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Dōmprōpst bis Donlêge (Bd. 1, Sp. 1514 bis 1515)
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Artikelverweis Der Dōmprōpst, des -es, plur. die -pröpste, der Propst an einem Domstifte, S. Adelung Propst.
 
Artikelverweis Die
Domschnêpfe, plur. die -n, eine Art Schnepfen mit einem flachen und am Ende niedergebogenen Schnabel; Falcinellus, L. Dän. Ryle.
 
Artikelverweis Das
Domstift, des -es, plur. die -e, eine Domkirche mit allem ihrem Zubehör. Ingleichen ein Dom Capitel und dessen Bischof oder Erzbischof, als ein Ganzes betrachtet. S. Adelung Stift.
 
Artikelverweis Der
Donāt, des -es, plur. die -e, eine Lateinische Sprachlehre für Schulen, von dem Aelius Donatus, einem Sprachlehrer des 4ten Jahrhundertes, dessen Grammatik viele Jahrhunderte hindurch in den Schulen üblich war. Daher der Donat-Schnitzer, ein Fehler wider die Lateinische Sprachlehre.
 
Artikelverweis Das
Donbrêt, des -es, plur. die -er, im Bergbaue, Breter, welche in einem donlegen Schachte die Länge nach auf das Liegende befestiget, und auf die Donhölzer angenagelt werden. S. Adelung Donholz und Donlege.
 
Artikelverweis Die
Done, S. Adelung Dohne.
 
Artikelverweis Das
Dōnsách, des -es, plur. die -fächer, in dem Bergbaue, die Weite zwischen einem Donholze zu dem andern in donlegen Schächten. S. das folgende, ingleichen Donlege.
 
Artikelverweis Das
Donholz, des -es, plur. die -hölzer. 1) Diejenigen Hölzer, welche in donlegen Schächten quer auf das Liegende befestiget werden, die Donbreter oder Donlatten darauf anzunageln. 2) In den Schmelzhütten sind es starke Zimmerhölzer auf dem Pfalbaume und unter dem Rahmstücke, worauf die Bälge liegen und fallen. Sie gehen donlege, d. i. allmählich schräge nieder, und werden in der gemeinen Mundart der Bergleute auch Dombhölzer, Domhölzer, genannt.

[Bd. 1, Sp. 1515]



 
Artikelverweis Die
Donlage, plur. die -n. 1) In dem Bergbaue, die abhängige Richtung eines Ganges oder einer andern Fläche; ohne Plural. S. Adelung Donlege. 2) Eine abhängige Fläche selbst.
 
Artikelverweis Die
Donlaite, plur. die -n, in dem Bergbaue, Latten, welche in donlegen Schächten der Länge nach auf die Donhölzer angenagelt werden, damit vermittelst derselben die Kübel desto leichter herauf gezogen werden können. S. das folgende.
 
Artikelverweis 
Donlêge, oder donlêgig, adj. et adv. welches nur im Bergbaue üblich ist, abhängig, schief, mit dem Horizonte einen spitzigen Winkel machend, nicht nach der Bley- oder Wasserwage, sondern nach der Diagonal-Linie gehend. Ein donleger, oder donlegiger Schacht, Gang u. s. f. Einige machen noch einen Unterschied zwischen donlegen und flachen Gängen. Die erstern sind alsdann diejenigen, welche 50 Grad von dem Horizonte, und 10 Grad von dem Scheitel abstehen, die letztern aber, deren Fallen von der Horizontal-Linie zwischen 50 und 20 Grad beträgt. Allein die meisten Schriftsteller weichen in dieser Bestimmung sehr von einander ab, daher der ganze Unterschied von andern gar verworfen wird.
   Anm. Die erste Hälfte dieses Wortes ist das veraltete Don, abhängig, von welchem ehedem auch das Verbum donen, abhängig seyn, und figürlich neigen, geneigt seyn, üblich war. Frisch führet von dem letztern folgende Stelle aus dem Jeroschin, einem alten Dichter aus dem 14ten Jahrhunderte, an;
   Der Tuvil schunte,
   Die Dir erklich
   Daz si abir donte
   Uf dez Ungelouben spor, der Teufel reitzte die Leute arger Weise, daß sie sich wiederum neigten zu des Unglaubens Spur. Im Hannöverischen bedeutet döns, und im Engl. down, noch jetzt unten, niederwärts. Im Schwed. bedeutet dunsa fallen, welches Ihre von Dunt, ein Schlag, ableitet. Ob das alte Dun, ein Hügel, wegen der abhängigen Seiten, auch hierher gehöret, lässet sich nicht mit Gewißheit behaupten. Nur Unwissende haben dieses und die vorher gehenden Wörter von den Tonnen ableiten können, welche in donlegen Gegenden auf dem Liegenden aufliegen. Was die letzte Hälfte des Wortes donlege betrifft, so bedeutet zwar leeg, noch jetzt in Niedersachsen niedrig, und figürlich auch böse, schlimm, lasterhaft, womit auch das Schwedische laeg, das Isländ. lagr, überein kommt. Allein weil dieses Wort alsdann eine ungewöhnliche Tavtologie enthalten würde, so scheinet lege und Lage hier überhaupt die Richtung zu bedeuten. S. Adelung Lage und liegen.

 

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