Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dickschnabel bis Diebinn (Bd. 1, Sp. 1481 bis 1482)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Dickschnabel, des -s, plur. die -schnäbel, oder der Dickschnäbler, des -s, plur. ut nom. sing. bey den neuern Schriftstellern des Thierreiches, z. B dem Klein eine allgemeine Benennung aller derjenigen Vögel, welche dicke kreiselförmige Schnäbel haben; Coccothraustes. Besonders wird der braune Steinbeißer oder der Kirschfink der Dickschnabel genannt.
 
Artikelverweis Der
Dickstein, des -es, plur. die -e, ein Diamant, welcher nur auf der obern Hälfte brillantiret worden.
 
Artikelverweis Der
Dickthaler, des -s, plur. ut nom. sing. ein Nahme einer harten Spanischen Silbermünze, welche fünf Kopfstücke oder 27 bis 30 gute Groschen gilt, sonst aber auch Königsthaler, Philippsthaler genannt wird.
 
Artikelverweis Die
Dickung, plur. die -en, S. Adelung Dickicht.
 
Artikelverweis Der
Dickzirkel, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Zirkel, den Durchmesser der Kugeln, ingleichen die Dicke anderer runden Körper damit zu messen. Der Hohlzirkel, Taster und einige andere Werkzeuge sind Arten desselben.
 
Artikelverweis 
Dictam, S. Adelung Diptam.
 
Artikelverweis 
Die, S. Der.
 
Artikelverweis Der
Dieb, des -es, plur. die -e, Fämin. die Diebinn, plur. die -en, der oder die einem das Seinige heimlich und boßhafter Weise entwendet. Sprich. Gelegenheit macht Diebe. Figürlich, ein brennender Nebendocht an einem Lichte, der auch ein Wolf, ingleichen ein Räuber, im Schwed. aber gleichfalls Tiuf genannt wird.

[Bd. 1, Sp. 1482]



   Anm. Dieb, Nieders. Deef, lautet bey dem Ottfried und Tatian Thiob, bey dem Notker Dieb, bey dem Ulphilas Thiubs, im Angels. Diof, im Engl. Thief, im Holl. Dief, im Dän. Tiuff, im Schwed. Tiuf, im Wendis. Tat. Wachter und die meisten Wortforscher behaupten, daß Dieb anfänglich einen Knecht bedeutet habe, und erst nachmahls wegen der Untreue dieser Art Leute in dem heutigen Verstande üblich geworden, welches Schicksal auch das Latein. Fur gehabt. Gewiß ist es, daß Theowe im Angels. einen Knecht, Thiuuui aber bey dem Ottfried, Notker und Tatian, eine Magd bedeuten. Eben diese Bedeutung hat auch das Schwed. Thyr, im Fämin. Thy (S. Dirn), das Böhmische Dewka, eine Magd, und das Griech.θσ, θσσα, ein Knecht, eine Magd, S. Dienen. Ihre bestreitet diese Abstammung, weil das Goth. Thiubs, ein Dieb, und Thius, ein Knecht, zu kurz sind, als daß eines von dem andern herkommen könne. Ihm zu Folge stammet Dieb, servus, von dienen, Dieb, fur, aber von einem unbekannten Verbo her, welches verbergen bedeutet hat, von welchem thiubjo bey dem Ulphilas für heimlich vorkommt; so wie das Griech. κλεπτς von κλεπτω gebildet ist. Im Pohlnischen bedeutet dybie schleichen, lauern; in eben dieser Sprache aber ist Dyba auch der Ort, wo man die Leibeigenen verkauft, ingleichen das Halseisen. In einigen Oberdeutschen Gegenden hat Dieb im Genit. des Dieben und im Plur. die Dieben. Ehedem hatte man auch das Verbum dieben, bey dem Ottfried thiuben, im Angels. deofian, im Engl. to thieve, für stehlen. Die Zusammensetzung Diebsauge, ein diebisches, betriegliches Auge, Diebsbande, Diebsfinger, eine zum Stehlen fertige Hand, Diebsgnoß, Diebsgesell, Diebsgesindel, Diebshöhle, Diebsränke, Diebswirth, der Diebe heget oder beherberget, u. s. f. sind theils niedrig, theils leicht zu verstehen.
 
Artikelverweis Der
Diebel, S. Adelung Döbel.
 
Artikelverweis Die
Dieberēy, plur. die -en, mehrmahlige Diebstähle, wiederhohlte Handlungen des Stehlens, als ein Ganzes betrachtet. Er ist der Dieberey wegen, oder Dieberey wegen in Verhaft genommen worden. Es gehen viele Diebereyen vor.
 
Artikelverweis Die
Diebinn, plur. die -en, S. Adelung Dieb.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: