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Doppelschattig bis Doppeltaffet (Bd. 1, Sp. 1521 bis 1522)
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Artikelverweis  Doppelschattig, adj. et adv. einen doppelten Schatten werfend. In der Erdbeschreibung werden diejenigen Völker, welche zwischen den beyden Wendekreisen wohnen, doppelschattige oder zweyschattige, Biumbres, Amphiscii, genannt, weil ihre Körper außer den beyden Nachtgleichen den Schatten bald gegen Mittag, bald gegen Mitternacht werfen. S. Adelung Einschattig.
 
Artikelverweis Das
Doppelschild, des -es, plur. inus. in der Kräuterkunde der Neuern, eine Pflanze mit vier langen und zwey kurzen Staubfäden, mit Schötchen, welche oben und unten zweytheilig sind; Biscutella, L. Sie wächset in Deutschland, Italien und Frankreich.
 
Artikelverweis Der
Doppelschlag, des -es, plur. die -schläge, in der Musik, ein doppelter Schlag, d. i. ein doppeltes Zeitmaß; S. Adelung Schlag.
 
Artikelverweis Die
Doppelschnêpfe, plur. die -n, die größte Art unter den Moorschnepfen, die aber kleiner ist, als die Waldschnepfe. Sie hat einen weißen Kopf mit schwarzen Puncten, eine aschgraue Brust und Bauch, einen schwarzbunten, gelben und schuppenförmigen Rumpf, und einen röthlichen Schwanz mit schwarzen Querstrichen.
 
Artikelverweis Der
Doppelsinn, des -es, plur. inus. der doppelte Verstand einer Schrift oder Rede, die Zweydeutigkeit; ein im Hochdeutschen wenig gebräuchliches Wort, so wie das Bey- und Nebenwort doppelsinnig, für zweydeutig.
 
Artikelverweis Der
Doppelspath, des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, Isländischer Krystall, welcher die Gegenstände doppelt darstellet.
 
Artikelverweis Das
Doppelspiel, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, das Würfel- oder Kartenspiel. S. 2 Doppeln.
 
Artikelverweis Die
Doppelspritze, plur. die -n, eine Art kleiner Handspritzen, mit einem Druckschwengel.
 
Artikelverweis Der
Doppelstein, des -es, plur. die -e, S. 2 Doppeln.
 
Artikelverweis 
Doppelt, adj. et adv. zweyfach, zwey Mahl genommen. 1. Eigentlich. Doppelten Gold bekommen, noch Ein Mahl so viel als gewöhnlich. Lege es doppelt. Ich habe dieses Buch doppelt, zwey Mahl. Eine doppelte Mauer. Er muß doppelt bezahlen. Jede Freude wird doppelt empfunden, wenn sie mitgetheilet wird, Dusch. Ingleichen, ein gewisses bestimmtes Individuum zwey Mahl in sich enthaltend. Ein doppelter Ducaten oder Doppel-Ducaten, eine Goldmünze, welche zwey Ducaten gilt. 2. In weiterer und figürlicher Bedeutung. 1) Woran

[Bd. 1, Sp. 1522]


ein oder mehrere Theile sich zwey Mahl befinden. Der doppelte Adler, der Adler mit zwey Köpfen. Eine doppelte Flinte, oder Doppelflinte, welche zwey Läufe hat. 2) Was mehr Güte und Stärke hat, als ein anderes von gleicher Art, besonders in den Zusammensetzungen, Doppelbier, Doppeltaffet. Ingleichen, was größer ist, als andere Dinge seiner Art, wie in den Zusammensetzungen Doppellerche, Doppelschnepfe. 3) Gefüllt, von Blumen, im gemeinen Leben. Doppelte Narzissen, Levkojen u. s. f. 4) Mehr, sehr, als ein bloßes Bey- und Nebenwort der Vergrößerung. Deine Briefe haben mich doppelt vergnügt. O, sie entschuldigen ihn? So hat er doppelt Unrecht, daß er ihnen nichts gesagt hat, Schleg.
   Der Rundtrunk muß der Stimmen Bund beleben;
   So schmeckt der Wein uns doppelt schön,
   Haged. 5) Zuweilen wird es auch für Mahl, fältig, fach, gebraucht. Daher höret man im gemeinen Leben oft dreydoppelt, vierdoppelt u. s. f. für dreyfach, vierfach u. s. f. welches aber fehlerhaft ist, weil dreydoppelt der Schärfe nach sechsfach, und vierdoppelt achtfach bedeuten würde. In dem dreydoppeln Amt, Opitz.
   Anm. Dieses Wort lautet im Nieders. dubbelt, im Dän. dobbelt, im Schwed. dubbel, im Engl. und Franz. double, im Wallis. dubl, dyblyg, im Ital. doppio, im Latein. duplus, und im Griech. διπλοος, διπλους, zweyfach. Da die Deutsche Mundart fast die einzige ist, welche in diesem Worte ein t hat, so scheinet es, daß dieses ein bloßes t euphonicum sey, zumahl da es in den Zusammensetzungen wegfällt, und auch einige Oberdeutsche doppel für doppelt sagen, wie aus der vorhin angeführten Stelle aus dem Opitz erhellet. Doppelt kann in den oben angeführten Bedeutungen mit allen Hauptwörtern zusammen gesetzet werden, die deren nur fähig sind. Man hat auch wirklich eine große Menge Zusammensetzungen, die hier nicht alle einzeln angeführet werden können. Aus den wenigen, die im vorhergehenden und nachfolgenden beygebracht sind, siehet man schon, wie man sie erklären müsse. S. auch Gedoppelt.
 
Artikelverweis Der
Doppeltaffet, des -s, plur. von mehrern Arten, die -e, ein doppelter Taffet, d. i. der stärker ist und fleißiger gearbeitet worden, als der gewöhnliche.

 

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