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Drudenstück bis 3. Die Druse (Bd. 1, Sp. 1562 bis 1563)
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Artikelverweis Das Drudenstück, des -es, plur. die -e, bey den Fleischern, ein gewisses Stück Fleisch an dem untern Buge eines Ochsen.
 
Artikelverweis Der
Druīde, des -n, plur. die -n, in dem ehemaligen heidnischen Europa, besonders in dem alten Gallien, eine Benennung der Priester. Da über diese Priester und ihre Benennung so viel geschrieben worden, so ist es unnöthig, solches hier zu wiederhohlen, zumahl da man von der Abstammung eines so alten Wortes nichts anders als Muthmaßungen beybringen kann. Die wahrscheinlichste ist immer noch die, welche dieses Wort von dem alten Drott, Druth, Herr, ableitet, welches mit der Ehrfurcht, welche

[Bd. 1, Sp. 1563]


die alten Deutschen und nordischen Einwohner für ihre Priester hatten, gar wohl überein kommt, zumahl da der gemeine Mann, besonders in katholischen Lädern, seine Geistlichen noch jetzt κατ' εξοχν Herren zu nennen pfleget. S. Adelung Ihre Gloss. v. Drott. Eine minder wahrscheinliche, aber doch sehr gemeine Meinung, leidet dieses Wort von dem alten Dru, Deru, im Wend. Drewo, Drewko, das Holz, ein Baum, und besonders ein Eichbaum, Griech. δρυς, ab, weil die Druiden ihren Gottesdienst nicht in Tempeln, sondern unter geheiligten Bäumen verrichteten.
 
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Drum, S. Adelung Darum.
 
Artikelverweis Der
Drumm, die Drümmer, S. in T.
 
Artikelverweis Die
Drumpelbêêre, S. Adelung Heidelbeere 2.
 
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Drunten, adv. loci, im gemeinen Leben, für da unten, dort unten. Er ist nicht hier oben, er ist drunten, in dem untern Stocke. Der Midianiter Heer lag drunten, Richt. 7, 8. Die Hölle drunten erzittert, Es. 14, 9.
 
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Drunter, S. Adelung Darunter.
 
Artikelverweis Der
Drǖschling, des -es, plur. die -e, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, ein eßbarer Schwamm, der unter dem Französischen Nahmen Champignon im Hochdeutschen am bekanntesten ist; Agaricus campestris, L. Um Regensburg wird er Ögartling, in Böhmen Herrenschwamm, in Österreich und Steiermark die Kuckenmucken, von den Deutsch redenden Ungarn Angerling, an andern Orten aber Feldschwamm, Brachmännlein genannt.
 
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1. Die Druse, plur. die -n, in dem Mineralreiche, ein Stück Gestein, welches auf der Oberfläche in Gestalt kleiner Krystallen oder Blätter angeschossen ist. Eine Quarzdruse, wenn das Gestein aus Quarz bestehet. Eine Spathdruse, wenn es Spath ist. Eine Erzdruse, wenn es mit Erz vermenget ist.
   Anm. Das Böhmische Druzy hat gleiche Bedeutung. Es scheinet, daß das alte Dros, Drus, ein Haufe, im Schwed. Druse, Drosse, im Angels. Throsme, das Stammwort ist, und daß damit auf die Häufung der Krystalle und anderer Anschüsse auf der Oberfläche eines solchen Gesteines gezielet werde. S. 1 Drossel.
 
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2. Die Druse, plur. die -n, im Bergbaue, ein verwittertes und in Mulm verwandeltes Erz, welches daher löcherig ist. Im Böhmischen bedeutet drazowity löcherig. Im Nieders. ist drusen fallen, bey dem Ulphilas driusan, im Schwed. drossa, im Angels. dreosan, welches auch figürlich vergänglich bedeutet. Ob es aber an der Verwandschaft mit Druse Theil habe, weiß ich nicht. S. Adelung Drüse.
 
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3. Die Druse, plur. car. eine bekannte Krankheit der Pferde, bey welcher eine weiße, und oft gelbliche Materie aus der Nase und dem Munde fließet; Franz. la Gourme. Die gutartige Druse, bey welcher sich der Ausfluß aus der Nase nach dem neunten Tage verlieret. Von der Druse, mit der Druse befallen werden. Das Pferd wirft die Druse ab, wenn die Materie dicker wird, welches ein Kennzeichen des bevor stehenden Endes dieser Krankheit ist. Die falsche Druse, die bösartige Druse, bey welcher das Geblüt in ein größeres Verderben übergehet, und die sich gemeiniglich in den Rotz verwandelt. In den gröbern Sprecharten wird auch der Schnupfen bey dem Menschen zuweilen die Druse genannt.
   Anm. Es scheinet, daß dieses Wort von dem vorhin gedachten Zeitworte drusen, fallen, abstamme, weil das Wesen der Druse in dem Ausflusse der Feuchtigkeiten bestehet. Da aber die Druse bey den Pferden gemeiniglich mit Drüsen oder verhärteten Bäulen zwischen den Ganaschen verbunden ist, die Krankheit selbst auch von einigen die Drüse genannt wird, so kann es seyn, daß

[Bd. 1, Sp. 1564]


dieses Wort den nächsten Anspruch auf die Benennung dieser Krankheit hat.

 

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