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Des bis Desto (Bd. 1, Sp. 1467 bis 1468)
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Artikelverweis  Des, der Genit. Sing. des männlichen und ungewissen Geschlechtes so wohl des Artikels der, als auch des Fürwortes der. S. Der und Deß.
 
Artikelverweis Die
Dese, eine Art hölzernen Gefäßes. S. Adelung Döse.
 
Artikelverweis Der
Deserteur, (sprich Desertȫr,) des -s, plur. die -s, aus dem Französischen, ein Soldat, welcher seinen Stand eigenmächtig und böslich verläßt; ein Ausreißer, der, wenn er zum Feinde übergehet, ein Überläufer genannt wird. Daher desertiren, verb. reg. neutr. mit seyn, seine Fahne oder seinen Stand böslich verlassen, ausreißen; die Desertīon, das Ausreißen, die Ausreißung. Ehedem nannte man einen Ausreißer einen Heerflüchtigen, und in noch frühern Zeiten, wie z. B. im Salischen Gesetze, Austrappo, die Desertion aber Herisliz, gleichsam Heereslassung, Heeresverlassung. Im Oberdeutschen ist für Deserteur auch Durchgänger bekannt, so wie man für desertiren, auch im Hochdeutschen durchgehen gebraucht.
 
Artikelverweis 
Desfalls, richtiger Deßfalls, adv. für deßwegen, welches nur im gem. Leben üblich, und aus dem Pronomine der und dem Hauptworte Fall zusammen gesetzet ist, für wegen dieses Falles. Ich habe es deßfalls gethan, damit du dich bessern möchtest. Du darfst

[Bd. 1, Sp. 1468]


deßfalls nicht erschrecken. Deßfalls bleiben wir doch gute Freunde, d. i. dessen ungeachtet.
 
Artikelverweis 
Desgleichen, richtiger Deßgleichen, ein mit dem Genit. des Pronominis der und dem unabänderlichen Adjective gleichen zusammen gesetztes Wort. Es ist, 1) ein Adjectivum indeclinabile, für dessen gleichen. Das ist ein Mensch, deßgleichen ich noch nie gesehen habe. S. Adelung Dergleichen. 2) Eine verknüpfende Conjunction, für ingleichen, wie auch, welche besonders da gute Dienste thut, wenn mehrere Glieder einer Rede verbunden werden sollen. So wohl er, als sie, deßgleichen sein Vater, wie auch seine Schwester. Ihre Priester aber bringen das um, das ihnen gegeben wird, deßgleichen auch ihre Weiber prassen davon, Bar. 6, 27. Die verlängerte Form desselbengleichen oder desselbigen gleichen, welche in der Deutschen Bibel mehrmahls vorkommt, ist im Hochdeutschen veraltet. Desselbigen gleichen sagten sie alle, Marc. 14, 31. Desselbigen gleichen auch den Kelch, Luc. 22, 20. S. Deß.
 
Artikelverweis 
Deshalb, oder deshalben, richtiger Deßhalb und Deßhalben, eine Partikel, welche auf gedoppelte Art üblich ist. 1) Als ein beziehendes Nebenwort, für wegen dessen, deßwegen. Ich habe es deßhalb gethan, damit du nicht erschrecken möchtest. Eben deßhalb komme ich zu dir. 2) Als eine Conjunction, eine Ursache, eine Folge aus dem vorigen anzudeuten, in welchem Falle aber doch derhalben üblicher ist; S. dieses Wort, ingleichen Halbe und Deß.
 
Artikelverweis Der
Despōt, des -en, plur. die -en, aus dem Griechischen, derjenige, welcher seinen Willen oder Eigensinn andern als das höchste Gesetz aufdringet, besonders ein solcher Regent. Daher der Despotísmus, diese Art der Gewalt, wo der Wille eines Einzigen das höchste Gesetz für alle ist; despōtisch, -er, -te, darin gegründet. Ein Tyrann ist von einem Despoten noch sehr verschieden, S. Adelung Tyrann; so wie unumschränkt, welches man zuweilen für despotisch gebraucht, dessen Begriff noch nicht erschöpft.
 
Artikelverweis 
Deß, der verkürzte Genit. Singul. im männlichen und ungewissen Geschlechte des Pronominis der, wenn dasselbe ohne Hauptwort gesetzt wird. Er ist es, deß Richter ich bin. Gemeiniglich schreibt man es in dieser Gestalt nur mit einem kurzen s, des, wie den Artikel, welches aber eben so sehr ein Fehler ist, als wenn man desgleichen, deshalb, deswegen, um deswillen mit einem s schreibet, weil des hier nicht der Artikel, sondern das Pronomen ist, für dessen gleichen, dessen halben, dessen wegen, um dessen willen. S. 2. Der.
 
Artikelverweis 
Dessenthalben, dessentwegen, dessentwillen, S. 2. Der. Anm. 3.
 
Artikelverweis 
Destilliren, verb. reg. act. ein aus dem Latein. destillare gebildetes Wort, die flüssigen und flüchtigen Theile eines Körpers in verschlossenen Gefäßen vermittelst der Wärme absondern; da sich denn dieses Wort so wohl auf denjenigen Körper beziehet, von welchem die Absonderung geschiehet, Kräuter, Essig, Weingeist, Schwefel, Salpeter u. s. f. destilliren, als auch auf denjenigen, der dadurch abgesondert wird, Branntwein, gebrannte Wasser, Weingeist u. s. f. destilliren. Daher die Destillatiōn, der Destillir-Helm, der Destillir-Kolben, der Destillir- Ofen u. s. f.
 
Artikelverweis 
Desto, ein Nebenwort, welches allezeit den Comparativen beygesellet wird, und alsdann ihre Bedeutung nach Maßgebung eines vorher gehenden zuweilen auch nachfolgenden Subjectes erhöhet. Ich habe es nicht gewußt, daß sie zugegen waren, desto aufrichtiger ist mein Bekenntniß. Wenn er siehet, daß du ohne

[Bd. 1, Sp. 1469]


Eigennutz handelst, so wird er dich desto zärtlicher lieben. Gib es mir her, damit ich es desto besser betrachten könne.
   Das um ist bey diesem Nebenworte unnöthig, und thut eine unangenehme Wirkung. Ich melde dieses um desto lieber, Gottsch. Dieses ist um desto gewisser, ebend. Das ist schön, daß er nicht schwört; um desto mehr kannst du auf sein Wort bauen, Gell.
   Oft beziehet sich das desto auch auf ein vorher gehendes je, welches vermöge der Inversion auch auf dasselbe folgen kann. Je mehr sie sieht, daß meine Absichten ernstlich sind, desto mehr empfinden wir ihre Vergänglichkeit. Je mehr ich ihr von der Liebe vorsage, desto unempfindlicher wird sie, Gell. Je mehr sich die höchste Gewalt der Tyranney nähert, desto mehr schwächt sie sich selbst, und macht sich von ihren Stützen abhängig. Du mußt dir diese Sache desto mehr angelegen seyn lassen, je mehr sie deine Glückseligkeit befördert. Besonders gebraucht man dieses je dēsto, wenn sich zwey Comparative auf einander beziehen, deren jeder sein eigenes Verbum hat, wie aus den obigen Beyspielen erhellet. Haben beyde Comparative nur Ein gemeinschaftliches Verbum, so kann je auch zwey Mahl stehen. Es wird je länger, je schlimmer. Das Toben deiner Widerwärtigen wird je länger, je größer, Ps. 74, 23. Mit den bösen Menschen aber wirds je länger, je ärger, 2 Tim. 3, 13. Welches auch Statt findet, wenn das Verbum gar verschwiegen wird. Je ärger Schelm, je besser Glück. Ja zuweilen auch, wenn gleich jeder Comparativ sein eigenes Verbum hat. Je mehr ihrer wird, je mehr sie wider mich sündigen, Hof. 4, 7. Je höher du bist, je mehr dich demüthige, Sir. 3, 20. Welches sich allenfalls entschuldigen lässet, wenn die Comparative nahe auf einander folgen.
   Aber fehlerhaft ist es, das desto zu verdoppeln. Desto größere Noth, desto nähere Hülfe. Ingleichen wenn entweder das je, oder auch das desto durch um so viel ersetzet wird, welches im Oberdeutschen nicht selten ist. Ich liebe ihn desto zärtlicher, um so viel mehr Ursache er mir dazu gegeben hat; oder ich liebe ihn um so viel zärtlicher, je mehr u. s. f.
   Anm. Die erste Hälfte dieses Wortes ist wiederum das verkürzte Pronomen der, für dessen. Man findet diesen Genitiv deß auch nur allein für desto
   So mügt er sy schawen deß baß,
   Theuerd. Kap. 39. Auch im Dän. Schwed. und Isländ. stehet des, thes, tha, thess, für desto, obgleich die beyden ersten Sprachen auch desto und thesto, die Isländische aber thess at haben. Gemeiniglich glaubt man, daß to hier das Niedersächsische to, zu, ist; allein die Sache ist so ausgemacht noch nicht. Bey dem Ottfried lautet desto thes thiu, thes thiu mer, thes thiu baz, für desto mehr, desto besser, bey dem Notker desse, bey dem Willeram des de, in dem alten Gedichte auf den heil. Anno desti. Die Alten gebrauchten das Fämin. des Pronominis die, oder vielmehr den Nominat. Plur. oft absolute, wie wir das Neutrum das gebrauchen. Ja bey dem Ottfried ist sogar thiu baz so viel als desto besser. In den gemeinen Mundarten lautet dieses Nebenwort dester. Diejenigen, welche destomehr und destoweniger als Ein Wort schreiben wollen, irren eben so sehr, als wenn man destogrößer, destobehuthsamer u. s. f. schreiben wollte.

 

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