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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dreyjährig bis Dreyruderig (Bd. 1, Sp. 1549 bis 1550)
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Artikelverweis  Dreyjährig, adj. et. adv. drey Jahre alt. Ein dreyjähriges Kind. Ein dreyjähriger Wein; im Oberdeutschen ein Dreyfirner.
 
Artikelverweis Der
Dreyklang, des -es, plur. die -klänge, in der Tonkunst, eine Zusammensetzung von drey verschiedenen Klängen, welche rein zusammen klingen; Trias harmonica.
 
Artikelverweis Der
Dreylaut, des -es, plur. die -e, in der Sprachkunst, ein zusammen gesetzter Laut, wo drey verschiedene Selbstlaute mit Einer Öffnung des Mundes ausgesprochen werden, und gleichsam in Einen Laut zusammen schmelzen; ein Triphthong. Diejenigen, welche ä, ö und ü für Doppellaute halten, geben äu, äi, äy für Dreylaute aus. Allein bey Ä ist schon gezeiget worden, daß ä, ö, ü einfache Selbstlaute sind; die vorgegebenen Dreylaute sind also auch nichts weiter als Doppellaute, und andere Dreylaute hat die Deutsche Sprache, wenigstens die Hochdeutsche Mundart, nicht.
 
Artikelverweis Der
Dreylauter, des -s, plur. ut nom. sing. das Zeichen eines Dreylautes. S. das vorige, ingleichen Laut und Lauter.
 
Artikelverweis Der
Dreyling, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben vieler Gegenden, 1) ein Ganzes, welches drey andere Ganze in sich begreift. So wird im Hollsteinischen diejenige Scheidemünze, welche drey Häller hält, und daher auch ein Dreyhäller heißt, oft ein Dreyling genannt. In einigen Niedersächsischen Gegenden ist der Dreyling so viel als ein Dreyer, d. i. eine Scheidemünze von drey Pfennigen. Ein kleines Brot für drey Pfennige heißt im gemeinen Leben oft auch nur ein Dreyling. Im Österreichischen ist der Dreyling ein Weinmaß, welches 30 Eimer, folglich etwas weniger als ein Fuder hält, welches aus 32 Eimern bestehet. In andern Oberdeutschen Gegenden ist es ein Maß von 30 Kannen, und ein Gefäß oder Geschirr, welches so viel fassen kann. Im Bergbaue ist der Dreyling ein Kasten zu Zwittern, in welchem man unter verschiedenen Umständen drey Mahl mehr wegführen kann, als in der Truhe. Wenn dieses Wort Es. 40, 12, von drey Fingern der Hand gebraucht wird, womit man etwas anfasset: Wer fasset den Himmel mit der Spannen, und begreifet die Erde mit einem Dreyling? so ist diese Bedeutung im Hochdeutschen ungewöhnlich. 2) Der dritte Theil eines Ganzen. So ist in Obersachsen der Dreyling ein Gemäße des Bieres, welches der dritte Theil eines Viertels ist, und 60 Kannen hält. Auch ein Gefäß, welches so viel faßt, wird so genannt. Zuweilen führet diesen Nahmen im gemeinen Leben auch ein Kind von dreyen, welche zugleich auf die Welt kommen,

[Bd. 1, Sp. 1550]


wie Zwilling, von zweyen. 3) Das Triebrad in den Mühlen, S. Drilling.
 
Artikelverweis 
Dreymähdig, adj. et adv. S. Adelung Dreyhauig.
 
Artikelverweis 
Dreymahl, richtiger getheilt, drey Mahl, ein Nebenwort, zu drey verschiedenen Mahlen. Drey Mahl des Jahres. Die neuern Dichter, welchen die Zahl Drey heilig ist, gebrauchen dieses Wort oft für mehrmahls. Dreymahl glückliches Eiland, Zachar.
   Er hatte schon den Gift drey Mahl nach ihn gespritzt,
   Doch von der Schauspielkunst ward sie drey Mahl beschützt,
   Rost. Anm. Die ältern Oberdeutschen gebrauchen dafür dreystund, trijostunt bey dem Tatian, die Niedersachsen drie, drewerf, drivolt. In der Orthographie ist gezeigt worden, daß zwey Mahl, drey Mahl, u. s. f. richtiger getheilt, als zusammen gezogen geschrieben werden; S. auch Mahl.
 
Artikelverweis 
Dreymahlig, adj. was zu drey Mahlen geschiehet. Ein dreymahliger Besuch.
 
Artikelverweis Die
Dreymark, plur. die -en, eine dreyeckige Mark, oder Grenzstein, drey Grundbesitzer, welche an Einem Orte zusammen stoßen, zugleich abzutheilen, wie Zweymark, Viermark.
 
Artikelverweis 
Dreypfündig, adj. et adv. drey Pfund wägend. Eine dreypfündige Kugel. Eine dreypfündige Kanone, welche eine Kugel von drey Pfund schießet, und am häufigsten ein Dreypfünder genannt wird.
 
Artikelverweis 
Dreyruderig, adj. et adv. mit drey Reihen von Ruderbänken versehen. Eine dreyruderige Galeere. In den Monseeischen Glossen driruodremo.

 

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