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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dorthr bis 1. Der Dotter (Bd. 1, Sp. 1529 bis 1530)
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Artikelverweis  Dorthr, adv. loci, dort her, von jenem Orte her; im Nieders. gunther, gunter. Daß sie mitten unter Israel kamen von dorther und von hierher, Jos. 8, 22. Wir reisen nicht nach Dresden; wir kommen eben dorther, im gemeinen Leben, von dorther. So auch in den Zusammensetzungen dortheraus, dortherein, dortherum, dortherauf u. s. f. welche doch richtiger getheilt, dort heraus, dort herein u. s. f. geschrieben werden.
 
Artikelverweis 
Dorthin, adv. loci, dort hin, an jenen Ort hin; Nieders. gunthen, gunten. Wo der sanfte Silberbach rauschet, dorthin trieb Daphnis oft seine Herde. Stelle dich dorthin. Der eine ging dahin, der andere dorthin. So auch in den Zusammensetzungen, dorthinab, dorthinauf, dorthinaus u. s. f. richtiger getheilt dort hinab, dort hinauf, dort hinaus.
 
Artikelverweis 
Dortig, adj. et adv. dort befindlich. Ich will nach Berlin reisen und meine dortigen Freunde besuchen.
 
Artikelverweis 
Dortwärts, adv. loci, welches wenig mehr gebraucht wird, nach dort hin, in der dortigen Gegend. Siehe die Pfeile liegen dortwärts vor dir, 1 Sam. 20, 22, 37.
 
Artikelverweis Die
Dose, plur. die -n, eine Büchse, doch nur von denjenigen zierlich gearbeiteten Büchsen, welche man zur Verwahrung des Rauch- und Schnupftobaks gebraucht. Eine Dose, eine Tobaksdose, eine Rauchdobaksdose, Schnupftobaksdose. Zunächst ist dieses Wort aus dem Franz. Dose entlehnet, von welchem auch die Engländer ihr Dose, die Schweden ihr Dosa, die Isländer ihr Dos, Taus, und die Niedersachsen ihr Döse haben, alle in der jetzt gedachten Bedeutung. Indessen ist es sehr wahrscheinlich, daß das folgende Döse das Stammwort des Französischen ist.
 
Artikelverweis Die
Döse, plur. die -n, in den gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niederdeutschlandes, eine Art eines runden hölzernen Gefäßes, welches gemeiniglich auf drey verlängerten Dauben stehet und unten etwas weiter als oben ist. Nach der Verschiedenheit seines Gebrauches entstehen die zusammen gesetzten Benennungen Backdöse, Waschdöse u. s. f. An einigen Orten hat man auch in den Brauhäusern Kühldösen, das Bier darin abkühlen zu lassen, welche nicht nur keine Füße haben, sondern auch oben weiter als unten sind. In einigen nach der alten Art gebaueten Salzkothen, wo das Dach auf der einen Seite bis auf die Erde gehet, heißt der Boden, auf welchem die Salzstücke getrocknet werden, eine Tehse, welches Wort Frisch sehr gezwungen von Dach ableitet.
   Anm. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort Teuse, Teusse, im Nieders. aber Döse, Dese. Im Böhmischen bedeutet Dize, so wohl einen Milchkübel, als auch einen Handkorb, eine Mulde. In Zürch ist die Tause eine Butte, worin der Communion-Wein zur Kirche getragen wird.
 
Artikelverweis Der
Dosenbaum, des -es, plur. die -bäume, S. Adelung Alpenkiefer und Fichte.
 
Artikelverweis Das
Dosenstück, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, ein Gemählde in einer Schnupftobaksdose. Wenn ihr Gesicht

[Bd. 1, Sp. 1530]


gleich nicht mehr so schön ist, so verdient es doch, ein Dosenstück abzugeben, Gell.
 
Artikelverweis Der
Dost, des -es, oder der Dosten, plur. inus. eine Pflanze, Origanum, L. Linné rechnet den Kretischen Diptam, den Spanischen Hopfen, den gemeinen Wohlgemuth und den Majoran zu dem Geschlechte des Dosten. Im gemeinen Leben wird nur der Wohlgemuth, Origanum vulgare, L. mit diesem Nahmen belegt. Der Hirschklee, Eupatorium, L. wird in einigen Gegenden auch Wasserdost und Dostenkraut genannt. Im Dänischen und Norwegischen heißt der Dost gleichfalls Tost.
 
Artikelverweis Das
Dostenkraut, des -es, plur. inus. S. das vorige.
 
Artikelverweis 
1. Der Dotter, des -s, plur. inus. an einigen Orten, ein Nahme der Trespe, welcher vermuthlich aus Dort oder Dorten verderbt ist. S. der Dort.

 

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