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Donnerrêbe bis Döpel (Bd. 1, Sp. 1518 bis 1519)
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Artikelverweis Die Donnerrêbe, plur. inus. an einigen Orten ein Nahme derjenigen Pflanze, welche an andern unter der Benennung des Gundermannes, der Gunderrebe, des Erdepheues, Glecoma, L. bekannter ist; S. diese Wörter.
 
Artikelverweis Der
Donnerschlag, des -es, plur. die -schläge, der laute Knall eines entzündeten Blitzes. Es geschahe ein Donnerschlag. Donnerschläge krachten von jeder Gegend des Himmels siebenfach wieder, Dusch. Das war ein rechter Donnerschlag in seinen Ohren, eine fürchterliche, schreckliche Nachricht. Ach, ich Unglückliche, das wäre ein Donnerschlag für mich! Ach, welch ein schrecklicher Donnerschlag wird einst diese Verblendung zerstreuen!
   Anm. Donnerslag kommt schon bey dem Stryker, und Durnschlag, um das Jahr 1477 in Schwaben vor. Außerdem ist in Oberdeutschland auch Donnerklapf in eben dieser Bedeutung üblich.
 
Artikelverweis Der
Donnerstag, des -es, plur. die -e, der fünfte Tag in der Woche, der nach dem Muster der Lateiner, die ihn nach dem Jupiter benannt hatten, dem nordischen Jupiter, dem Thor, zu Ehren benannt worden, welcher von einer seiner merklichsten Wirkungen auch der Donnerer, Donner, Thunder genannt wurde. S. Adelung Donner. Der grüne Donnerstag, der Donnerstag in der Charwoche, im Oberdeutschen der große, der hohe Donnerstag, im Nieders. der gute Donnerstag. Grün soll in dieser Benennung aus carème, quadragesima, entstanden seyn, welches ehedem caren, karin ausgesprochen worden; S. Grün. Im Oberdeutschen heißt der grüne Donnerstag der Antlaßtag, oder Antlaßpfingsttag, S. Ablaß, im Schwed. aber Skärdorstag, von skära, reinigen. S. Char. In der Römischen Kirche ist auch der feiste Donnerstag, Französ. Jeudi gras, bekannt, welches der Donnerstag nach Aschermittwoch ist, wo noch Kuchen und Butter zu essen erlaubt ist.
   Anm. Im Nieders. lautet der Donnerstag, Donnerdag, Dunnerdag, bey dem Notker Toniristac, im Oberdeutschen auch Dornstag, im Engl. Thursday, im Schwed. Torsdag. In einigen Oberdeutschen Gegenden, z. B. im Österreichischen heißt der Donnerstag noch jetzt Pfinztag, Pfinsttag, welche Benennung schon alt ist, und dem Dieterich von Stade zu Folge, von πεντε, fünf, abstammen soll, weil dieser Tag der fünfte in der Woche ist, daher die Russen ihn auch Poeatnik nennen; oder wie Cluver, Leibnitz, und Eckard wollen, von dem alten Gotte Pen, Penin, der bey den südlichen Deutschen die Stelle des Jupiters oder Thors vertreten haben soll.
 
Artikelverweis Der
Donnerstern, des -es, plur. die -e, S. Adelung Donnerkeil. Auch der Echinit wird zuweilen von dem großen Haufen mit diesem Nahmen belegt, weil er bey einem Gewitter unter dem Hagel mit vom Himmel fallen soll.
 
Artikelverweis Die
Donnerstimme, plur. die -n, figürlich, eine fürchterliche, schreckliche Stimme.
 
Artikelverweis Der
Donnerstrahl, des -es, plur. die -en, der Blitzstrahl, so fern er von einem lauten Donner begleitet wird.
 
Artikelverweis Die
Dónnerwáche, plur. die -n, bey den Truppen, eine Wache, welche sich bey einem Gewitter in dem Hause des Hauptmannes und Obersten einfinden muß, die Montirungs-Kammer und Fahnen im Nothfalle zu retten.

[Bd. 1, Sp. 1519]



 
Artikelverweis Das
Donnerwêtter, des -s, plur. ut nom. sing. ein Gewitter, im Gegensatze des Hagelwetters, Sturmwetters u. s. f. Es kommt ein Donnerwetter. Im Oberdeutschen ein Strahlwetter.
 
Artikelverweis Die
Donnerwolke, plur. die -n, eine Gewitterwolke, eine mit entzündbaren Dünsten und elektrischer Materie angefüllete Wolke. Im Osnabrückischen Grummelthoren.
 
Artikelverweis Das
Donnerwort, des -es, plur. die -e, figürlich, ein schreckliches Wort, eine furchtbare Rede. Der Schatz versinkt auf dieses Donnerwort, Haged. Ich hörete Donnerworte des Fluches.
 
Artikelverweis 
Döpel, S. Adelung Döbel.

 

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