeutung. Es scheinet, daß das alte Dros, Drus, ein Haufe, im Schwed. Druse, Drosse, im Angels. Throsme, das Stammwort ist, und daß damit auf die Häufung der Krystalle und anderer Anschüsse auf der Oberfläche eines solchen Gesteines gezielet werde. S. 1 Drossel.
 
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2. Die Druse, plur. die -n, im Bergbaue, ein verwittertes und in Mulm verwandeltes Erz, welches daher löcherig ist. Im Böhmischen bedeutet drazowity löcherig. Im Nieders. ist drusen fallen, bey dem Ulphilas driusan, im Schwed. drossa, im Angels. dreosan, welches auch figürlich vergänglich bedeutet. Ob es aber an der Verwandschaft mit Druse Theil habe, weiß ich nicht. S. Adelung Drüse.
 
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3. Die Druse, plur. car. eine bekannte Krankheit der Pferde, bey welcher eine weiße, und oft gelbliche Materie aus der Nase und dem Munde fließet; Franz. la Gourme. Die gutartige Druse, bey welcher sich der Ausfluß aus der Nase nach dem neunten Tage verlieret. Von der Druse, mit der Druse befallen werden. Das Pferd wirft die Druse ab, wenn die Materie dicker wird, welches ein Kennzeichen des bevor stehenden Endes dieser Krankheit ist. Die falsche Druse, die bösartige Druse, bey welcher das Geblüt in ein größeres Verderben übergehet, und die sich gemeiniglich in den Rotz verwandelt. In den gröbern Sprecharten wird auch der Schnupfen bey dem Menschen zuweilen die Druse genannt.
   Anm. Es scheinet, daß dieses Wort von dem vorhin gedachten Zeitworte drusen, fallen, abstamme, weil das Wesen der Druse in dem Ausflusse der Feuchtigkeiten bestehet. Da aber die Druse bey den Pferden gemeiniglich mit Drüsen oder verhärteten Bäulen zwischen den Ganaschen verbunden ist, die Krankheit selbst auch von einigen die Drüse genannt wird, so kann es seyn, daß

[Bd. 1, Sp. 1564]


dieses Wort den nächsten Anspruch auf die Benennung dieser Krankheit hat.
 
Artikelverweis Die
Drüse, plur. die -n, 1) Ein weicher, lockerer und schwammiger Theil an den thierischen Körpern, durch welchen eine Absonderung einiger flüssigen Theile von dem Ganzen geschiehet; Lat. Glandulae, Glandeln. 2) Zuweilen auch, doch am häufigsten in einigen Oberdeutschen Gegenden, ein Geschwür. In dem 1501 zu Rom gedruckten Deutsch-Ital. Vocabulario wird l'apostema durch die truos erkläret. Wenn in jemands Fleisch an der Haut eine Drüse wird, und wieder heilet, 3 Mos 13, 18. Der Herr wird dich schlagen mit Drüsen Egypti, 5 Mos. 28, 27, welche 2 Mos. 9, 9, böse Blattern genannt werden.
   Ich kenn ihn fast vor Narb und Drüsen nicht,
   Gryph. von dem gegeißelten Jesu. 3) Die Drüse an den Pferden, S. 3 Druse.
   Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort Dröse, im Osnabrück. Drull, in einigen Oberdeutschen Gegenden Bries, (S. Adelung Bröschen,) in den Monseeischen Glossen Druosi. Drüse scheinet zu Dros, ein Haufe, eine Erhöhung, ein Hügel zu gehören. S. 1 Drossel und 1 Druse.
 
Artikelverweis Die
Drusen, singul. inus. in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, die Hefen; ingleichen der Überrest von den ausgekelterten Weintrauben, oder den ausgepreßten Oliven, in einigen Gegenden die Triester. Dieses Wort lautet im Holländ. Droessem, im Angels. Dros, Dresten, bey dem Notker Truosen, im Engl. Dregs, im Schwed. Draegg, im Isländ. Dreggiar, im Griech. τρυξ, im mittlern Latein. Drascus.
 
Artikelverweis Die
Drūsenáchse, plur. car. die Achse von gebrannten Weinhefen; oft auch nur die getrockneten Weinhefen, wenn sie gleich nicht gebrennet worden.

 

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