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Drahtspindel bis Drang (Bd. 1, Sp. 1536 bis 1537)
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Artikelverweis Die Drahtspindel, vulg. Drahtspille, plur. die -n, bey den Nadlern, der zu den Knöpfen der Stecknadeln aufgesponnene Draht, ehe derselbe zerschnitten worden; die Spindel oder Spille. S. dieses Wort. Auch derjenige gerade Draht, auf welchem der Knopfdraht von dem Knopfspinner aufgesponnen wird, führet diesen Nahmen.
 
Artikelverweis Das
Drahtspinnen, plur. car. diejenige Arbeit, da der geplattete und zu Lahn gemachte Draht um Seide geschlagen und auf solche Art zu Fäden gesponnen wird, welches von besondern Drahtspinnern geschiehet.
 
Artikelverweis Das
Drahtwêrk, des -es, plur. die -e, überhaupt ein jedes aus Draht verfertigtes Werkzeug, ohne Plural. Besonders aus Draht geflochtene Gehäuse in großen Hühner- und Vogelhäusern.
 
Artikelverweis Die
Drahtwinde, plur. die -n, bey den Drahtziehern, eine Winde, vermittelst welcher der Draht so oft und lange durch die Drahteisen gezogen wird, bis er die verlangte Feine hat.
 
Artikelverweis Die
Drahtzange, plur. die -n, eine kleine spitzige und vorn runde Zange, den Draht damit zu biegen und ihm allerley Gestalten zu geben.
 
Artikelverweis Das
Drahtziehen, des -s, plur. car. diejenige Arbeit, da das Metall zu Draht gezogen wird, welches von besondern unzünftigen Handwerksleuten geschiehet, welche Drahtzieher heißen. Sie unterscheiden sich in die Grobdrahtzieher, welche den Draht, so wie er aus den Drahtmühlen kommt, bis zu der Dicke eines Pfeifenstieles bearbeiten, und in die Kleindrahtzieher, die ihm alle folgende Grade der Feinheit und Schwäche ertheilen.
 
Artikelverweis Der
Drahtzug, des -es, plur. die -züge, diejenige Anstalt, wo das Metall zu Draht gezogen wird.
 
Artikelverweis Der
Drall, des -es, plur. die -e, oder die Dralle, plur. die -n, bey den Büchsenmachern, die krummen oder geraden Reifen oder Vertiefungen in einer Büchse, welche, wenn sie krumm oder gewunden sind, einer Schnecken- oder Schraubenlinie gleichen. Da diese Züge auch giralle Linien genannt werden, so scheinet es, daß das erstere Wort aus dem letztern entstanden, und da würde es zu dem Latein. Gyrus, ein Kreis, gehören, von welchem auch die Ital. Giro, ein Kreis, girare, im Kreise herum drehen, Girello, ein kleiner Kreis, und girellare, herum drehen, abstammen. Daß aber dieses Wort den alten Deutschen auch nicht ganz unbekannt gewesen, erhellet aus dem noch in Dithmarsen üblichen krellen, drehen, und verkrellen, verdrehen, und dem Hochdeutschen drillen, S. dieses Wort. Im Niedersächsischen ist drall hart und fest zusammen gedrehet, und figürlich hurtig, munter; daher alle Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, daß auch dieses Wort von drehen herkommt. S. auch Drell.

[Bd. 1, Sp. 1537]



 
Artikelverweis 
Dram, S. Adelung Tram.
 
Artikelverweis 
Dran, S. Adelung Daran, Anm. 3.
 
Artikelverweis Der
Drang, des -es, plur. car. 1) * Von dem Verbo drängen, der Zustand, da man gedränget wird, für Gedränge, so wohl im eigentlichen als figürlichen Verstande; ein jetzt veralteter Gebrauch. Du vergissest unsers Elendes und Dranges, unserer Drangsale, Ps. 44, 25. Gleich einer harten Last und schwerer Bürden Drang, Opitz.
   Als der Held merkhen kundt und sach
   Das im Drang vom klein Geschütz geschach,
   Theuerd. Kap. 79. 2) Von dem Verbo dringen, der Zustand, da man gedrungen, heftig gereitzet oder angetrieben wird. Der Drang des Embryo zur Geburt im Augenblick seiner Reise. Die Metapher war anfänglich innerer Drang zu sprechen. Er bath mich mit einem Drange, welchem ich nichts abschlagen konnte, Sonnenf.

 

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