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Dolmêtscher bis Dōmino (Bd. 1, Sp. 1512 bis 1514)
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Artikelverweis Der Dolmêtscher, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Dolmetscherinn, plur. die -en, ein Wort, welches gleichfalls nur noch von denjenigen Personen gebraucht wird, welche in den fremden Ländern eine in einer unbekannten Sprache vorgetragene Rede mündlich in eine bekanntere übersetzen. Ehedem gebrauchte man es von einem jeden Übersetzer. Zuweilen kommt es auch figürlich vor. Ich habe mir einen Vorwurf zu machen, daß ich ihn zum Dolmetscher meiner Absichten gemacht, Weiße. Ehedem lautete dieses Wort nur der Dolmetsch, des -en, plur. die -en, welche Form aber veraltet ist. S. das vorige.
 
Artikelverweis Der
Dom, des -es, plur. die -e. 1) Eigentlich, eine Art eines runden, hohen Daches, welches man noch häufiger eine Kuppel zu nennen pfleget, S. dieses Wort. Eine Kirche mit einem prächtigen Dome. Diese Bedeutung ist zwar im Hochdeutschen selten, allein im Oberdeutschen kommt sie noch zuweilen vor. 2) Figürlich, eine Kirche mit einem Dome, und weil nur die bischöflichen Kirchen ehedem auf diese Art gebauet wurden, eine Kirche, an welcher sich ein Hochstift befindet, eine Kathedral-Kirche, oder die Hauptkirche eines Erzbischofes oder Bischofes; eine Domkirche. In dieser Bedeutung ist das Wort heut zu Tage, besonders im Hochdeutschen, noch am üblichsten. In weiterer Bedeutung wird zuweilen im gemeinen Leben auch eine jede Stiftskirche, eine Collegial-Kirche, ein Dom, oder eine Domkirche genannt, wie z. B. von dem Dome zu Erfurt bekannt ist, obgleich auch dieser anfänglich zu einer bischöflichen Kirche gestiftet worden.
   Anm. Im Deutschen kommt dieses Wort wohl am ersten in den Monseeischen Glossen vor, wo Tuom, durch matrix, d. i. eine Mutterkirche, oder Kathedral-Kirche, erkläret wird. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort noch jetzt Thum. Der Mangel der Kenntniß der eigentlichen Bedeutung hat Wachtern und viele andere verführet, dieses Wort von dem veralteten Duom, Thuomo, Gericht, Gewalt, abzuleiten, S. Adelung Thum, welcher Ableitung selbst ein sonst so scharfsichtiger Ihre beypflichtet, welcher glaubet,

[Bd. 1, Sp. 1513]


die Domkirchen hätten von der mit denselben verbundenen geistlichen Gerichtsbarkeit den Nahmen. Allein δωμα, in dem mittlern Lateine Doma, bedeutete anfänglich einen Altan, hernach eine Kuppel, welche Bedeutung das Franz. Dome noch jetzt hat. S. du Fresne Gloss. v. Doma. Domo, Duomo, ist im Ital. gleichfalls eine Kathedral-Kirche, und es ist glaublich, daß die Deutschen das Wort aus dieser Sprache entlehnet haben. Wäre diese Ableitung nicht vorzüglich wahrscheinlich, so würde das Lat. Domus alle Mahl eine bessere Abstammung an die Hand geben, als das veraltete Duom, Gericht; indem die Kirchen in den mittlern Zeiten sehr oft ein Haus, domus, desjenigen Heiligen genannt werden, zu dessen Ehre sie gestiftet waren. S. auch Münster.
 
Artikelverweis Die
Domǟne, plur. die -n, oder das Domänen-Gut, des -es, plur. die -Güter, aus dem Franz. Domaine, und dieß aus dem mittlern Latein. Domanium, ein Gut, welches zu dem Unterhalte des Landesfürsten und dessen Familie, und andern landesfürstlichen Ausgaben gewidmet ist; ein Kammergut, Tafelgut, Krongut, wenn der Landesfürst eine Krone träget. Daher die Domänen-Kammer, ein Collegium, welches die höchste Aufsicht über die Verwaltung der Domänen hat, und zuweilen auch nur schlechthin die Kammer genannt wird, der Domainen-Rath u. s. f.
 
Artikelverweis Der
Domback, des -es, plur. inus. außer wenn mehrere Arten dieses Metalles angedeutet werden sollen, die -e, ein durch die Kunst gemachtes Metall, welches am häufigsten aus Kupfer und einem Zusatze von Zink, oder Galmey, sonst aber auch aus andern Mineralien verfertiget wird, und wenn es sein ist, dem Golde nicht unähnlich siehet. Es soll den Nahmen von einem Engländer Nahmens Domback haben, der es am ersten als eine Waare in den Gang gebracht, denn schon lange vor ihm hatte man es unter dem Nahmen des Auri sophistici gekannt. Allein da Tombago im Malayischen Kupfer bedeutet, und das feinste Kupfer von dieser Halbinsel kommt, so stehet es dahin, ob es nicht vielmehr von diesem Worte den Nahmen hat. Alsdann aber würde auch die Schreibart mit einem T die richtigere seyn.
 
Artikelverweis Das
Dōm-Capītel, des -s, plur. ut nom. sing. alle an einer Domkirche befindliche Domherren, als ein Ganzes betrachtet; ingleichen deren Versammlung, und der Ort, wo sie sich versammeln; ehedem die Thumerey. S. Adelung Capitel 3.
 
Artikelverweis Der
Dōm-Dếchant, des -es, plur. die -e, der Dechant eines Domstiftes, oder in dem Capitel an einer Domkirche. S. Adelung Dechant.
 
Artikelverweis Die
Domfrau, plur. die -en, an einigen Orten so viel als eine Canonissinn oder Chorfrau. Dom wird in dieser Zusammensetzung in weiterer Bedeutung genommen, in welcher zuweilen auch eine Collegial-Kirche ein Dom genannt wird.
 
Artikelverweis Der
Domhêrr, des -en, plur. die -en, eigentlich ein Chor- oder Capitelsherr an einer Domkirche, oder an einer Kirche, an welcher sich ein Erzbischof oder Bischof befindet. In weiterer Bedeutung zuweilen auch ein Chor- oder Stiftsherr an einer Collegial-Kirche, ein Canonicus. Daher domherrlich oder domherrisch, adj. et adv. den Domherren gehörig. Domherrliche oder domherrische Güter. S. auch Dompfaff, ingleichen Canonicus.
 
Artikelverweis Der
Domicellār, des -en, plur. die -en, oder der Domicellar-Herr, des -en, plur. die -en, an einigen hohen Domstiften die jungen Chorherren, welche noch nicht Sitz und Stimme in dem Capitel haben, zum Unterschiede von den Capitular- oder eigentlichen Domherren; aus dem Latein. Domicellus, ein junger Herr.

[Bd. 1, Sp. 1514]



 
Artikelverweis Der
Dominicāner, des -s, plur. ut nom. sing. oder der Dominicaner-Mönch, Fämin. die Dominicanerinn, plur. die -en, oder die Dominicaner-Nonne, ein Mönch, oder eine Nonne von dem Orden des heil. Dominicus, der 1225 gestiftet worden, und theils der Regel des heil. Augustini, theils auch den Vorschriften seines Stifters folget. Zu Paris heißen sie Jacobiner, im Deutschen aber auch Predigermönche. Daher der Dominicaner- Orden, das Dominicaner-Kloster u. s. f.
 
Artikelverweis Der
Dōmino, subst. indecl. ein lustiger Masken-Habit, welcher bis auf die Knöchel gehet. Ehedem war es eine Tracht der Geistlichen im Winter, welche den Kopf und das Gesicht vor der Witterung bedeckte, und nur bis über die Schultern ging; daher sie von den geistlichen Herren im Ital. und Franz. auch den Nahmen Domino bekam. S. des du Fresne Glossar. v. Domino.

 

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