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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Doppellêrche bis Doppelschnêpfe (Bd. 1, Sp. 1520 bis 1521)
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Artikelverweis Die Doppellêrche, plur. die -n, eine Art großer Lerchen mit gelben Bauche und einem breiten schwarzen und krummen Streife, der einem Hufeisen gleichet.
 
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1. Doppeln, verb. reg. act. doppelt nehmen, doppelt machen, verdoppeln.
   Sie (die Ewigkeit) ruft die Strafen ganz zusammen,
   Und doppelt, ihre grimme Flammen,
   Opitz. In der anständigen Sprechart der Hochdeutschen ist dieses Zeitwort von dem zusammen gesetzten verdoppeln verdränget worden. Es ist daher nur noch hin und wieder im gemeinen Leben üblich. Bey den Schustern heißt doppeln noch mit doppelten Drähten, d. i. mit zwey Drähten, welche gegen einander gezogen werden, nähen. Im Oberdeutschen hingegen ist die Schuhe doppeln, so viel als besohlen. Die Schneider doppeln die Kleider, wenn sie die Wand derselben von außen und innen mit Leinen belegen, und die Kleiber doppeln eine Wand, wenn sie selbige von beyden Seiten auskleiben. Ein Schiff doppeln, demselben eine doppelte Verkleidung geben. So auch die Doppelung. S. Doppelt. Im Dänischen lautet dieses Zeitwort doble, im Böhm. tuplowati, und im Franz. doubler.
 
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2. Doppeln, verb. reg. act. welches nur in den gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niederdeutschlandes üblich ist, und mit Würfeln in dem Brete spielen bedeutet. Daher das Doppelspiel, das Bretspiel; ein Doppelstein, so wohl ein Würfel, als auch ein Damstein; verdoppeln, verspielen u. s. f. In weiterer Bedeutung wird es aber auch von dem Spielen mit Karten, besonders von hohen Glücksspielen gebraucht. In beyden Fällen aber hat es gern einen verhaßten Nebenbegriff, und bedeutet, aus dem Spiele eine Leidenschaft machen, ingleichen im Spiele betriegen; daher ein Doppeler oft für einen Betrieger, und Doppelung für Betrug vorkommen.
   Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort dobbeln, dabeln, däbbeln, im Oberdeutschen toppeln, topeln, im Engl. to double, im Schwed. dubbla, dobbla. Es scheinet ein altes Wort zu

[Bd. 1, Sp. 1521]


seyn, wo es nicht gar so alt ist, als die Deutsche Neigung zu dem Spiele selbst, die schon Tacitus mit Verwunderung beschreibet.
   Gut ritterschaft ist topel spil, heißt es in Winsbecks Paraen. Str. 20.
   Das luoder und topelspil
   Karten und verzeren vil,
   Eschelbach. Die Abstammung dieses Wortes ist so ausgemacht noch nicht, obgleich einige nicht unwahrscheinliche Muthmaßungen vorhanden sind. Weil das Bretspiel sonst auch Tafl, Tapl genannt wird, daher täfla im Schwedischen auch im Brete spielen bedeutet, so vermuthet Wachter, daß es von dem Wallisischen taflu, werfen, herkomme, worin ihm auch Ihre beypflichtet.
 
Artikelverweis Der
Doppelohrt, des -es, plur. die -e, bey den Schustern, ein Ohrt zum Doppeln.
 
Artikelverweis Der
Doppelpunct, des -es, plur. die -e, ein Ausdruck, welchen einige Sprachlehrer für das Griechische Kolon einzuführen gesucht. S. Adelung Punct.
 
Artikelverweis Das
Doppelsalz, des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, in der Chymie, ein vitriolisirter Weinstein, welchen man aus dem Rückbleibsel von destillirtem Salpetergeist mit Vitriol-Säure erhält; Lat. Arcanum duplicatum.
 
Artikelverweis Der
Doppelsammet, des -es, plur. inus. außer von mehrern Arten, die -e, eine Art Sammet, welche auf der andern Seite Fälbel ist.
 
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Doppelschattig, adj. et adv. einen doppelten Schatten werfend. In der Erdbeschreibung werden diejenigen Völker, welche zwischen den beyden Wendekreisen wohnen, doppelschattige oder zweyschattige, Biumbres, Amphiscii, genannt, weil ihre Körper außer den beyden Nachtgleichen den Schatten bald gegen Mittag, bald gegen Mitternacht werfen. S. Adelung Einschattig.
 
Artikelverweis Das
Doppelschild, des -es, plur. inus. in der Kräuterkunde der Neuern, eine Pflanze mit vier langen und zwey kurzen Staubfäden, mit Schötchen, welche oben und unten zweytheilig sind; Biscutella, L. Sie wächset in Deutschland, Italien und Frankreich.
 
Artikelverweis Der
Doppelschlag, des -es, plur. die -schläge, in der Musik, ein doppelter Schlag, d. i. ein doppeltes Zeitmaß; S. Adelung Schlag.
 
Artikelverweis Die
Doppelschnêpfe, plur. die -n, die größte Art unter den Moorschnepfen, die aber kleiner ist, als die Waldschnepfe. Sie hat einen weißen Kopf mit schwarzen Puncten, eine aschgraue Brust und Bauch, einen schwarzbunten, gelben und schuppenförmigen Rumpf, und einen röthlichen Schwanz mit schwarzen Querstrichen.

 

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