Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Drêll bis Drếschknoten (Bd. 1, Sp. 1542 bis 1544)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis * Drêll, -er, -este, adj. et adv. welches nur im Niedersächsischen üblich ist, munter, lebhaft. Ein Frauenzimmer mit ein

[Bd. 1, Sp. 1543]


Paar kleinen dreisten Augen, Danz. Briefe. Eine drelle Dirne, ein derbes munteres Mädchen. S. Adelung Drall.
 
Artikelverweis Der
Drêll, des -es, plur. inus. S. Adelung Drillich und Dreydraht.
 
Artikelverweis Der
Drêllbohrer, S. Adelung Drillbohrer.
 
Artikelverweis 
Drếschen, verb. irreg. act. ich drésche, du dríschest, er dríschet, oder dríscht; Imperf. ich drósch, an einigen Orten, ich drāsch; Mittelw. gedróschen; Imperat. drísch; die Körner der Feldfrüchte vermittelst des Flegels aus den Ähren schlagen. Korn, Weitzen, Erbsen dreschen. Leeres Stroh dreschen, figürlich, vergebliche Arbeit thun. Ingleichen, für schlagen überhaupt, doch nur in den niedrigen Sprecharten; ingleichen für plaudern, S. Adelung Dräuschen.
   Anm. Dieses Zeitwort lautet schon bey dem Ulphilas thraskan, und Gathrask ist bey eben demselben eine Dreschtenne. Bey dem Notker heißt es drasecan, im Nieders. drosken, im Angels. threscan, im Engl. thresh, im Schwed. tröska, im Dalmat. trassti, im Böhm. trasti, im Pohln. trzasc, im Wend. drashem. Ihre und andere sehen dieses Wort als das Frequentativum von treten an, weil die älteste Art des Dreschens im Austreten der Körner bestand, daher dieses Austreten im Deutschen und in andern Sprachen gleichfalls dreschen genannt wurde; z. B. du sollst dem Ochsen der da drischet u. s. f. Allein dreschen scheinet doch zunächst eine Nachahmung des damit verbundenen Schalles zu seyn, und überhaupt schlagen zu bedeuten, so wie dräuschen der Ausdruck eines andern ähnlichen Schalles ist. Treten selbst ist nichts anders als eine Onomatopöie, und eine Art des Schlagens, S. Adelung Treten. Einige Mundarten verschlucken das r, wie die Bremer, Hannoveraner und Westphalen in ihrem dasken, dosken und döschen, welches denn mit dem veralteten Dos, ein Getöse, und dem Hebr. 05d305d605e9, dreschen, überein kommt. Andere versetzen das r, wie das Angels. derskan, dearscan, Dän. torske, Holländ. dorschen, und Wend. dyrciz, und diese haben das Hebr. 05d3#05e9, treten, auf ihrer Seite. Im Oberdeutschen gehet dieses Zeitwort, wenigstens in einigen Gegenden, auch regulär.
   Da oft ein Arm gedrescht,
   Hall. Selbst in der Deutschen Bibel lautet der Imperativ einige Mahl dresche, für drisch.
 
Artikelverweis Der
Drếscher, des -s, plur. ut nom. sing. der die Kornfrüchte durch Dreschen aus dem Getreide bringt; Nieders. Drosker, Döscher, Angels. Daerskere.
 
Artikelverweis Das
Drếscherhaus, des -es, plur. die -häuser, das Wohnhaus eines Dreschers. Zuweilen in engerer Bedeutung, ein Haus, dessen Besitzer dem Grundherren um einen geringern Lohn zu dreschen verbunden ist.
 
Artikelverweis Die
Drếscherhêbe, plur. die -n, S. das folgende.
 
Artikelverweis Der
Drếscherlohn, des -es, plur. car. was den Dreschern für ihre Arbeit gegeben wird. Bekommen sie statt dieses Lohnes einen gewissen Theil der ausgedroschenen Früchte, so wird selbiger an einigen Orten, z. B. der Laufitz, auch die Drescherhebe genannt. S. Adelung Hebe.
 
Artikelverweis * Der
Drếscherstaub, des -es, plur. car. der Staub von dem ausgedroschenen Getreide, die Spreu; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches nur 2 Kön. 13, 7, vorkommt.
 
Artikelverweis Der
Drếschflêgel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Flegel, die Körner aus den Ähren und Hülsen damit zu schlagen, welcher auch nur schlechthin der Flegel, um Bremen der Flogger, im Oberdeutschen der Drischel, in den Monseeischen Glossen Drischilun, ingleichen der Ackerbolz genannt wird.

[Bd. 1, Sp. 1544]



 
Artikelverweis Der
Drếschknoten, des -s, plur. ut nom. sing. in Thüringen und Obersachsen, die Knoten oder Samenköpfe des männlichen Flachses, weil sie ausgedroschen werden; zum Unterschiede von den Klenge- oder Klingeknoten, den Samenköpfen des weiblichen Flachses, welche nicht gedroschen, sondern so lange an die Sonne gelegt werden, bis sie mit einer Art von Klingen von selbst aufspringen. Jene werden im gemeinen Leben auch Drasch und Draschknoten genannt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: