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Dreyfaltigkeit bis Dreyhêrr (Bd. 1, Sp. 1548 bis 1549)
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Artikelverweis Die Dreyfaltigkeit, plur. car. 1) Die Eigenschaft des höchsten Wesens, nach welcher dasselbe aus drey Personen bestehet. Die Dreyfaltigkeit Gottes. 2) Dieses höchste Wesen selbst. Die hochgelobte Dreyfaltigkeit. In beyden Bedeutungen ist es größten Theils veraltet, wenigstens sehr unbequem, den Begriff der christlichen Kirche von dem höchsten Wesen auszudrucken, welches schon Luther eingesehen, und daher das Wort verworfen hat. Indessen ist es nach dem Lat. triplex und Triplicitas gebildet, welches Prudentius, Rabanus, und andere Schriftsteller der mittlern Zeiten zuweilen von Gott gebraucht haben. So gebraucht schon Isidors Übersetzer das Beywort dhrifaldu; und in einer Urkunde von 1180 bey dem Schilter findet sich auch das Hauptwort Driualtickait, späterer Beyspiele zu geschweigen. Die ältern Schriftsteller hatten noch ein anderes Wort, die Gegenwart dreyer Personen in dem göttlichen Wesen auszudrucken, die Dreyheit, bey dem Isidor Drioheid, bey dem Notker Drisgheit, im Angels. Thrinihade, von Hade, Heit, Person, S. Heit. Da auch dieses die Einigkeit des Wesens nicht mit ausdruckte, so setzt Notker hinzu Drisgheit in Einigkeit. S. Dreyeinigkeit.
 
Artikelverweis Die
Dreyfaltigkeitsblume, plur. die -n, in einigen Gegenden, eine Art Violen, welche wild wächset, einen dreyseitigen Stamm, und dreyfarbige Blumen hat; Viola tricolor, L. Im gem Leb. wird sie auch Jesus-Blümlein, Stiefmütterlein, Hungerkraut, von dem Tabernemont. aber Viola Trinitatis genannt.
 
Artikelverweis Das
Dreyfaltigkeitsglöcklein, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Oberdeutschen Gegenden, ein Nahme der Sumpfviole, Viola palustris, L.
 
Artikelverweis Der
Dreyfirner, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Firn und Dreyjährig.
 
Artikelverweis Der
Drēyfūß, des -es, plur. die -füße, überhaupt ein jeder Körper, welcher mit drey Füßen versehen ist. Besonders, ein Küchengeräth, welches aus einem breit geschlagenen eisernen Ringe, oder Dreyecke, mit drey Füßen bestehet, Kessel und Töpfe darauf zu setzen. In der Mythologie ist der goldene Dreyfuß Apolls zu Delphos bekannt, welches ein dreyfüßiger kostbarer Stuhl war. Dreyfüßig, adj. et adv. mit drey Füßen versehen.
   Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort Drefoot, und zusammen gezogen Dreft, Drefk, auch in den gemeinen Oberdeutschen Mundarten Trefft, Trebs, im Angels. Driefet, im Engl. Trevit, Tripod, im Schwed. Trepot, Latein. Tripus. Der Dreyfuß in den Küchen heißt im Osnabrückischen und Hannöverischen auch Stridde, Striddick. Ein Stuhl mit drey Füßen wird in Niedersachsen Dreben genannt, womit das τριβν der Griechen überein kommt.
 
Artikelverweis Die
Dreygêrte, plur. die -n, in Thüringen, ein Acker, welcher drey Gerten oder Ruthen breit ist, er mag übrigens so lang seyn als er will. S. Adelung Gerte.
 
Artikelverweis 
Dreyhaarig, S. Adelung Durchtrieben.
 
Artikelverweis Der
Dreyhäller, des -s, plur. ut nom. sing. an einigen Orten, z. B. in Hollstein, eine Scheidemünze, welche drey Häller gilt; ein Dreyling, in Schlesien ein Dreyer.
 
Artikelverweis 
Dreyhauig, adj. et adv. in der Landwirthschaft, was drey Mahl gehauen werden kann. Dreyhauige Wiesen, welche wegen ihrer

[Bd. 1, Sp. 1549]


Fruchtbarkeit drey Mahl gemähet werden können; an andern Orten dreymähdig, verderbt dreymättig.
 
Artikelverweis Die
Dreyheit, plur. die -en, ein seltenes Wort, nach der Analogie von Einheit. 1) Der Zustand, da ein Ganzes aus drey Theilen bestehet; ohne Plural. 2) Ein aus drey Theilen bestehendes Ganzes; Lat. Trias.
 
Artikelverweis Der
Dreyhêrr, des -en, plur. die -en, ein Mitglied eines Collegii von drey Personen; in den gemeinen Mundarten ein Dreyerherr. Das Triumvir der Römer haben einige Neuere durch Dreyherr zu übersetzen gesucht.

 

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