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Drachenblut bis Drachenstein (Bd. 1, Sp. 1532 bis 1533)
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Artikelverweis Das Drachenblut, des -es, plur. car. 1) Ein natürliches harziges dunkelrothes Gummi, welches sich leicht zerreiben, aber nur allein im Weingeiste auflösen lässet. Es hat keinen besondern Geruch und Geschmack, und wird theils in kleinen runden Stücken, theils in Tafeln zu uns gebracht, welche letztere Art aber die schlechteste ist. Von den Mahlern wird es häufiger als von den Ärzten gebraucht. S. das vorige. Seinen Nahmen hat es einem Mährchen der Alten zu danken, welche vorgaben, daß der Drache mit dem Elephanten streite und demselben alles Blut aussauge, aber dafür von diesem im Umfallen erdrückt würde. Beyder Blut gebe unser Drachenblut. 2) An einigen Orten wird auch die rothe Mengelwurz, deren Blätter einen bluthrothen Saft von sich geben, Drachenblut genannt.
 
Artikelverweis Der
Drachenfänger, des -s, plur. ut nom. sing. bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, eine Ostindische und Amerikanische Pflanze; Barleria, L.
 
Artikelverweis Der
Dráchenfísch, des -es, plur. die -e, ein Seefisch, welcher in den nördlichen Gewässern gefangen wird, und einem jungen Haye gleicht, aber an den Ohren und auf dem Rücken giftige Stacheln hat; der Drache, Meerdrache, Seedrache, Holländ. Pietermann. Er scheinet eben derselbe Fisch zu seyn, welchen man sonst auch den fliegenden Bars nennet, der bey dem Linné Trachinus Draco heißt.
 
Artikelverweis Der
Drachenkopf, des -es, plur. die -köpfe, eigentlich, der Kopf desjenigen Ungeheuers, welches unter dem Nahmen des Drachen bekannt ist. Figürlich, 1) in der Baukunst, Röhren, welche aus den Dachrinnen hervorragen, am Ende einem Drachenkopfe gleichen, und das Wasser, welches sich in den Dachrinnen gesammelt hat, ausspeyen. 2) In der Sternkunde, derjenige Punct, wo der Mond in seinem Laufe die Ekliptik durchschneidet, wenn er in die Vorderbreite tritt; Caput Draconis, oder Nodus

[Bd. 1, Sp. 1533]


dus lunae ascendens, welcher bey andern Planeten der aufsteigende Knoten genannt wird. 3) Eine Pflanze, welche so wohl in Amerika, als Sibirien und Österreich wächset, und diesen Nahmen vielleicht wegen des aufgeblasenen Schlundes der Krone hat, der einem Drachenkopfe nicht unähnlich siehet; Dracocephalum, L.
 
Artikelverweis Das
Drachenkraut, des -es, plur. inus. ein Nahme, welchen an einigen Orten auch die Agrimone oder Odermennige, Agrimonia Eupatoria, L. führet. S. Adelung Agrimone.
 
Artikelverweis Der
Drachenpfênnig, des -es, plur. die -e, ehemahlige Curländische Pfennige, mit einem erhabenen Drachen auf der einen Seite. Die Rückseite ist hohl.
 
Artikelverweis Die
Drachenpflanze, plur. die -n, bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, ein Geschlechtsnahme verschiedener ausländischer Pflanzen, welche dasjenige rothe Gummi geben, welches im gemeinen Leben unter dem Nahmen des Drachenblutes bekannt ist; Dracaena, L. Der vorhin gedachte Drachenbaum gehöret dahin. Außer demselben rechnet Linné noch dahin, die Dracaenam ferream, Eisenbaum, die Dracaenam terminalem, und die Dracaenam ensifoliam, welche insgesammt in Ostindien und China zu Hause sind.
 
Artikelverweis Die
Drachen-Rotang, des -es, plur. inus. bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, eine Ostindische Art Rotangs, welche gleichfalls einen blutrothen, dem Drachenblute ähnlichen Saft von sich gibt; Calamus Palmiuncus Draco, L.
 
Artikelverweis Die
Drachenschlange, plur. die -n, in der Wapenkunst, ein geflügelter Drache ohne Füße; Franz. serpent ailé.
 
Artikelverweis Der
Drachenschwanz, des -es, plur. inus. in der Sternkunde, derjenige Punct, wo der Mond in seinem Laufe die Elliptik durchschneidet, wenn er in die Süder Breite tritt; Cauda Draconis, Nodus lunae descendens; welcher Punct bey andern Planeten der absteigende Knoten genannt wird.
 
Artikelverweis Der
Drachenstein, des -es, plur. die -e, ein fabelhafter Stein, welcher in den Köpfen der Drachen gefunden werden soll. Einige Unwissende belegen auch die Ammonshörner mit diesem Nahmen.

 

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