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Dienstfêrtig bis Diensthaus (Bd. 1, Sp. 1489 bis 1490)
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Artikelverweis  Dienstfêrtig, -er, -ste, adj. et adv. fertig, d. i. bereit und geneigt, andern zu dienen, d. i. ihnen auch mit eigner Mühe und Beschwerde Gefälligkeiten zu erweisen. Ein dienstfertiger Mensch. Er hat ein dienstfertiges Gemüth.
 
Artikelverweis Die
Dienstfertigkeit, plur. car. die Bereitwilligkeit, andern auch ohne Vergeltung Gefälligkeiten zu erweisen.
 
Artikelverweis 
Dienstfreundlich, adj. et adv. ein widersinnig zusammen gesetztes Wort, welches auch nur von der niedrigen Höflichkeit im gemeinen Leben gebraucht wird. Mein Bruder lässet dich dienstfreundlich grüßen, freundlich mit Erbiethung seiner Dienste.
 
Artikelverweis 
Dienstfrey, adj. et adv. von gewissen Diensten befreyet. Ein dienstfreyes Gut, welches keine Frohn- und Hofdienste zu leisten hat.
 
Artikelverweis 
Dienstgeflissen, adj. et adv. S. Adelung Dienstbeflissen.
 
Artikelverweis Das
Dienstgêld, des -es, plur. von mehrern Summen, die -er, an einigen Orten dasjenige Geld, welches die Bauern anstatt der zu leistenden Frohndienste an die Grundherrschaft bezahlen. In den Churbraunschweigischen Landen führet auch dasjenige Geld, welches die Juden den geschlossenen adeligen Gerichten für den Schutz entrichten müssen, diesen Nahmen.
 
Artikelverweis Der
Dīenstgenóß, des -ssen, plur. die -ssen, der mit einem andern zu gleichen Diensten, besonders zu gleichen Frohndiensten verbunden ist.
 
Artikelverweis Die
Dienstgerêchtigkeit, plur. inus. das Recht, gewisse Dienste von einem andern zu fordern; das Dienstrecht.
 
Artikelverweis Das
Dienstgeschirr, des -s, plur. die -e, an einigen Orten, dasjenige Geschirr, d. i. Wagen, Pferde und Knechte, mit welchem die Unterthanen dem Gutsherren die Frohndienste leisten müssen. Besonders führet diesen Nahmen zuweilen die Vorspann,

[Bd. 1, Sp. 1490]


welche die Unterthanen dem Landesherren auf seinen Reisen geben müssen, wofür an vielen Orten ein so genanntes Geschirrgeld bezahlet wird.
 
Artikelverweis *
Diensthaft, -er, -este, adj. et adv. welches besonders im Oberdeutschen üblich ist, wo es so wohl dienstpflichtig, d. i. zu gewissen Diensten verpflichtet, als auch dienstfertig, zu dienen bereit, bedeutet, im Hochdeutschen aber seltener gehöret wird. Eben dieses gilt auch von dem verlängerten Beyworte diensthaftig und dem Hauptworte Diensthaftigkeit.
 
Artikelverweis * Das
Diensthaus, des -es, plur. die -häuser, ein Haus, in welchem man zu dienen gezwungen ist; ein ungewöhnliches Wort, welches nur in der Deutschen Bibel vorkommt, wo Ägypten mehrmals das Diensthaus der Israeliten genannt wird; z. B. 2 Mos. 13, 3, 14. Jos. 24, 17. Mich. 6, 4. u. s. f.

 

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