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Dreyeinig bis Dreyfirner (Bd. 1, Sp. 1547 bis 1548)
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Artikelverweis  Dreyeinig, adj. et adv. welches nur von dem höchsten Wesen gebraucht wird, dessen drey Personen nur ein einziges Wesen ausmachen. Der dreyeinige Gott. S. Adelung Dreyfaltig. Schon Ottfried gebraucht in dieser Bedeutung das Beywort driunlihho.
 
Artikelverweis Die
Dreyeinigkeit, plur. car. 1) Die Eigenschaft des höchsten Wesens, nach welcher dasselbe aus drey Personen in einem einigen Wesen bestehet. Die Dreyeinigkeit Gottes. 2) Dieses höchste Wesen selbst. Die hochgelobte Dreyeinigkeit. Daher der Dreyeinigkeitsring, ein aus drey künstlich in einander geschlungenen Ringen bestehender Ring, welcher von einigen als eine Erläuterung der Dreyeinigkeit gebraucht wird.
   Anm. Die Deutsche Kirche hat dieses Wort sehr frühe eingeführet, das Latein. Trinitas auszudrucken. Bey dem Kero lautet es Drinissu, bei Isidors Übersetzer Dhrinissu, bey dem Notker Trinnisso, im Angelsächsischen um das Jahr 970 Drinesse, von dri und Einissa, die Einheit, wie Dietrich von Stade will; wenn es nicht vielmehr die bloße Ableitungssylbe niß ist, S. Adelung Niß. Alsdann würde es so wie dreyfaltig und Dreyfaltigkeit, weiter nichts als die Anwesenheit dreyer Personen bedeuten, ohne die Einigkeit des Wesens auszudrucken. S. Dreyfaltigkeit.
 
Artikelverweis Der
Dreyer, des -s, plur. ut nom. sing. eine Zahl von dreyen, drey Einheiten als ein Ganzes betrachtet. Besonders wird dieses Wort in Obersachsen von einer Art Scheidemünze gebraucht, welche drey Pfennige gilt, und oft auch gebraucht wird, eine Kleinigkeit überhaupt auszudrucken. Er hat keinen Dreyer im Vermögen. Ich lasse mir keinen Dreyer abziehen, nicht das geringste. Ich wende nicht einen Dreyer daran. In Niedersachsen heißt ein Dreyer ein Sößling oder Sechsling, weil er sechs Häller hält. In Schlesien hat ein Dreyer nur drey Häller oder zwey Denare; S. Adelung Dreyhäller. In einigen Orten, z. B. zu Frankfurt, sind die Dreyer ein bürgerliches Collegium, welches aus drey Personen bestehet, und die Aufsicht über das Verfahren bey den Wahlen der übrigen Rathsglieder hat.
 
Artikelverweis Der
Dreyerhêrr, des -en, plur. die -en, ein Mitglied eines Collegii von drey Personen. Besonders führen diesen Nahmen zu Basel die Rentmeister, welche die gemeinen Stadtgelder in ihrer Verwahrung haben, und in andern Oberdeutschen Orten Seckelmeister heißen. S. das vorige und Dreyherr.
 
Artikelverweis 
Dreyerley, adj. indeclin. et adverb. von acht verschiedenen Arten und Beschaffenheiten. Ich habe es ihm auf dreyerley Art gezeiget. Zuweilen auch, obgleich eben nicht auf die beste Art, für drey verschiedene Individua. Dreyerley bring ich zu dir, erwähle dir der eines, 2 Sam. 24, 12. Durch dreyerley wird ein Land unruhig, Sprichw. 30, 21. Dreyerley haben einen feinen Gang, V. 29, d. i. drey Dinge.
 
Artikelverweis 
Drēyfách, adj. et adv. ein vermehrendes Zahlwort, drey Mahl genommen. Lege das Tuch dreyfach. Du sollst dreyfach, d. i. drey Mahl so hart, gestrafet werden. Ein dreyfaches Tuch. Allein bloß für drey Mahl, das Schwert wird dreyfach kommen, Ezech. 21, 14, ist es im Hochdeutschen ungewöhnlich. S. Adelung Fach und Drillich.
 
Artikelverweis 
Dreyfaltig, adj. et adv. ein vermehrendes Zahlwort, wie das vorige. Eine dreyfaltige Schnur, Pred. Sal. 4, 12, welche drey Mahl genommen ist. Im Angels. dreofealt, im Engl. threefold, Schwed. trefaldig. Das Nieders. drivalt kommt, wenigstens in den vorigen Jahrhunderten, auch für drey Mahl vor. S. Adelung Falte. Man hat dieses Wort in der Deutschen Kirche schon seit vielen Jahrhunderten von dem göttlichen Wesen gebraucht,

[Bd. 1, Sp. 1548]


die Gegenwart dreyer Personen in demselben auszudrucken, und noch jetzt wird es von einigen in diesem Verstande gebraucht. Der dreyfaltige Gott. Allein, da das Wort dreyeinig allerdings für diesen Begriff bequemer ist, indem es zugleich die Einigkeit des Wesens dieser drey Personen ausdruckt, welches dreyfaltig und Dreyfaltigkeit nicht bezeichnet, faltig hier auch ein grobes körperliches Bild erwecket, so hat man es billig veralten lassen.
 
Artikelverweis Die
Dreyfaltigkeit, plur. car. 1) Die Eigenschaft des höchsten Wesens, nach welcher dasselbe aus drey Personen bestehet. Die Dreyfaltigkeit Gottes. 2) Dieses höchste Wesen selbst. Die hochgelobte Dreyfaltigkeit. In beyden Bedeutungen ist es größten Theils veraltet, wenigstens sehr unbequem, den Begriff der christlichen Kirche von dem höchsten Wesen auszudrucken, welches schon Luther eingesehen, und daher das Wort verworfen hat. Indessen ist es nach dem Lat. triplex und Triplicitas gebildet, welches Prudentius, Rabanus, und andere Schriftsteller der mittlern Zeiten zuweilen von Gott gebraucht haben. So gebraucht schon Isidors Übersetzer das Beywort dhrifaldu; und in einer Urkunde von 1180 bey dem Schilter findet sich auch das Hauptwort Driualtickait, späterer Beyspiele zu geschweigen. Die ältern Schriftsteller hatten noch ein anderes Wort, die Gegenwart dreyer Personen in dem göttlichen Wesen auszudrucken, die Dreyheit, bey dem Isidor Drioheid, bey dem Notker Drisgheit, im Angels. Thrinihade, von Hade, Heit, Person, S. Heit. Da auch dieses die Einigkeit des Wesens nicht mit ausdruckte, so setzt Notker hinzu Drisgheit in Einigkeit. S. Dreyeinigkeit.
 
Artikelverweis Die
Dreyfaltigkeitsblume, plur. die -n, in einigen Gegenden, eine Art Violen, welche wild wächset, einen dreyseitigen Stamm, und dreyfarbige Blumen hat; Viola tricolor, L. Im gem Leb. wird sie auch Jesus-Blümlein, Stiefmütterlein, Hungerkraut, von dem Tabernemont. aber Viola Trinitatis genannt.
 
Artikelverweis Das
Dreyfaltigkeitsglöcklein, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Oberdeutschen Gegenden, ein Nahme der Sumpfviole, Viola palustris, L.
 
Artikelverweis Der
Dreyfirner, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Firn und Dreyjährig.

 

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