Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Drohne bis 3. Die Drossel (Bd. 1, Sp. 1557 bis 1558)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Drohne, plur. die -n, die Brutbiene, S. Adelung Thräne, obgleich Drohne der Abstammung nach richtiger ist.
 
Artikelverweis Das
Drohwort, des -es, plur. die -e, eine drohende Rede, eine Rede, welche eine Drohung enthält. Seine Drohworte schrecken mich nicht.
 
Artikelverweis 
Drollig, -er, -ste, adj. et adv. einen merklichen Grad Lachen erregend, possierlich. Das ist drollig. Ein drolliger Mensch. Ein drolliger Spaß. Ein drolliger Einfall. Das Drollige ist ungefähr die Grenze, wo sich das edle Komische von dem niedern Komischen scheidet.
   Anm. Dieses Wort stammet zunächst aus dem Niedersächsischen her, wo es drullig lautet, und woher auch die Holländer ihr drol, die Engländer ihr droll, und die Franzosen ihr drosle, drôle haben. Die Abstammung ist noch ungewiß, obgleich einige das Zeitwort trollen, im Nieders. trulen, trullen, rollen, wälzen, andere das alte Nordische trolla, zaubern, hexen, Troll, ein Gespenst, Dämon, Menage aber drauculus, das Diminut. von draucus, für das Stammwort ansehen; anderer Ableitungen zu geschweigen. In Oberschwaben und Baiern ist Droll, Trolle ein Schimpfwort eines faulen nichtswerthen Menschen, in der Schweiz bedeutet Tröler, einen bösen Buben, und Trülle ist bey dem Pictorius eine liederliche Weibsperson, prostibulum. Für drollig gebrauchen die Niedersachsen auch putzig, schnurrig und schnakisch.
 
Artikelverweis Das
Dromedār, des -es, plur. die -e, eine allgemeine Benennung aller geschwinden Kamehle, besonders der kleinern Art, welche nur Einen Höcker, aber einen sehr flüchtigen Gang hat; von dem Griech. δρομος. In der Deutschen Bibel werden diese flüchtigen Kamehle an einigen Orten Läufer genannt.
 
Artikelverweis 
Drommête, Drommêten, S. Adelung Trompete, Trompeten.
 
Artikelverweis Das
Drömt, des -es, plur. die -e, ein nur in Niedersachsen übliches Getreidemaß, welches zwölf Scheffel hält, und den Obersächsischen und Oberdeutschen Maltern gleicht. Zwey Drömt machen einen Wispel, acht Drömt aber eine Last. Frisch leitet es von dem Latein. Trimodius ab.
 
Artikelverweis 
Drönen, verb reg. neutr. welches mit dem Hülfsworte haben verbunden wird, aber gleichfalls nur im Niedersächsischen einheimisch ist, einen erschütternden Ton von sich geben. So drönen die Fenster bey dem Donner, ingleichen wenn ein schwerer Wagen vorbey fähret. Eine drönende, zitternde, Stimme. Es möchten einem die Ohren davon drönen, gällen.
   Unter mir drönet der Grund, und einsame Gräber erzittern
   Von dem belebenden Schalle begrüßt,
   Zachar. Im Niedersächsischen drönen, dreunen, im Holländ. dreunen, im Ital. tronare.
 
Artikelverweis 
Drȫschen, S. Adelung Dräuschen.
 
Artikelverweis 
1. Die Drossel, plur. die -n, in verschiedenen gemeinen Mundarten, 1) eigentlich der dicke Knorpel über der Gurgel so wohl bey Menschen, als auch bey einigen Thieren, welchen andere den Adamsapfel nennen; S. dieses Wort. 2) In weiterer Bedeutung, die Gurgel, die Luft- und Speiseröhre; S. Erdrosseln.
   Anm. In Schwaben kommt um das Jahr 1400 die Druzzel für die Kehle vor. Im Angels. ist Throta, Throte, Throtbolla, im Engl. Throat und Throttle gleichfalls die Gurgel oder Kehle. Andere Mundarten setzen noch den Zischlaut voran, daher im Holländ. die Kehle Strot, Storte, in einigen Oberdeutschen Gegenden die oder der Stroß, und im Ital. Strozza lautet. Man könnte aus dieser Ursache das Wort von Straße ableiten, weil doch die Luft- und Speiseröhre gleichsam die Straße

[Bd. 1, Sp. 1558]


der Speisen und der Luft ist. Allein da eigentlich der erhabene Knorpel diesen Nahmen führet, so ist glaublicher, daß das alte Droß, ein Haufe, Angels. Throsme, Schwed. Drofs, im mittlern Lateine Trossa, von welchem Drossel, so wie das Latein. Trossellus, das Frequentativum ist, zu diesem Worte Gelegenheit gegeben. S. Adelung Troß.
 
Artikelverweis 
2. Die Drossel, plur. die -n, bey einigen Zergliederern, z. B. dem Kulmus, eine Benennung des Schlüsselbeines, und im Plural der Schlüsselbeine, welche andere auch die Drosselbeine nennen; vermuthlich auch, wegen der hervor ragenden Erhöhung, welche sie von außen an dem Körper bilden.
 
Artikelverweis 
3. Die Drossel, plur. die -n, eine Art Sangvögel, welche im gemeinen Leben zu den Krammetsvögeln gerechnet werden, von verschiedener Farbe und Größe sind, eine erhabene Brust, und einen mittelmäßig starken Schnabel mit stumpfen Schneiden haben; Turdus, L.
   Anm. In den gemeinen Mundarten heißt dieser Vogel Drostel, Droschel, Trosthel, im Engl. Thrush, Throstle, im Angels. Throstle, Thrise, im Dän. und Norweg. Trost, im Schwed. Trast, im Franz. Tourette, im Wallis. Tresglen, im Bretagnischen Drasq, im Pohlnischen, Böhmischen und Russischen Drozd, Drosd, im Latein. Turdus. Um Osnabrück nennet man diesen Vogel auch Maßen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: