Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
2. Der Dorn bis Dornkarpfen (Bd. 1, Sp. 1526 bis 1527)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  2. Der Dorn, des -es, plur. die Dörner, in den Schmelzhütten, dasjenige, was bey dem Seigern und Darren des Kupfers in den Seigerhütten zurück bleibt. Es scheinet, daß das Wort in dieser Bedeutung von Darren herkomme, weil diese Dörner auch Darrlinge, und in den Oberdeutschen Bergwerken Darndl, Därdl genannt werden. S. Adelung Darren und Darrling.
 
Artikelverweis Der
Dornapfel, S. Adelung Stechapfel.
 
Artikelverweis Der
Dornbaum, des -es, plur. die -bäume, ein großer Phaseolen-Baum, dessen Stamm mit starken Dornen besetzt ist. Weil die Bohnen den Korallen gleichen, so wird er auch der Korallenbaum genannt. S. dieses Wort.
 
Artikelverweis Der
Dórnbúsch, des -es, plur. die -bsche, ein Busch, d. i. Strauch, dessen Rinde mit Dornen besetzt ist, ein Dornstrauch, besonders die gemeinsten Sträuche dieser Art. Da sprachen alle Bäume zum Dornbusch: komm du, und sey unser König, Richt. 9, 14 f. Auf allen ihren Wegen und Stegen werden Dornbüsche wachsen, 4 Esr. 16, 33.
 
Artikelverweis Der
Dorndrêher, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art kleiner Raubvögel mit fast geradem Schnabel, welcher auf kleine Vögel und Insecten stößt. Die letzten soll er, ehe er sie verzehret, auf die Spitzen der Dornen stecken, daher er auch den Nahmen hat; Lanius, L. Er wird auch Dorndrechsler, Dornkratzer, Neuntödter, Würger, Bergälster u. s. f. genannt. S. Adelung Neuntödter.
 
Artikelverweis 
Dornen, adj. et adv. aus Zweigen von Dornen zubereitet, welches aber wenig gebraucht wird. Eine dornene Krone, Matth. 27, 29. Joh. 19, 5. Indessen kommt doch schon bey dem Ulphilas thaurnina waip, im Angels. thyrnenne helm, bey dem Ottfried thurnina ring, alles in der Bedeutung einer dornenen Krone vor. In einigen gemeinen Mundarten lautet dieses Wort dörnern. die dörnerne Krone, Gryph.
 
Artikelverweis Die
Dornenkrone, plur. die -n, eine Krone oder ein Kranz von Dornenästen, besonders diejenige, mit welcher Christus gekrönet worden. Und flochten eine Dornenkrone, Marc. 15, 17. S. das vorige, ingleichen Christdorn.
 
Artikelverweis Die
Dornhêcke, plur. die -n, eine Hecke von Dornen, d. i. von solchen Sträuchen, welche mit Dörnern bekleidet sind.
 
Artikelverweis 
Dornicht, adj. et adv. den Dörnern oder den Dornen gleich, ähnlich. Im gemeinen Leben wird dasjenige Zinn dörnicht genannt, worunter viel Eisen gekommen ist, welches sich von den Pocheisen abgenützet hat. S. das folgende.

[Bd. 1, Sp. 1527]



 
Artikelverweis 
Dornig, -er, -ste, adj. et adv. viele Dörner oder Dornen habend. Der dornige Rosenbusch, der mit Dörnern oder Stacheln besetzt ist. Ein dorniger Acker, Weg, der mit Dornen bewachsen ist. Dieses und das vorige Beywort werden sehr häufig verwechselt, obgleich die Endsylben icht und ig wesentlich unterschieden sind. Ja einige schreiben gar dornigt, ungeachtet es für die Bey- und Nebenwörter gar keine Endung auf igt gibt. Ein dornichter Weg, Sprichw. 15, 19. für dornig. Indem er vor sich hin die dornigte (dornige) Bahn übersiehet, die er noch gehen muß, Dusch.
   Mit frohem Geklapper
   Hebt sich der Storch vom dornichten Nest,
   Zachar.
 
Artikelverweis Der
Dornkarpfen, S. Adelung Stachelkarpfen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: