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Drangsal bis Drêchselmühle (Bd. 1, Sp. 1537 bis 1538)
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Artikelverweis Das Drangsal, des -es, plur. die -e, Bedrückung, Bedrängung, in der figürlichen Bedeutung. Er hat mir viele Drangsale angethan. Ingleichen die dadurch verursachte schmerzhafte Empfindung. Es war ein großes Drangsal für mich, meine Freunde sterben zu sehen.

[Bd. 1, Sp. 1538]



   Anm. In beyden Bedeutungen fängt dieses Wort an zu veralten; am meisten aber in der letzten. Im Oberdeutschen ist es weiblichen Geschlechtes. S. Adelung Sal. Im Schwedischen lautet es Trångsel, aber die Niedersachsen sagen dafür Drenginge. In den mittlern Zeiten sagte man im Oberdeutschen auch Pharantsal, Prangsal, Frantsal, so wie man für drängen auch phrengen, gleichsam verengen, gebrauchte. Im gemeinen Leben einiger Gegenden gebraucht man es noch für Gedränge. Es ist des Mahlens halber so viel Drangsal, daß die Mahlgäste nicht gefördert werden können.
 
Artikelverweis Das
Drängwasser, des -s, plur. inus. S. Adelung Grundwasser.
 
Artikelverweis Die
Dräsekammer, S. Adelung Tresekammer.
 
Artikelverweis Der
Drath, S. Adelung Draht.
 
Artikelverweis 
Dräuen, S. Adelung Drohen.
 
Artikelverweis 
Drauf, S. Adelung Darauf.
 
Artikelverweis 
Draus, S. Daraus.
 
Artikelverweis 
Dräuschen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur im gemeinen Leben üblich ist, wo es besonders von dem Schalle gebraucht wird, den ein starker Regen verursacht, welcher Schall durch dieses Wort nur nachgeahmet wird. Es regnet, daß es dräuscht. Die niedrigen Mundarten gebrauchen dieses Wort auch von dem durch Plaudern gemachten unangenehmen Geräusche, und da lautet es zuweilen auch trāschen, drāschen, drȫschen, dréschen. Der Drāsch, das Gedrāsch, bedeutet daher an einigen Orten so viel als das Plaudern, ein Geschwätz. Die letzte Hälfte in dem Worte Zungendrescher gehöret gleichfalls hierher. S. Adelung Dreschen, Geräusch und Rauschen, welche ähnliche Nachahmungen des Schalles sind.
 
Artikelverweis 
Draußen, ein Nebenwort des Ortes, welches aus dar außen zusammen gezogen ist, und den Ort außerhalb des Ortes, wo wir uns befinden, besonders außerhalb des Hauses, andeutet. Er ist nicht in dem Hause, er ist draußen, außerhalb des Hauses. Sagte ers seinen beyden draußen, 1 Mos. 9, 22, die sich draußen außerhalb des Gezeltes befanden, nach einer ziemlich harten Figur. In der Deutschen Bibel wird dieses Wort oft figürlich, für in der Fremde, außerhalb unserer bürgerlichen oder kirchlichen Gemeinschaft, gebraucht, welche Figur aber im Hochdeutschen nicht üblich ist. Deiner Mutter Tochter, daheim oder draußen geboren, 3 Mos. 18, 9. Denn was gehen mich die draußen an? 1 Cor. 5, 12. Wandelt weislich gegen die, die draußen sind, Col. 4, 5.
   Anm. Bey dem Ottfried lautet dieses Nebenwort tharuze, und einige Jahrhunderte nach ihm da ußen. Man hat dieses Wort getadelt, so wie droben, drunten u. s. f. Allein in dem täglichen Umgange ist es doch unentbehrlich. Die vollständige Form daraußen ist im Hochdeutschen nicht üblich. S. auch Haußen.
 
Artikelverweis Die
Drêchselbank, plur. die -bänke, der Arbeitstisch eines Drechslers; die Drehbank, im Nieders. Dreistell, Drehstelle.
 
Artikelverweis Die
Drêchselmühle, plur. die -n, ein Mühlwerk, dessen sich die Rothschmiddrechsler bedienen, starke Stücke aus Messing zu drechseln; daher sie selbst auch zuweilen Drechselmüller genannt werden.

 

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