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Donlage bis Donnerkeil (Bd. 1, Sp. 1515 bis 1517)
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Artikelverweis Die Donlage, plur. die -n. 1) In dem Bergbaue, die abhängige Richtung eines Ganges oder einer andern Fläche; ohne Plural. S. Adelung Donlege. 2) Eine abhängige Fläche selbst.
 
Artikelverweis Die
Donlaite, plur. die -n, in dem Bergbaue, Latten, welche in donlegen Schächten der Länge nach auf die Donhölzer angenagelt werden, damit vermittelst derselben die Kübel desto leichter herauf gezogen werden können. S. das folgende.
 
Artikelverweis 
Donlêge, oder donlêgig, adj. et adv. welches nur im Bergbaue üblich ist, abhängig, schief, mit dem Horizonte einen spitzigen Winkel machend, nicht nach der Bley- oder Wasserwage, sondern nach der Diagonal-Linie gehend. Ein donleger, oder donlegiger Schacht, Gang u. s. f. Einige machen noch einen Unterschied zwischen donlegen und flachen Gängen. Die erstern sind alsdann diejenigen, welche 50 Grad von dem Horizonte, und 10 Grad von dem Scheitel abstehen, die letztern aber, deren Fallen von der Horizontal-Linie zwischen 50 und 20 Grad beträgt. Allein die meisten Schriftsteller weichen in dieser Bestimmung sehr von einander ab, daher der ganze Unterschied von andern gar verworfen wird.
   Anm. Die erste Hälfte dieses Wortes ist das veraltete Don, abhängig, von welchem ehedem auch das Verbum donen, abhängig seyn, und figürlich neigen, geneigt seyn, üblich war. Frisch führet von dem letztern folgende Stelle aus dem Jeroschin, einem alten Dichter aus dem 14ten Jahrhunderte, an;
   Der Tuvil schunte,
   Die Dir erklich
   Daz si abir donte
   Uf dez Ungelouben spor, der Teufel reitzte die Leute arger Weise, daß sie sich wiederum neigten zu des Unglaubens Spur. Im Hannöverischen bedeutet döns, und im Engl. down, noch jetzt unten, niederwärts. Im Schwed. bedeutet dunsa fallen, welches Ihre von Dunt, ein Schlag, ableitet. Ob das alte Dun, ein Hügel, wegen der abhängigen Seiten, auch hierher gehöret, lässet sich nicht mit Gewißheit behaupten. Nur Unwissende haben dieses und die vorher gehenden Wörter von den Tonnen ableiten können, welche in donlegen Gegenden auf dem Liegenden aufliegen. Was die letzte Hälfte des Wortes donlege betrifft, so bedeutet zwar leeg, noch jetzt in Niedersachsen niedrig, und figürlich auch böse, schlimm, lasterhaft, womit auch das Schwedische laeg, das Isländ. lagr, überein kommt. Allein weil dieses Wort alsdann eine ungewöhnliche Tavtologie enthalten würde, so scheinet lege und Lage hier überhaupt die Richtung zu bedeuten. S. Adelung Lage und liegen.
 
Artikelverweis Der
Donner, des -s, plur. ut nom. sing. der Knall von der Entzündung des Blitzes in der Luft, besonders wenn man diesen Knall in einiger Entfernung und langsam tönend höret. 1. Eigentlich. Ich höre den Donner über mir. Demnach brüllet der Donner und wenn sein Donner gehöret wird kann mans nicht aufhalten, Hiob 37, 4.
   Der Donner rollt schon fürchterlich umher,
   Weiße. Im gemeinen Leben ist dieses Wort nur in der einfachen Zahl üblich; allein in der höhern und poetischen Schreibart gebraucht man es auch in der mehrern.
   Wie reden so laut die Donner herunter!
   Klopst.
   Den Donnern der Mitternacht gleich,
   Zachar.
   Ihr sollt hier sicherlich die schwersten Donner fühlen,
   Gryph.
   Und schon hör ich entfernt die lauten Donner rollen,
   Weiße. Im Oberdeutschen kommt es auch von einzelnen Donnerschlägen, oder von einzelnen Tönen des Donners vor. Ich höre einen Donner, wo ein Hochdeutscher sagen würde, ich höre donnern,

[Bd. 1, Sp. 1516]


oder ich höre einen Donnerschlag. Nennen sie mich nicht ihren Freund; dieser Nahme ist ein Donner in meinen Ohren, d. i. ein Donnerschlag. Dahin gehören auch die biblischen Ausdrücke, die Stimme eines großen Donners, Offenb. 14, 2, und eines starken Donners, Kap. 19, 6. 2. Figürlich. 1) Die Ursache des Donners, der Blitz. Daher die im gemeinen Leben übliche R. A. von dem Donner gerühret, erschlagen, getroffen werden. Der Donner hat in dieses Haus eingeschlagen. Vulcan mußte dem Jupiter seine Donner, d. i. seine Donnerkeile, seine Blitze, schmieden. 2) Ein Gewitter, eine Gewitterwolke. Du wirst heimgesucht werden, mit Wetter und großem Donner, Es. 29, 6. 3) Andere Arten des Getöses, welche dem Donner gleichen. Der Donner des Geschützes. Besonders bey den Dichtern.
   Vom wilden Donner des Hammers
   Schallt ein lautes vermischtes Gebrüll in die hohen Gebirge,
   Zachar.
   Wagen auf Wagen rollen heraus mit donnernden Rädern
   Über die rasselnden Brücken, die unter dem Donner erbeben,
   Zachar. 4) In einigen Zusammensetzungen, besonders in der höhern Schreibart, bedeutet dieses Wort so viel als dem Gehöre schrecklich, fürchterlich. Donnertöne, Donnerworte, schreckliche Töne, Worte. Eine Donnerstimme, eine furchtbare Stimme.
   Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort Dunner, im Holländ. Donder, im Engl. Thunder, im Angels. Thunor, bey dem Tatian Thonar, bey dem Notker Tonner, in dem alten Gedichte auf den h. Anno Dunnir, im Franz. Tonnerre, im Pers. Tounder, im Latein. Tonitru. Es gehöret zu dem Zeitworte tönen, und im Schwed. bedeutet Dunder ein jedes dumpfiges rollendes Getöse, welches dem Donner gleichet. So fern der Donner ehedem dem Thor oder dem Jupiter zugeschrieben wurde, wurde derselbe im Schwed. auch Tordon, und im Dän. Torden, genannt, d. i. Thors Getöne. Die Niedersachsen haben noch ein anderes Wort, den Donner zu benennen, welches gleichfalls eine Nachahmung seines Schalles ist, und Grummel lautet, womit das Pohlnische und Russische Grom, das Böhmische Hrom, und das Krainerische Germy, alle in der Bedeutung des Donners, überein kommen. In dem heldnischen Alterthume wurde auch der Thor, der dem Jupiter der Griechen und Römer sehr ähnlich war, der Donner, Thunder, genannt. S. Donnerbart und Donnerstag.
 
Artikelverweis Die
Donneraxt, plur. die -äxte, S. Adelung Donnerkeil.
 
Artikelverweis Der
Dónnerbārt, des -es, plur. inus. eine nur in einigen Gegenden übliche Benennung der gemeinen oder großen Hauswurz, welche im Latein. auch Barba Jovis, im Franz. aber Joubarbe genannt wird, weil man ehedem glaubte, der Blitz schlage in ein Haus nicht, auf welches dieses Kraut gepflanzet sey. S. Adelung Hauswurz. Daß Donner zuweilen auch den Thor der alten Nordländer bedeutet, erhellet unter andern auch aus dem Nahmen Donnerstag.
 
Artikelverweis Der
Donnerbêsen, des -s, plur. inus. im gemeinen Leben, die Benennung eines straubigen Gewächses, welches einem Neste gleichet, und zuweilen auf den Ästen der Bäume, besonders aber des Tangelholzes angetroffen wird. Der große Haufe bildet sich ein, daß es von dem Blitze erzeuget werde.
 
Artikelverweis Die
Donnerbohne, plur. inus. eine an einigen Orten übliche Benennung des Knabenkrautes, oder der fetten Henne; Sedum, L. S. diese Wörter. Es wird auch Donnerkraut genannt.
 
Artikelverweis Die
Donnerbüchse, plur. die -n, eine veraltete Benennung einer eben so ungewöhnlich gewordenen Art sehr großer und kurzer

[Bd. 1, Sp. 1517]


Kanonen, welche von ihrem heftigen Knalle so genannt wurden. Sie waren das erste Geschütz, welches man nach der Erfindung des Schießpulvers einführete, werden aber jetzt nur noch zuweilen in den Zenghäusern angetroffen.
 
Artikelverweis Der
Donnerflug, des -es, plur. inus. im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme der Hohlwurzel, oder des knolligen Erdrauches; Fumaria bulbosa, L. welches auch Tonitruifuga genannt wird, weil das Kraut verwelkt und sich verlieret, so bald es donnert.
 
Artikelverweis Der
Donnerkeil, des -es, plur. die -e. 1) Im gemeinen Leben, der Blitz, doch nur so fern derselbe in Gestalt zackiger Strahlen dem Jupiter, in dessen Abbildungen in die Hand gegeben wird. 2) Ein zugespitzter keilförmiger Stein, welcher zuweilen in der Erde gefunden wird, und von welchem die Einfalt des großen Haufens glaubt, daß er mit dem Blitze auf die Erde falle. Einige solcher Steine, besonders diejenigen, welche rund und zugespitzt sind, sind versteinerte Belemniten, S. dieses Wort. Andere sind steinerne Streitäxte, deren sich das Alterthum bedienete, und diese werden im gemeinen Leben Donneräxte genannt. Beyde Arten heißen bey dem großen Haufen auch Donnersteine, Strahlsteine, Donnerpfeile, Schoßsteine, Alpschosse, Pfeilsteine u. s. f.

 

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