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Docken bis Dohne (Bd. 1, Sp. 1509 bis 1510)
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Artikelverweis  Docken, verb. reg. 1. Activum, so fern Docke ein zusammen gelegtes Bund Schnüre u. s. f. bedeutet, zu einer Docke machen, aufwickeln; doch nur in den Zusammensetzungen aufdocken, ausdocken, S. diese Wörter. 2. Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, mit der Puppe spielen, Puppen machen. Das Kind will docken. Nieders. dokken, Oberd. tocken, Holländ. tocken.
 
Artikelverweis Das
Dockengeländer, des -s, plur. ut nom. sing. in der Baukunst, ein Geländer, welches aus Docken, d. i. kurzen, meisten Theils gedrechselten Säulen, bestehet.
 
Artikelverweis Der
Dockenstämpel, des -s, plur. ut nom. sing. in den Stampfmühlen, ein Stämpel, etwas damit zu zerstampfen, oder zu zerstoßen.
 
Artikelverweis Der
Dockenstock, des -es, plur. die -stöcke, bey den Drechslern, ein Stock, d. i. hölzerne Docke, worin die eiserne Docke befindlich ist, und die wie ein Reitstock beweglich ist.
 
Artikelverweis Die
Dockforme, plur. die -n, S. 2 Docke.
 
Artikelverweis Der
Dóctor, des -s, plur. die Doctōres, oder Doctōren, aus dem Latein. Doctor, ein Lehrer, ein Ehrennahme dessen, der die höchste Würde in der Theologie, Rechtsgelehrsamkeit, Arzeneykunde und Weltweisheit erhalten hat. Daher die Doctor-Würde, das Doctor Diplom, der Doctor-Hut u. s. f. Im gemeinen Leben wird ein mit dieser Würde begabter Arzt nur κατ' εξοχν ein Doctor genannt, und in weiterer Bedeutung gibt hernach der Pöbel auch einem jeden, der sich, berufen oder unberufen, mit Heilung menschlicher Gebrechen abgibt, diesen Nahmen.
 
Artikelverweis * Der
Dod, des -en, plur. die -en, Fämin. die Dod, plur. die -en, ein nur im Oberdeutschen übliches, im Hochdeutschen aber völlig unbekanntes Wort, einen Pathen oder eine Pathe zu bezeichnen, in allen Bedeutungen dieses Wortes. In Schwaben lautet dieses Wort in dem weiblichen Geschlechte Toda. In andern gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niederdeutschlandes ist Tata bey den Kindern noch jetzt so viel als Vater, oder Mutter. Im Böhmischen bedeutet Ded den Großvater. S. Adelung Deutsch, Atte und Vater.
 
Artikelverweis Die
Dogge, ein Hund, S. 1 Docke.
 
Artikelverweis 1. * Die
Dohle, plur. die -n, ein im Hochdeutschen unbekanntes, in den gemeinen Mundarten Ober- und Niederdeutschlandes aber sehr häufiges Wort, einen Canal, einen Graben, zur Ableitung des Wassers und anderer Feuchtigkeiten, eine Abzucht, anzudeuten. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort Dole, Dolle, Tole. In den Monseeischen Glossen wird Dolun durch cloacas erkläret. Im Nieders. ist Dole eine kleine Grube, welche als ein Merkmahl

[Bd. 1, Sp. 1510]


auf den Äckern aufgeworfen wird. In einigen Oberdeutschen Gegenden ist dieses Wort männlichen Geschlechtes, der Dohl. Im Wallisischen ist Twll, ein Loch, eine Grube, welche Bedeutung auch das Goth. Daly, das Schwed. Tull, das Pohln. Dol, das Böhm. Dulek und das Engl. Till hat. S. Adelung Dille. Im mittlern Lateine kommt Dola für einen niedrigen am Wasser gelegenen Acker vor, und auf dem Lande um Leipzig und in Meißen ist Dölle oder Tölle, eine niedrige Stelle in einem Acker, in welcher sich in nassen Jahren das Wasser sammelt; S. Thal und Teller. Du Fresne führet bey dem Worte Dolium folgende Stelle aus einer Urkunde von 1191 an: Decretum est quod Domini de Vico habeant in perpetuum medietatem pulmenti, et quod Praepositio et ecclesiae Magalonensi remaneat salvum in perpetuum totum pulmentum, seu usaticum dolii Gradus; quod dolium ita interpretatur, quantum durant undique littora maris, id est, quantum durat canalis a mari usque ad stagnum. Er weiß dabey nicht, was er aus dem Worte dolium hier machen soll, und möchte es gern für einen Fehler des Abschreibers halten, der dolium für Dnium, d. i. Dominium, gelesen. Allein es ist deutlich genug, daß es unser Wort Dohle ist.
 
Artikelverweis 
2. Die Dohle, plur. die -n, ein Waldvogel, mit einem zusammen gedrückten und gewölbten Schnabel, welcher zu den Krähen gehöret, und vorn drey und hinten Eine Zehe, einen grünen Hinterkopf, eine schwarze Stirn, schwarze Flügel und einen schwarzen Schwanz hat.
   Anm. In den gemeinen Mundarten lautet dieses Wort Dahle, Duhle, Thole, welches ohne Zweifel eine Nachahmung seines natürlichen Geschreyes ist, womit auch hier die letzte Hälfte des Latein. Nahmens Monedula überein kommt. In Liefland und andern Gegenden ist das Diminut. Thalken üblich. In dem 1501 zu Rom gedruckten Deutsch-Ital. Vocabulario wird das Ital. Tatula durch Tul erkläret. Von seinem Geschreye hat dieser Vogel so wohl im Deutschen als in den fremden Sprachen noch verschiedene andere Nahmen bekommen. In den Graubünden heißt er Been; in der Schweiz Alprabe, Alpkachle; in Steiermark Däche; in Wien Dächer; in Schwaben Dule; in andern Oberdeutschen Gegenden Gauch, Jacke, Schneegäcke; im Nieders. Gakke, Älke; im Engl. Chough, Jay, Daw, Jackdaw; im Französ. Gay, Choucas; um Osnabrück Kae, um Bremen Kakkreie, an andern Orten Kayken; im Dän. Kaae, Alleke; im Holländ. Kaw, Kae; in der Mark Brandenburg Krucke, Klas, Kläs; im Griech. Κολοιος; im Russischen Galka, Pliza; im Böhmischen Kawka, Wrana; im Norweg. Allike, Kaa, Kaye, Raage.
 
Artikelverweis Die
Dohne, plur. die -n, ein größten Theils Niedersächsisches Wort, diejenigen, meisten Theils mit hölzernen Bügeln versehenen Schlingen auszudrucken, worin man zur Herbstzeit Drosseln und andere kleine Vögel zu fangen pfleget, und welche sonst auch Sprenkel, im Oberdeutschen Schneiden, Schneißen, am Rheinstrome Baumgerichte, und in Niedersachsen auch Snirren genannt werden. Dohnen legen, stellen.
   Anm. Bey dem Plautus kommt Tenus schon in eben derselben Bedeutung vor:
   Nunc ab transenna turdus lubricum petit:
   Pendebit hodie putore, ita intendi tenus. Das Schwed. Dåna bedeutet gleichfalls eine solche Vogelschlinge. Leibnitz leitet es von dehnen, Wachter von dem Angels. Tan, bey dem Ulphilas Taino, ein dünner Zweig, Reiß, eine Ruthe, (S. Adelung Zaun,) Ihre aber von dem Gothischen Than, eine Sehne, her; S. Sehne.

[Bd. 1, Sp. 1511]


 

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