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Drahtzange bis Dräsekammer (Bd. 1, Sp. 1536 bis 1538)
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Artikelverweis Die Drahtzange, plur. die -n, eine kleine spitzige und vorn runde Zange, den Draht damit zu biegen und ihm allerley Gestalten zu geben.
 
Artikelverweis Das
Drahtziehen, des -s, plur. car. diejenige Arbeit, da das Metall zu Draht gezogen wird, welches von besondern unzünftigen Handwerksleuten geschiehet, welche Drahtzieher heißen. Sie unterscheiden sich in die Grobdrahtzieher, welche den Draht, so wie er aus den Drahtmühlen kommt, bis zu der Dicke eines Pfeifenstieles bearbeiten, und in die Kleindrahtzieher, die ihm alle folgende Grade der Feinheit und Schwäche ertheilen.
 
Artikelverweis Der
Drahtzug, des -es, plur. die -züge, diejenige Anstalt, wo das Metall zu Draht gezogen wird.
 
Artikelverweis Der
Drall, des -es, plur. die -e, oder die Dralle, plur. die -n, bey den Büchsenmachern, die krummen oder geraden Reifen oder Vertiefungen in einer Büchse, welche, wenn sie krumm oder gewunden sind, einer Schnecken- oder Schraubenlinie gleichen. Da diese Züge auch giralle Linien genannt werden, so scheinet es, daß das erstere Wort aus dem letztern entstanden, und da würde es zu dem Latein. Gyrus, ein Kreis, gehören, von welchem auch die Ital. Giro, ein Kreis, girare, im Kreise herum drehen, Girello, ein kleiner Kreis, und girellare, herum drehen, abstammen. Daß aber dieses Wort den alten Deutschen auch nicht ganz unbekannt gewesen, erhellet aus dem noch in Dithmarsen üblichen krellen, drehen, und verkrellen, verdrehen, und dem Hochdeutschen drillen, S. dieses Wort. Im Niedersächsischen ist drall hart und fest zusammen gedrehet, und figürlich hurtig, munter; daher alle Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, daß auch dieses Wort von drehen herkommt. S. auch Drell.

[Bd. 1, Sp. 1537]



 
Artikelverweis 
Dram, S. Adelung Tram.
 
Artikelverweis 
Dran, S. Adelung Daran, Anm. 3.
 
Artikelverweis Der
Drang, des -es, plur. car. 1) * Von dem Verbo drängen, der Zustand, da man gedränget wird, für Gedränge, so wohl im eigentlichen als figürlichen Verstande; ein jetzt veralteter Gebrauch. Du vergissest unsers Elendes und Dranges, unserer Drangsale, Ps. 44, 25. Gleich einer harten Last und schwerer Bürden Drang, Opitz.
   Als der Held merkhen kundt und sach
   Das im Drang vom klein Geschütz geschach,
   Theuerd. Kap. 79. 2) Von dem Verbo dringen, der Zustand, da man gedrungen, heftig gereitzet oder angetrieben wird. Der Drang des Embryo zur Geburt im Augenblick seiner Reise. Die Metapher war anfänglich innerer Drang zu sprechen. Er bath mich mit einem Drange, welchem ich nichts abschlagen konnte, Sonnenf.
 
Artikelverweis 
Drängen, verb. reg. act. drücken, doch gemeiniglich nur, so fern der Druck von der Seite geschiehet, den Ort eines andern Körpers von der Seite einzunehmen suchen. 1. Eigentlich, da es am häufigsten von lebendigen Geschöpfen gebraucht wird. Jemanden an die Wand drängen. Das Pferd drängte mich an die Mauer. Wir wurden sehr gedrängt, von den umstehenden Personen gedrückt. S. Adelung Gedränge. So auch das Reciprocum, sich drängen. Da die Eselinn den Engel des Herren sahe, drängte sie sich an die Wand, 4 Mos. 22, 25. Sich durch das Volk drängen. Wie die Rose, wenn sie aus der Knospe sich drängt, Geßn. 2. Figürlich. 1) Einen Ort einzunehmen sich bestreben. Er drängt sich in alle Vorzimmer. Wenn der innere Kummer sich bis zu den verschlossenen Lippen drängt, Dusch. 2) Besonders in Rücksicht auf die Menge der drängenden Theile, in der höhern Schreibart. In diesem Augenblicke drängten sich tausend Gedanken in ihrem Herzen. Das Meer tobete, eine Welle drängte die andere. Gedrängte Reihen von Zuschauern. 3) Bedrücken, drücken, in der figürlichen Bedeutung dieser Wörter. Sie werden euch drängen auf dem Land, da ihr innen wohnet, 4 Mos. 33, 55. Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? Ps. 42, 10. Da er seine Feinde allenthalben drängte, Sir. 46, 6. In dieser Bedeutung ist in der höhern Schreibart nur noch das Mittelwort gedrängt üblich. Unser volles gedrängtes Herz will indeß zerspringen, Dusch. Jede Klage scheint mein gedrängtes Herz zu entlasten, ebend.
   Anm. Dieses Zeitwort lautet bey dem Ottfried thrangon, im Nieders. dringen, im Schwed. trånga, bey dem Ulphilas thraihan, im Isländ. threingia, im Engl. throng. Es gehöret ohne Zweifel zu drücken, denn die Kehlbuchstaben lassen in vielen Mundarten gern ein n vor sich herschleichen. Das jetzt gedachte Gothische thraihan hat dieses n noch nicht. Indessen ist drängen doch jetzt nur noch von Einer Art des Drückens üblich. Es ist eigentlich das Activum von dringen, und da dieses in einigen Zeiten seiner irregulären Conjugation ein a hat, so ist die Schreibart drängen richtiger als drengen, wie auch aus dem Hauptworte Drang erhellet. Das Activum von trinken lautet gleichfalls tränken, und nicht trenken. Das Hauptwort der Dränger, in der dritten figürlichen Bedeutung des Verbi, die Stimme des Drängers nicht hören, Hiob 3, 18, ist im Hochdeutschen ungewöhnlich. S. Adelung Dringen.
 
Artikelverweis Das
Drangsal, des -es, plur. die -e, Bedrückung, Bedrängung, in der figürlichen Bedeutung. Er hat mir viele Drangsale angethan. Ingleichen die dadurch verursachte schmerzhafte Empfindung. Es war ein großes Drangsal für mich, meine Freunde sterben zu sehen.

[Bd. 1, Sp. 1538]



   Anm. In beyden Bedeutungen fängt dieses Wort an zu veralten; am meisten aber in der letzten. Im Oberdeutschen ist es weiblichen Geschlechtes. S. Adelung Sal. Im Schwedischen lautet es Trångsel, aber die Niedersachsen sagen dafür Drenginge. In den mittlern Zeiten sagte man im Oberdeutschen auch Pharantsal, Prangsal, Frantsal, so wie man für drängen auch phrengen, gleichsam verengen, gebrauchte. Im gemeinen Leben einiger Gegenden gebraucht man es noch für Gedränge. Es ist des Mahlens halber so viel Drangsal, daß die Mahlgäste nicht gefördert werden können.
 
Artikelverweis Das
Drängwasser, des -s, plur. inus. S. Adelung Grundwasser.
 
Artikelverweis Die
Dräsekammer, S. Adelung Tresekammer.

 

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