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Drêher bis Drêhstuhl (Bd. 1, Sp. 1541 bis 1542)
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Artikelverweis Der Drêher, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Derjenige, der einen andern Körper herum drehet, Fämin. die Dreherinn, plur. die -en. Besonders werden die Drechsler im gemeinen Leben Dreher genannt, doch am häufigsten in den Zusammensetzungen Bernsteindreher, Horndreher, Beindreher, Kunstdreher u. s. f. 2) Im gemeinen Leben werden verschiedene Werkzeuge oder deren Theile, welche sich umdrehen, oder zur Umdrehung anderer Theile dienen, Dreher genannt. An den Thorwegen auf dem Lande ist es das gerade stehende Stück Holz, vermittelst dessen sich der Thorweg umdrehet, und welches unten in eine Pfanne oben aber in eine Angel gehet, und auch der Laufer genannt wird. An den Weberbäumen ist es das Kreuz, welches auch der Drehling, Drieling oder Drilling heißt. In der Anatomie werden die zwey Fortsätze des obern Theiles des Schenkelbeines, welche die Spannadern der Schenkelmäuslein aufnehmen, und im Latein. Trochanter maior und minor heißen, im Deutschen auch Dreher oder Wender genannt. 3) Ein drehendes oder schwindeliges Schaf, S. Adelung Drehen.
 
Artikelverweis Der
Drêhhals, S. Adelung Wendehals.
 
Artikelverweis Das
Drêhkraut, des -es, plur. inus. bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, eine Pflanze, Tordylium, L. Die meisten Unterarten dieses Geschlechtes werden nur in Asien und dem wärmern Europa angetroffen.
 
Artikelverweis Das
Drêhkreuz, des -es, plur. die -e, Drehbaum.
 
Artikelverweis Die
Drêhlade, plur. die -n, die Drehbank der Zinngießer, wo das zu drehende Zinn vermittelst eines Drehrades umgedrehet wird.
 
Artikelverweis Der
Drêhling, des -es, plur. die -e. 1) Im gemeinen Leben, verschiedene Werkzeuge und deren Theile, andere Theile dadurch in Bewegung zu setzen. So wird der Arm an einem Spulrade, an einem Schleifsteine u. s. f. vermittelst dessen diese Werkzeuge umgedrehet werden, ein Drehling, oder Dreher genannt, da er sonst auch der Triebel, von treiben, und die Kurbel, so fern er gekrümmet ist, heißt. S. Drilling. 2) Ein mit dem Schwindel behaftetes Schaf; S. Drehen.
 
Artikelverweis Das
Drêhrad, des -es, plur. die -räder, ein Rad, andere Körper vermittelst einer um dasselbe befestigten Schnur herum zu drehen, dergleichen das Drehrad an der Drehlade der Zinngießer u. s. f. ist. Ingleichen, ein Rad, viele Fäden zu einem einzigen zusammen zu drehen, dergleichen die Knopfmacher haben. An einigen Orten führet diesen Nahmen auch der Kreisel der Kinder.

[Bd. 1, Sp. 1542]



 
Artikelverweis Die
Drêhscheibe, plur. die -n, bey den Steinschleifern, eine hölzerne Scheibe mit einer Schnur, vermittelst welcher die Schleifscheibe umgedrehet wird. Bey den Töpfern ist es ein zusammen gesetztes Werkzeug, alle ihre irdenen Gefäße auf demselben rund zu drehen. Es bestehet aus zwey hölzernen Scheiben auf einer eisernen Spindel, von welchen die untere mit den Füßen umgedrehet, auf der obern aber geformt wird. Bey den Drahtziehern ist es eine hölzerne Scheibe auf einer eisernen Spindel, um welche sich der Draht im Ziehen legen muß. Bey den Knopfmachern führet diesen Nahmen die Scheibe an dem Drehrade, welche die Schnur leitet.
 
Artikelverweis Der
Drêhstahl, des -es, plur. die -stähle, bey den Kunst- und Metalldrechslern, Dreheisen mit einer herab gehenden rantigen Spitze, harte Körper, als Horn, Elfenbein, Metall damit abzudrehen.
 
Artikelverweis Der
Drêhstift, des -es, plur. die -e, bey den Uhrmachern, eine eiserne Spindel, auf welche die Uhrräder, welche sie abdrehen wollen, gestecket werden.
 
Artikelverweis Der
Drêhstuhl, des -es, plur. die -stühle. 1) Ein Stuhl, dessen Sitz auf einer runden Scheibe beweglich ist, damit sich der Sitzende mit demselben herum drehen könne. 2) Verschiedene Arbeiter, z. B. die Uhrmacher, nennen ihre Dreh- oder Drechselbank einen Drehstuhl.

 

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