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Drachenanker bis Drachen-Rotang (Bd. 1, Sp. 1532 bis 1533)
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Artikelverweis Der Drachenanker, des -s, plur. ut nom. sing. S. 2 Drache.
 
Artikelverweis Der
Drachenbauch, des -es, plur. inus. in der Sternkunde, die Grenze, so weit der Mond von der Ekliptik abweicht; Venter Draconis.
 
Artikelverweis Der
Drachenbaum, des -es, plur. die -bäume, eine Benennung verschiedener Arten von Bäumen. 1) Des Vogelkirschenbaumes, Prunus Padus, L. dessen Frucht auch die Hohlkirsche oder Traubenkirsche genannt wird. S. Adelung Vogelkirsche. 2) Des Elsebeerbaumes, Crataegus torminalis, L. mit dessen Zweigen am Walpurgistage allerley Aberglauben getrieben wird. 3) Besonders führen diesen Nahmen einige Indische und Amerikanische Bäume, aus welchen das Drachenblut schwitzet, obgleich die meisten dieser Bäume noch sehr unbekannt sind, man auch noch nicht zuverlässig weiß, welchem Baume das wahre Drachenblut zugehöret. Derjenige Drachenbaum, welchen Crantz nach einem in dem kaiserlich-königlichen Garten zu Schönbrunn befindlichen Originale beschrieben hat, gehöret zu den Pflanzen mit sechs Staubfäden und einem Staubwege; Dracaena Draco, L. Er gehöret aber mehr zu den baumartigen Pflanzen, als zu den eigentlichen Bäumen, und trägt eine saftige Beere, welche mit drey Furchen gezeichnet ist, und die Größe einer Kirsche hat. Er wächset in beyden Indien, und gibt im Frühlinge ein häufiges und zähes bluthrothes Gummi von sich. Außer diesem werden auch der Pterocarpus, L. oder die Flügelfrucht, welcher Baum gleichfalls in Indien wächset, und wenn man ihn ritzet, ein dunkelrothes Gummi gibt, ingleichen der Drachen-Rotang, Calamus Palmiuncus Draco, der auch eine Art Drachenblutes gibt, von einigen für die wahren Drachenbäume gehalten. S. Drachenpflanze.
 
Artikelverweis Das
Drachenblut, des -es, plur. car. 1) Ein natürliches harziges dunkelrothes Gummi, welches sich leicht zerreiben, aber nur allein im Weingeiste auflösen lässet. Es hat keinen besondern Geruch und Geschmack, und wird theils in kleinen runden Stücken, theils in Tafeln zu uns gebracht, welche letztere Art aber die schlechteste ist. Von den Mahlern wird es häufiger als von den Ärzten gebraucht. S. das vorige. Seinen Nahmen hat es einem Mährchen der Alten zu danken, welche vorgaben, daß der Drache mit dem Elephanten streite und demselben alles Blut aussauge, aber dafür von diesem im Umfallen erdrückt würde. Beyder Blut gebe unser Drachenblut. 2) An einigen Orten wird auch die rothe Mengelwurz, deren Blätter einen bluthrothen Saft von sich geben, Drachenblut genannt.
 
Artikelverweis Der
Drachenfänger, des -s, plur. ut nom. sing. bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, eine Ostindische und Amerikanische Pflanze; Barleria, L.
 
Artikelverweis Der
Dráchenfísch, des -es, plur. die -e, ein Seefisch, welcher in den nördlichen Gewässern gefangen wird, und einem jungen Haye gleicht, aber an den Ohren und auf dem Rücken giftige Stacheln hat; der Drache, Meerdrache, Seedrache, Holländ. Pietermann. Er scheinet eben derselbe Fisch zu seyn, welchen man sonst auch den fliegenden Bars nennet, der bey dem Linné Trachinus Draco heißt.
 
Artikelverweis Der
Drachenkopf, des -es, plur. die -köpfe, eigentlich, der Kopf desjenigen Ungeheuers, welches unter dem Nahmen des Drachen bekannt ist. Figürlich, 1) in der Baukunst, Röhren, welche aus den Dachrinnen hervorragen, am Ende einem Drachenkopfe gleichen, und das Wasser, welches sich in den Dachrinnen gesammelt hat, ausspeyen. 2) In der Sternkunde, derjenige Punct, wo der Mond in seinem Laufe die Ekliptik durchschneidet, wenn er in die Vorderbreite tritt; Caput Draconis, oder Nodus

[Bd. 1, Sp. 1533]


dus lunae ascendens, welcher bey andern Planeten der aufsteigende Knoten genannt wird. 3) Eine Pflanze, welche so wohl in Amerika, als Sibirien und Österreich wächset, und diesen Nahmen vielleicht wegen des aufgeblasenen Schlundes der Krone hat, der einem Drachenkopfe nicht unähnlich siehet; Dracocephalum, L.
 
Artikelverweis Das
Drachenkraut, des -es, plur. inus. ein Nahme, welchen an einigen Orten auch die Agrimone oder Odermennige, Agrimonia Eupatoria, L. führet. S. Adelung Agrimone.
 
Artikelverweis Der
Drachenpfênnig, des -es, plur. die -e, ehemahlige Curländische Pfennige, mit einem erhabenen Drachen auf der einen Seite. Die Rückseite ist hohl.
 
Artikelverweis Die
Drachenpflanze, plur. die -n, bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, ein Geschlechtsnahme verschiedener ausländischer Pflanzen, welche dasjenige rothe Gummi geben, welches im gemeinen Leben unter dem Nahmen des Drachenblutes bekannt ist; Dracaena, L. Der vorhin gedachte Drachenbaum gehöret dahin. Außer demselben rechnet Linné noch dahin, die Dracaenam ferream, Eisenbaum, die Dracaenam terminalem, und die Dracaenam ensifoliam, welche insgesammt in Ostindien und China zu Hause sind.
 
Artikelverweis Die
Drachen-Rotang, des -es, plur. inus. bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, eine Ostindische Art Rotangs, welche gleichfalls einen blutrothen, dem Drachenblute ähnlichen Saft von sich gibt; Calamus Palmiuncus Draco, L.

 

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