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Dónnerbārt bis Donnerschlag (Bd. 1, Sp. 1516 bis 1518)
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Artikelverweis Der Dónnerbārt, des -es, plur. inus. eine nur in einigen Gegenden übliche Benennung der gemeinen oder großen Hauswurz, welche im Latein. auch Barba Jovis, im Franz. aber Joubarbe genannt wird, weil man ehedem glaubte, der Blitz schlage in ein Haus nicht, auf welches dieses Kraut gepflanzet sey. S. Adelung Hauswurz. Daß Donner zuweilen auch den Thor der alten Nordländer bedeutet, erhellet unter andern auch aus dem Nahmen Donnerstag.
 
Artikelverweis Der
Donnerbêsen, des -s, plur. inus. im gemeinen Leben, die Benennung eines straubigen Gewächses, welches einem Neste gleichet, und zuweilen auf den Ästen der Bäume, besonders aber des Tangelholzes angetroffen wird. Der große Haufe bildet sich ein, daß es von dem Blitze erzeuget werde.
 
Artikelverweis Die
Donnerbohne, plur. inus. eine an einigen Orten übliche Benennung des Knabenkrautes, oder der fetten Henne; Sedum, L. S. diese Wörter. Es wird auch Donnerkraut genannt.
 
Artikelverweis Die
Donnerbüchse, plur. die -n, eine veraltete Benennung einer eben so ungewöhnlich gewordenen Art sehr großer und kurzer

[Bd. 1, Sp. 1517]


Kanonen, welche von ihrem heftigen Knalle so genannt wurden. Sie waren das erste Geschütz, welches man nach der Erfindung des Schießpulvers einführete, werden aber jetzt nur noch zuweilen in den Zenghäusern angetroffen.
 
Artikelverweis Der
Donnerflug, des -es, plur. inus. im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme der Hohlwurzel, oder des knolligen Erdrauches; Fumaria bulbosa, L. welches auch Tonitruifuga genannt wird, weil das Kraut verwelkt und sich verlieret, so bald es donnert.
 
Artikelverweis Der
Donnerkeil, des -es, plur. die -e. 1) Im gemeinen Leben, der Blitz, doch nur so fern derselbe in Gestalt zackiger Strahlen dem Jupiter, in dessen Abbildungen in die Hand gegeben wird. 2) Ein zugespitzter keilförmiger Stein, welcher zuweilen in der Erde gefunden wird, und von welchem die Einfalt des großen Haufens glaubt, daß er mit dem Blitze auf die Erde falle. Einige solcher Steine, besonders diejenigen, welche rund und zugespitzt sind, sind versteinerte Belemniten, S. dieses Wort. Andere sind steinerne Streitäxte, deren sich das Alterthum bedienete, und diese werden im gemeinen Leben Donneräxte genannt. Beyde Arten heißen bey dem großen Haufen auch Donnersteine, Strahlsteine, Donnerpfeile, Schoßsteine, Alpschosse, Pfeilsteine u. s. f.
 
Artikelverweis Das
Donnerkraut, des -es, plur. inus. S. Adelung Donnerbohne.
 
Artikelverweis 
Donnern, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und so wohl unpersönlich, als auch persönlich gebraucht wird. 1. Unpersönlich ist dieses Wort im gemeinen Leben am üblichsten, da es denn eigentlich von demjenigen langsamen dumpfigen Getöse gebraucht wird, welches man nach der Entzündung eines Blitzes in der Luft höret. Es donnert. Es hat gedonnert. Es wird bald donnern. Und der Herr ließ donnern und hageln, 2 Mos. 9, 23. 2. Persönlich ist es der höhern Schreibart vorzüglich eigen, und wird alsdann, 1) so wohl eigentlich gebraucht, den Donner hervor bringen. Die Wolken donnerten, Ps. 77, 18. Zwar kommen donnernde Wolken im segenvollen Sommer, Geßn. Der Herr donnert vom Himmel, 2 Sam. 22, 14. Gott donnerte, da floh der Feind, Gleim. Als auch, 2) figürlich. (a) Einen fürchterlichen, dem Donner ähnlichen Schall von sich geben. Fallende Häuser donnern hier über unsern Häuptern, Dusch. Das wüste Geschrey des erschrockenen Pöbels läuft durch die Gassen und donnert gen Himmel, ebend. Eine donnernde Stimme.
   Weil noch der Freyheit Ruf nicht in ihr Ohr
   Gedonnert hat,
   Weiße.
   Vom donnernden Lärm erbebte das Zimmer,
   Zach. Die Kanonen donnern. (b) Mit Eifer und Nachdruck reden, Wider jemanden donnern, Less. d. i. fürchterlich eifern.
   Hier hat Demosthenes gedonnert und geblitzt,
   Opitz.
   Der arme Liebling stand wie angedonnert da,
   Wiel. Anm. Im Nieders. lautet dieses Zeitwort dunnern, bey dem Notker toneron, in Schlesien donnern, im Dän. dundre, im Engl. thunder, im Holländ. dondern, im Franz. tonner, im Latein. tonare, im Angels. dunnan. Es ist unstreitig ein Intensivum oder Iterativum von tönen, und ahmet besonders den erschütternden Schall des Donners nach. Die Franken und Schwaben haben dafür ein anderes Zeitwort, welches thurnen, thornen, doren, lautet, und gleichfalls eine Nachahmung des Schalles ist, aber auch vermuthlich zu der Benennung des Gottes Thor in dem heidnischen Alterthume Gelegenheit gegeben hat. Grummeln, grommen, grommeln, ist ein Nieders. Verbum, welches gleichfalls donnern bedeutet, und mit dem Wendischen grame überein kommt. S. Adelung Donner. Das Hauptwort der Donnerer wird zuweilen von den Dichtern für den Jupiter gebraucht.

[Bd. 1, Sp. 1518]



 
Artikelverweis Die
Donnernêlke, plur. die -n, eine Art wilder Nelken, welche auf den Wiesen Europens wächset, und einzelne Blumen mit zwey lanzettförmigen Kelchschuppen und gekerbten Kronenblättern hat; Dianthus deltoides, L. Weil sie roth aussiehet, wird sie auch Blutnelke oder Blutnägelein, sonst aber auch Steinnelke genannt.
 
Artikelverweis Die
Donnerrêbe, plur. inus. an einigen Orten ein Nahme derjenigen Pflanze, welche an andern unter der Benennung des Gundermannes, der Gunderrebe, des Erdepheues, Glecoma, L. bekannter ist; S. diese Wörter.
 
Artikelverweis Der
Donnerschlag, des -es, plur. die -schläge, der laute Knall eines entzündeten Blitzes. Es geschahe ein Donnerschlag. Donnerschläge krachten von jeder Gegend des Himmels siebenfach wieder, Dusch. Das war ein rechter Donnerschlag in seinen Ohren, eine fürchterliche, schreckliche Nachricht. Ach, ich Unglückliche, das wäre ein Donnerschlag für mich! Ach, welch ein schrecklicher Donnerschlag wird einst diese Verblendung zerstreuen!
   Anm. Donnerslag kommt schon bey dem Stryker, und Durnschlag, um das Jahr 1477 in Schwaben vor. Außerdem ist in Oberdeutschland auch Donnerklapf in eben dieser Bedeutung üblich.

 

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