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Dreyzêhnstrahl bis Drillich (Bd. 1, Sp. 1552 bis 1553)
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Artikelverweis Der Dreyzêhnstrahl, des -es, plur. die -e, eine Art der aufgeritzten Seesterne mit dreyzehen Stacheln; Triscaedecactis. S. Adelung Seestern.
 
Artikelverweis Der
Dreyzêhnzopf, des -es, plur. die -zöpfe, eine andere Art Seesterne, und zwar derjenigen, welche mit vielen runden und ganzen Strahlen versehen sind. Sie hat den Nahmen von ihren dreyzehen haarförmigen Zöpfen oder Spitzen.
 
Artikelverweis 
Drīebrāchen, verb. reg. act. welches nur in der Landwirthschaft üblich ist, einen Brachacker zum dritten Mahle pflügen, so wie zwiebrachen, ihn zum zweyten Mahle pflügen bedeutet. Drie bedeutet im Niedersächsischen drey Mahl, und auch im Oberdeutschen ist drier für drey Mahl so ganz unbekannt nicht. S. Adelung Zwier. In einigen Gegenden ist dafür drittarten üblich. S. Ären und Art.
 
Artikelverweis *
Driesch, adj. et adv. ein eigentliches Niedersächsisches Wort, welches eigentlich ungepflügt, brach, bedeutet. Ein Feld driesch liegen lassen, brach. Daher drieschen, einen Brachacker zum ersten Mahle pflügen, brachen, welches auch wendeldrieschen genannt wird. Der Drieschhafer, welcher in ein neu gebrochenes und nur Ein Mahl gepflügtes Grasland gesäet wird.
 
Artikelverweis Der
Driesel, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen gemeinen Mundarten, besonders der Niedersächsischen, eine Scheibe, eine Rolle, dergleichen die Rolle in einem Kloben ist, ein Kreisel, der Wirbel im Meere, und figürlich auch der Schwindel. S. das folgende.
 
Artikelverweis 
Drieseln, verb. reg. act. drehen, im Kreise herum bewegen, in den vorhin gedachten gemeinen Mundarten. Aufdrieseln ist auch im Hochdeutschen so gar unbekannt nicht, einen Strick, gezwirnte Fäden u. s. f. aufdrehen, wofür die Oberdeutschen aufdrieseln, auftrosseln sagen.
   Anm. Unstreitig ist dieses Wort, so wie das folgende drillen nur eine besondere Form von drehen. Das Schwed. Trissa bedeutet gleichfalls eine bewegliche Scheibe, eine Rolle, ingleichen einen Kreisel. Tryß war im Niedersächsischen ehedem der Nahme einer Winde, und aufdriesen bedeutet in dieser Mundart noch jetzt vermittelst einer solchen beweglichen Scheibe in die Höhe winden.
 
Artikelverweis 
Drießen, S. Adelung Verdrießen.
 
Artikelverweis Das
Driet, des -es, plur. die -e, bey den Sammetmachern, eine eingeniethete Messerklinge an den Sammetstühlen, vermittelst welcher die Fäden der Kette aufgeschlitzet werden, und welche auch das Dregett, der Hobel, ingleichen das Schlitzeisen heißt.
 
Artikelverweis Der
Drillbohrer, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Stein- und Metallarbeitern, ein Bohrer, welcher vermittelst einer Schnur, die entweder an einem Bogen, oder an einem an der Spindel beweglichen Läufer befestiget ist, in eine schnelle kreisförmige Bewegung versetzet wird, Löcher damit in Steine, Metall, und andere harte Körper zu bohren. Einige machen einen Unterschied zwischen dem Drillbohrer, der vermittelst eines Bogens, und der Rennspindel, welche vermittelst des an der Spindel auf- und absteigenden Läufers beweget wird. Allein die meisten gebrauchen doch beyde Ausdrücke ohne allen Unterschied, obgleich die Benennung der Rennspindel auf den Bohrer, der durch einen Bogen umgedrehet wird, nicht passet. Andere nennen diese Art Bohrer den Kreiselbohrer, den Stoßtreil, den Geigenbohrer, die Bogendrille, den Scheibenbohrer, Zugbohrer, die Wundärzte aber den Trepan, nach dem Franz. Trepan. In

[Bd. 1, Sp. 1553]


den gemeinen Mundarten lautet dieses Wort bald Drellbohrer, bald Drollbohrer, bald nur Drell, oder Treil. S. das folgende.
 
Artikelverweis 
Drillen, verb. reg. act. 1. Eigentlich, im Kreise herum drehen. An einigen Orten hat man für gewisse leichte Verbrechen anstatt des Prangers besondere Drillhäuschen, welche auf einem Zapfen beweglich sind, worein man den Verbrecher sperret, da er denn von den Gassenknaben gedrillet, d. i. beständig im Kreise herum getrieben, wird. 2. Figürlich. 1) Bohren, bey verschiedenen Arbeitern. Ein Loch drillen, oder eindrillen, vermittelst des Drillbohrers einbohren. 2) Plagen, beschwerlich fallen, besonders in der Niedersächsischen Mundart. Jemanden drillen, ihn durch ungestümes Bitten u. s. f. plagen.
   Anm. Es ist das Frequentativum von drehen, für drehelen, zumahl da einige Mundarten wirklich drehlen, drielen sprechen; obgleich Frisch und andere es von treiben ableiten. Im Schwed. bedeutet drilla, im Dän. drille, im Angels. thirlian, im Holl. drillen, im Engl. drill, und im Ital. trivellare, drehen und bohren; Dyrl und Dyrel aber ist im Angels. ein Loch, und im Schwed. bedeutet trilla rollen, walzen. Das Nieders. drillen für plagen, kommt ein Mahl bey Hagedorn vor:
   Doch ich bin Herr, mich muß man so nicht trillen, wo es nach Oberdeutscher Art mit einem t geschrieben worden. Drillen, so fern es zur Strafe geschahe, heißt im mittlern Lateine corlare, im Ital. corlare, Französ. tourner. S. auch Dralle und Drilling.
 
Artikelverweis Der
Drillich, des -es, plur. inus. außer von mehrern Arten, die -e, eine Gattung leinenen Gewebes, welches mit dreyfachen Fäden gewebet wird, und Bild und Modell auf beyden Seiten, und zuweilen auch wohl gezogene Arbeit hat. Es wird auch Dreydraht, Dreyschlag, im Nieders. aber Drell und im Schwed. Drell genannt. Gemeiniglich leitet man dieses Wort aus dem Latein. Trilicium her, und will es daher auch Trillich geschrieben wissen. Allein thrilic, bey den Schwäbischen Dichtern drilich, bey dem Stryker drilhe, ist ein altes Deutsches Wort, welches dreyfach, ingleichen ein Gedrittes bedeutet. Si furten drilhe halsperge an, sie trugen dreyfache Halsberge, Stryker. Drie wird in einigen Mundarten auch für drey gebraucht. Ein Gewebe mit doppelten Fäden heißt Zwillich; wäre es nach dem Lateinischen gebildet worden, so müßte es Billich heißen. S. Lich.

 

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