Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dênkmahl bis Dênkzeit (Bd. 1, Sp. 1449 bis 1450)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Das Dênkmahl, des -es, plur. die -e, und -mähler, ein jedes Mahl oder Zeichen zum Andenken einer Sache. Nimm hin dieß zum Denkmahle unserer Freundschaft. Besonders ein Mahl oder Zeichen zum Andenken eines Verstorbenen. Einem ein Denkmahl errichten oder stiften. O pflanzt solche Denkmahle, ihr Hirten. Ingleichen ein Werk, welches die Vorstellung von vergangenen oder veralteten Dingen enthält. Die Denkmähler der ehemahligen Pracht des alten Roms, die Überreste von prächtigen Römischen Kunstwerken.
   Anm. Der Plural Denkmahle ist mehr Oberdeutsch, und Denkmähler mehr Niederdeutsch. In der höhern Schreibart ziehet man den erstern dem letztern gern vor. Denkmahl und Denkzeichen bedeuten einerley; nur daß das letzte mehr der gemeinen, das erste aber mehr der höhern Schreibart eigen ist.
 
Artikelverweis Die
Dênkmünze, plur. die -n, ein Denkmahl in einer Münze, eine Münze zum Andenken einer merkwürdigen Begebenheit; eine Gedächtnißmünze, eine Medaille.
 
Artikelverweis Der
Dênkring, des -es, plur. die -e. 1) Ein Ring, welchen man jemanden zum Andenken schenket. 2) Ehedem, ein Ring, welcher aus drey in einander gefügten Ringen bestand, wovon man einen fallen, und daran hängen ließ, wenn man sich einer Sache erinnern wollte; dergleichen Ringe noch zuweilen unter alten Familien-Stücken gefunden werden.
 
Artikelverweis Die
Dênksäule, plur. die -n, eine Säule zum Andenken einer wichtigen Begebenheit.
 
Artikelverweis Die
Dênkschrift, plur. die -en. 1) Eine kurze Schrift zum Andenken einer Person oder Sache; z. B. die Schrift unter einem Bildnisse, eine Schrift, welche in den Grundstein eines Gebäudes

[Bd. 1, Sp. 1450]


gelegt wird, u. s. f. 2) Bey einigen, eine ungeschickte Übersetzung des Franz. Memoire, welches sich besser durch Nachricht geben läßt.
 
Artikelverweis Der
Dếnksprúch, des -es, plur. die -sprche, ein denkwürdiger Ausspruch, oder ein Ausspruch, der uns an eine wichtige Sache oder Wahrheit erinnern soll; eine Sentenz, Maxime. Dienet er zur herrschenden Regel des eigenen Verhaltens, so heißt er ein Wahlspruch, Symbolum.
 
Artikelverweis Die
Dếnkungsārt, plur. die -en, von dem ungewöhnlichen Verbale die Denkung, die ganze zur Fertigkeit gewordene Art und Weise eines Menschen nicht nur zu denken, sondern auch zu handeln. Er hat eine vortreffliche, eine schlechte Denkungsart. S. Adelung Denken 2. 7). Im Oberdeutschen die Gedenkensart, bey den Dichtern zuweilen die Denkart.
 
Artikelverweis 
Dênkwürdig, -er, -ste, adj. et adv. des Nachdenkens werth, Stoff zum Nachdenken enthaltend, wodurch es sich von dem bloß merkwürdigen unterscheidet. Eine denkwürdige Sache. Ein denkwürdiger Ausspruch. Er hat eine Menge denkwürdiger Thaten verrichtet. Dieser Zufall ist überaus denkwürdig.
 
Artikelverweis Die
Dênkwürdigkeit, plur. die -en. 1) Die denkwürdige Beschaffenheit einer Sache, ohne Plural. Die Denkwürdigkeit einer Begebenheit, eines Ausspruches. 2) Die denkwürdige Sache selbst, in welcher letztern Bedeutung dieses Wort im Plural von einigen Neuern anstatt des Franz. Memoires gebraucht worden, z. B. Denkwürdigkeiten der Brandenburgischen Geschichte.
 
Artikelverweis Das
Dênkzeichen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Zeichen zum Andenken einer Sache. S. Adelung Denkmahl.
 
Artikelverweis Die
Dênkzeit, plur. die -en, ein merkwürdiger Zeitpunct, eine Epoche; ein schon von Schotteln gebrauchtes Wort, welches aber wenig mehr vorkommt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: