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Drath bis Drêck (Bd. 1, Sp. 1538 bis 1539)
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Artikelverweis Der Drath, S. Adelung Draht.
 
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Dräuen, S. Adelung Drohen.
 
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Drauf, S. Adelung Darauf.
 
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Draus, S. Daraus.
 
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Dräuschen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur im gemeinen Leben üblich ist, wo es besonders von dem Schalle gebraucht wird, den ein starker Regen verursacht, welcher Schall durch dieses Wort nur nachgeahmet wird. Es regnet, daß es dräuscht. Die niedrigen Mundarten gebrauchen dieses Wort auch von dem durch Plaudern gemachten unangenehmen Geräusche, und da lautet es zuweilen auch trāschen, drāschen, drȫschen, dréschen. Der Drāsch, das Gedrāsch, bedeutet daher an einigen Orten so viel als das Plaudern, ein Geschwätz. Die letzte Hälfte in dem Worte Zungendrescher gehöret gleichfalls hierher. S. Adelung Dreschen, Geräusch und Rauschen, welche ähnliche Nachahmungen des Schalles sind.
 
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Draußen, ein Nebenwort des Ortes, welches aus dar außen zusammen gezogen ist, und den Ort außerhalb des Ortes, wo wir uns befinden, besonders außerhalb des Hauses, andeutet. Er ist nicht in dem Hause, er ist draußen, außerhalb des Hauses. Sagte ers seinen beyden draußen, 1 Mos. 9, 22, die sich draußen außerhalb des Gezeltes befanden, nach einer ziemlich harten Figur. In der Deutschen Bibel wird dieses Wort oft figürlich, für in der Fremde, außerhalb unserer bürgerlichen oder kirchlichen Gemeinschaft, gebraucht, welche Figur aber im Hochdeutschen nicht üblich ist. Deiner Mutter Tochter, daheim oder draußen geboren, 3 Mos. 18, 9. Denn was gehen mich die draußen an? 1 Cor. 5, 12. Wandelt weislich gegen die, die draußen sind, Col. 4, 5.
   Anm. Bey dem Ottfried lautet dieses Nebenwort tharuze, und einige Jahrhunderte nach ihm da ußen. Man hat dieses Wort getadelt, so wie droben, drunten u. s. f. Allein in dem täglichen Umgange ist es doch unentbehrlich. Die vollständige Form daraußen ist im Hochdeutschen nicht üblich. S. auch Haußen.
 
Artikelverweis Die
Drêchselbank, plur. die -bänke, der Arbeitstisch eines Drechslers; die Drehbank, im Nieders. Dreistell, Drehstelle.
 
Artikelverweis Die
Drêchselmühle, plur. die -n, ein Mühlwerk, dessen sich die Rothschmiddrechsler bedienen, starke Stücke aus Messing zu drechseln; daher sie selbst auch zuweilen Drechselmüller genannt werden.
 
Artikelverweis 
Drêchseln, verb. reg. act. allerley Körpern vermittelst des Umdrehens eine künstliche runde Gestalt geben; im gemeinen Leben auch drehen. In Holz, Bernstein, Elfenbein u. s. f. drechseln. Becher, Teller u. s. f. drechseln, auf solche Art hervor bringen.
   Anm. Drechseln, im Nieders. dresseln, ist das Frequentativum von drehen, aber doch nur in dieser eingeschränkten Bedeutung üblich. Schon bey dem Willeram kommt Drahsel von einem Drechsler vor. S. Adelung Drehen. Das ch wird in diesem

[Bd. 1, Sp. 1539]


Worte und in allen seinen Ableitungen und Zusammensetzungen wie ein k ausgesprochen.
 
Artikelverweis Der
Drêchseler, zusammen gezogen Drêchsler, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein Handwerker oder Künstler, welcher vermittelst des Umdrehens allerley künstliche Arbeit zu verfertigen weiß. Gemeiniglich verstehet man unter dem einfachen Worte Drechsler einen solchen Handwerker, der in und aus Holz drechselt, zum Unterschiede von den Bein- oder Horndrechslern, Bernsteindrechslern, Messingdrehern u. s. f. Daher das Drechslerhandwerk, die Drechslerarbeit u. s. f. 2) Figürlich werden auch die Rebensticher im gemeinen Leben zuweilen Drechsler, und nach einer verderbten Aussprache Dreschlein, genannt, weil sie die Blätter, in welche sie ihre Eyer legen, sehr schön rund zusammen zu rollen wissen.
   Anm. Statt dieses Wortes, welches im Nieders. Dreßler lautet, ist in den gemeinen Mundarten auch Dreher, Nieders. Dreier, Dän. Dreyer üblich. Ehedem hießen die Drechsler von ihrer vornehmsten Arbeit nur Becherer.
 
Artikelverweis Der
Drêck, des -es, plur. inus. 1) Eigentlich, in den gröbern Mundarten und im gemeinen Leben, der Koth, er bestehe nun in Excrementen oder in andern Unreinigkeiten. 2) Figürlich, doch auch nur in den niedrigen Sprecharten, aus Verachtung, eine schlechte nichts werthe Sache, da man denn auch wohl im Plural die Drecke oder Drecker von mehrern nichtswürdigen Dingen höret.
   Anm. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort Treck, im Nieders. Dreck, im Dän. Dräk, im Schwed. Traeck, im Isländ. Threck. Die Abstammung ist noch ungewiß; denn die Ableitungen von stercus, oder von dem Nieders. trecken, ziehen, scheinen wenig Beyfall zu verdienen. Im Englischen sind Dregs die Hefen, im Deutschen Triester, Trester, Angels. Dresten. S. Adelung Drusen. Die Niedersachsen nennen den Koth auch Driete, Strunt und Tünt. Das erste kommt mit dem Engl. Dirt, dem Schottischen Drit, dem Isländ. und Angels. Drit, Koth, Dreck, überein. Dreckkalt bedeutet in den niedrigen Mundarten eine Kälte, bey welcher es nicht frieret, wofür die Preußen mottkalt sagen, von Mott, Gassenkoth. Haar und Hor ist gleichfalls ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, den Koth anzudeuten. S. Hornung.

 

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