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Diēnstpfrd bis Dies (Bd. 1, Sp. 1491 bis 1492)
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Artikelverweis Das Diēnstpfrd, des -es, plur. die -e, ein Pferd, so fern es zum Dienste anderer gebraucht wird. So werden die Pferde, womit die Dienstleute fröhnen müssen, ingleichen die Pferde der Reiterey, mehrmahls Dienstpferde genannt.
 
Artikelverweis Die
Dienstpflicht, plur. inus. 1) Die Verbindlichkeit zu gewissen Diensten aller Art, in welcher Bedeutung aber dieses Wort wenig vorkommt. 2) Die Verbindlichkeit zu Hofdiensten, im Gegensatze der Lehnspflicht, welche eigentlich nur auf Kriegesdienste gerichtet war. 3) An einigen Orten, derjenige Eid, welchen ein Bedienter seinem Herren, und der Unterthan seiner Grundherrschaft ablegen muß, und worin er sich besonders zur treuen Leistung der schuldigen Dienste verpflichtet.
 
Artikelverweis 
Dienstpflichtig, adj. et adv. zu gewissen Diensten verpflichtet, besonders zu Frohndiensten verpflichtet. Ein dienstpflichtiges Gut, ein dienstpflichtiger Bauer. So auch die Dienstpflichtigkeit, plur. car.
 
Artikelverweis Das
Dienstrêcht, des -es, plur. inus. das Recht, von einem andern gewisse Dienste zu fordern. Besonders in Niedersachsen, das Recht, gewisse Zwang- oder Frohndienste von den Leibeigenen zu fordern; die Dienstgerechtigkeit. S. Adelung Dienstzwang.
 
Artikelverweis 
Dienstschuldig, adj. et adv. welches mit dienstpflichtig einerley Bedeutung hat, aber nur noch zuweilen in den Unterschriften der Briefe zwischen Personen gleichen Ranges gebraucht wird. Ich bin ihr dienstschuldiger, oder im Superlativ, dienstschuldigster Diener.
 
Artikelverweis Der
Diensttag, S. Adelung Dinstag.
 
Artikelverweis 
Dienstverwandt, adj. et adv. im gemeinen Leben, zu gewissen Diensten verwandt, d. i. verbunden. Ein Dienstverwandter, ein Leibeigener, ein Dienstmann, Fröhner.

[Bd. 1, Sp. 1492]



 
Artikelverweis 
Dienstwillig, -er, -ste, adj. et adv. willig, die Dienste, zu welchen man verbunden ist, zu leisten. Ingleichen, willig, einem andern allerley Dienste der Höflichkeit zu leisten, dienstfertig; in welcher Bedeutung dieses Wort noch am häufigsten in den Unterschriften der Briefe von Vornehmern an Geringere gebraucht wird. Ich bin ihr dienstwilliger, oder im Superlativo dienstwilligster Diener. Das zusammen gesetzte Unterdienstwilligster, welches Opitz in der Zuschrift von Grotii Buch von der Wahrheit der christlichen Religion an den Hauptmann und die Rathmänner der Stadt Breslau gebraucht, ist im Hochdeutschen veraltet. S. Adelung Unter. Daher die Dienstwilligkeit.
 
Artikelverweis * Der
Dienstzaum, ein ungewöhnliches Wort, welches nur 2 Sam. 8, 1, vorkommt, wo die Stadt Gath diesen Nahmen führet, weil sie an der Grenze der benachbarten Länder lag, welche dadurch im Zaume gehalten, und zum Dienste gezwungen werden konnten.
 
Artikelverweis Der
Dienstzwang, des -es, plur. car. das Recht, gewisse Dienste, besonders Frohndienste, von dem andern zu fordern, und ihn dazu zu zwingen, oder anzuhalten, und die Ausübung dieses Rechtes selbst. Den Dienstzwang haben, besitzen, ausüben. S. Adelung Bauernzwang. Besonders an einigen Orten, das Recht der Herrschaften, vermöge dessen ihre Unterthanen gegen einen geringen Lohn in ihre Dienste treten müssen.
 
Artikelverweis 
Dies, S. Adelung Dieser.

 

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