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Dorsch bis Dosenbaum (Bd. 1, Sp. 1528 bis 1529)
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Artikelverweis Der Dorsch, des -es, plur. die -e, eine Art des Schellfisches, welcher bunt von Farbe ist, und einen ungetheilten Schwanz hat; Gadus Callarius, L. Er wird häufig in der Ostsee und den nördlichen Gewässern gefangen, und so wohl frisch, als gedörret und eingesalzen gegessen. In Preußen und Pohlen wird der Dorsch Pomuchel, und im Franz. Merluche genannt. Die kleineste Art des getrockneten Dorsches heißt in Niedersachsen Tierling. S. Adelung Schellfisch.
   Anm. Der Fisch, welcher bey dem du Fresne unter dem Nahmen Dursus vorkommt, ist vermuthlich unser Dorsch. Übrigens heißt er im Dänischen Torsk, Taretorsk, im Schwed. Torsk, und im Isländ. Thoskr. Die Abstammung dieses Wortes ist ungewiß, indessen kann es seyn, daß es, wie du Fresne glaubt, von dürre herkommt, weil dieser Fisch am häufigsten gedörret verführet wird. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort der Dorsche und der Dorschen.
 
Artikelverweis Der
Dort, des -es, oder der Dorten, plur. inus. eine, vermuthlich Oberdeutsche Benennung derjenigen Grasart, welche häufig als ein Unkraut unter dem Getreide wächset und in Obersachsen Trespe, an andern Orten aber auch Dotter, Lolch, Lulch, Twalch, Durt u. s. f. genannt wird. S. Adelung Trespe.
 
Artikelverweis 
Dort, ein Nebenwort des Ortes, welches sich auf einen Ort beziehet, der in Ansehung unserer entfernt, und gemeiniglich entfernter ist, als derjenige, welchen das da ausdruckt. Es beziehet sich alsdann sehr häufig auf das Nebenwort hier. Hier standen wir, dort stand der Feind. Ich bin hier und er ist dort.
   Kaum heb ich meine Hand empor,
   So steigt hier ein Pallast, und dort ein Thron hervor,
   Gell.
   Dort hätte sie gelauscht, hier hätt ich lauschen wollen,
   Gell.
   Dort duften Blum und Gras; hier grünen Berg und Flächen,
   Haged. Eben so oft beziehet es sich auf einen vorher genannten Ort, und stehet alsdann für daselbst. Tritt bey dem Brandopfer, ich will dort warten, 4 Mos. 23, 15. Ich höre, er ist zu Paris; was mag er dort machen wollen? Ich will nach Rom reisen und etliche Monathe dort bleiben. Oft stehet es auch absolute für da. Dort, wo der schwarze Tannenwald steht, dort rieselte ein Bach aus Stauden hervor, Geßn. Zuweilen wird durch den entfernten Ort, welchen dieses Nebenwort bezeichnet,

[Bd. 1, Sp. 1529]


der Zustand nach diesem Leben verstanden. So wirst du hier und dort glücklich seyn.
   Anm. Bey dem Ottfried lautet dieses Nebenwort thorot, bey dem Notker doret, und in dem alten Gedichte auf Carls des Großen Feldzug bey dem Schilter thort. Die Niedersachsen und die mit ihnen verwandten Mundarten kennen dieses Wort nicht; die erstern gebrauchen dafür dar, aus welchem auch das Oberdeutsche dort entstanden zu seyn scheinet, ingleichen gunnen, gunt, jenne, S. Adelung Gen. Dorten, alldort oder alldorten sind müßige Verlängerungen der neuern Alemannen.
 
Artikelverweis 
Dorten. 1) Nebenwort des Ortes, S. das vorige. 2) Eine Grasart, S. der Dort.
 
Artikelverweis 
Dorthr, adv. loci, dort her, von jenem Orte her; im Nieders. gunther, gunter. Daß sie mitten unter Israel kamen von dorther und von hierher, Jos. 8, 22. Wir reisen nicht nach Dresden; wir kommen eben dorther, im gemeinen Leben, von dorther. So auch in den Zusammensetzungen dortheraus, dortherein, dortherum, dortherauf u. s. f. welche doch richtiger getheilt, dort heraus, dort herein u. s. f. geschrieben werden.
 
Artikelverweis 
Dorthin, adv. loci, dort hin, an jenen Ort hin; Nieders. gunthen, gunten. Wo der sanfte Silberbach rauschet, dorthin trieb Daphnis oft seine Herde. Stelle dich dorthin. Der eine ging dahin, der andere dorthin. So auch in den Zusammensetzungen, dorthinab, dorthinauf, dorthinaus u. s. f. richtiger getheilt dort hinab, dort hinauf, dort hinaus.
 
Artikelverweis 
Dortig, adj. et adv. dort befindlich. Ich will nach Berlin reisen und meine dortigen Freunde besuchen.
 
Artikelverweis 
Dortwärts, adv. loci, welches wenig mehr gebraucht wird, nach dort hin, in der dortigen Gegend. Siehe die Pfeile liegen dortwärts vor dir, 1 Sam. 20, 22, 37.
 
Artikelverweis Die
Dose, plur. die -n, eine Büchse, doch nur von denjenigen zierlich gearbeiteten Büchsen, welche man zur Verwahrung des Rauch- und Schnupftobaks gebraucht. Eine Dose, eine Tobaksdose, eine Rauchdobaksdose, Schnupftobaksdose. Zunächst ist dieses Wort aus dem Franz. Dose entlehnet, von welchem auch die Engländer ihr Dose, die Schweden ihr Dosa, die Isländer ihr Dos, Taus, und die Niedersachsen ihr Döse haben, alle in der jetzt gedachten Bedeutung. Indessen ist es sehr wahrscheinlich, daß das folgende Döse das Stammwort des Französischen ist.
 
Artikelverweis Die
Döse, plur. die -n, in den gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niederdeutschlandes, eine Art eines runden hölzernen Gefäßes, welches gemeiniglich auf drey verlängerten Dauben stehet und unten etwas weiter als oben ist. Nach der Verschiedenheit seines Gebrauches entstehen die zusammen gesetzten Benennungen Backdöse, Waschdöse u. s. f. An einigen Orten hat man auch in den Brauhäusern Kühldösen, das Bier darin abkühlen zu lassen, welche nicht nur keine Füße haben, sondern auch oben weiter als unten sind. In einigen nach der alten Art gebaueten Salzkothen, wo das Dach auf der einen Seite bis auf die Erde gehet, heißt der Boden, auf welchem die Salzstücke getrocknet werden, eine Tehse, welches Wort Frisch sehr gezwungen von Dach ableitet.
   Anm. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort Teuse, Teusse, im Nieders. aber Döse, Dese. Im Böhmischen bedeutet Dize, so wohl einen Milchkübel, als auch einen Handkorb, eine Mulde. In Zürch ist die Tause eine Butte, worin der Communion-Wein zur Kirche getragen wird.
 
Artikelverweis Der
Dosenbaum, des -es, plur. die -bäume, S. Adelung Alpenkiefer und Fichte.

 

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