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Draht bis Drahtmühle (Bd. 1, Sp. 1534 bis 1535)
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Artikelverweis Der Draht, des -es, plur. die -e. 1) Eigentlich, ein im Spinnen zusammen gedreheter Faden; in welcher Bedeutung dieses Wort hauptsächlich von den gedreheten Fäden, deren sich die Schuster bedienen, gebraucht wird, für Pechdraht. Daher die bey ihnen üblichen Zusammensetzungen Absatzdraht, Bestechdraht, Einstechdraht, Doppeldraht u. s. f. Doch pflegen auch die Strumpfweber die gedreheten Fäden Wolle oder Seide mit diesem Nahmen zu belegen, wenigstens sind daraus die Zusammensetzungen eindrähtig, zweydrähtig, dreydrähtig entstanden. 2) Ein von Metall gezogener Faden. Golddraht, Silberdraht, Messingdraht, Kupferdraht, Eisendraht u. s. f. 3) Ein Band von zusammen gedrehtem Stroh, woraus z. B. die Bienenkörbe geflochten werden.

[Bd. 1, Sp. 1535]



   Anm. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort Traat, und in einigen Gegenden das Draht. Das Nieders. Draad, bedeutet so wie das Schwed. Tråd, Dän. Traad, Angels. Thraed, und Engl. Thread, einen jeden Faden. Daher ist im Nieders. draden, draen, und indraen, einfädeln. Der Plural, der nur von einzelnen Fäden oder Stücken Drahtes, ingleichen von mehrern Arten Drahtes üblich ist, lautet in den gemeinen Mundarten bald Drahte, bald Drähte, bald auch Drähter. Dieses Wort stammet von drehen her, welches ehedem auch irregulär ging, ich draht, für ich drehete. Um deßwillen schreibt man es auch richtiger Draht, als Drath. Ehedem hieß der Draht auch Vinster, gleichsam Winster, von winden, drehen, und im Nieders. ist auch Wire, Engl. Wire, üblich, von wiren, drehen. Das Pohlnische Dratwa, Schusterdraht, ist wohl aus dem Deutschen entlehnet. Tatian gebraucht Trado auch von einem Saume; allein es ist noch nicht ausgemacht, daß dieses Wort eben hierher gehöret.
 
Artikelverweis Die
Drahtbank, plur. die -bänke, derjenige Werktisch der Drahtzieher, auf welchem die metallenen Drahte gezogen werden; die Ziehbank, und bey den Grobdrahtziehern die Schiebebank.
 
Artikelverweis Der
Drahtbohrer, des -s, plur. ut nom. sing. ein kleiner Bohrer, Löcher damit zu bohren, durch welche ein Draht gesteckt werden soll; z. B. zu den Drahtbauern, d. i. den Vogelbauern von Draht.
 
Artikelverweis Das
Drahteisen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Drahtziehern, eine eiserne Platte mit Löchern, welche an Weite immer abnehmen, durch welche der Draht so lange durchgezogen wird, bis er die verlangte Feine erhalten hat.
 
Artikelverweis 
Drähtern, adj. et adv. welches aber nur im gemeinen Leben üblich ist, von Draht. Ein drähternes Gitter, ein drähternes Bauer u. s. f. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort auch drähten.
 
Artikelverweis Das
Drahtfênster, des -s, plur. ut nom. sing. ein Fenster, welches mit einem Gitter von Eisendrahte versehen ist.
 
Artikelverweis Das
Drahtgitter, des -s, plur. ut nom. sing. ein Gitter von Draht.
 
Artikelverweis Die
Drahtkugel, plur. die -n, in der Geschützkunst, zwey Kugeln von Bley, welche vermittelst eines eisernen Drahtes an einander befestiget werden.
 
Artikelverweis Der
Drahtleuchter, des -s, plur. ut nom. sing. ein Leuchter von Draht mit einem hölzernen Fuße.
 
Artikelverweis Das
Drāhtmāß, des -es, plur. die -e, bey den Nadlern, ein Werkzeug, die Stärke des Drahtes zu messen, welches auch die Schießklinge genannt wird.
 
Artikelverweis Die
Drahtmühle, plur. die -n, eine Mühle, welche von dem Wasser getrieben wird, den künftigen Draht aus dem Groben so weit zu bearbeiten und zu ziehen, bis er von den Drahtziehern mit der bloßen Hand bequem weiter gezogen werden kann.

 

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