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Deinethalben bis Dêmmern (Bd. 1, Sp. 1443 bis 1444)
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Artikelverweis  Deinethalben, Deinetwegen, Deinetwillen, S. Adelung Dein I.
 
Artikelverweis Der, die, das
Deinige, das Abstractum des zueignenden Fürwortes dein, welches alle Mahl den bestimmten Artikel vor sich hat, und ohne Substantiv gebraucht wird, sich aber doch auf eines beziehet. Dein Vorhaben ist weit über meine Kräfte und vielleicht auch über die deinigen, wo man im gemeinen Leben über deine sagt. Es war nicht mein Haus, sondern das deinige.
   Ingleichen als ein Substantiv. Das Deinige, dein Eigenthum, dein Vermögen. Die Deinigen, deine Angehörigen, deine Verwandten. Habe ich etwas von dem Deinigen angerühret? Es ist deine Schuldigkeit die Deinigen zu versorgen. Thue du das Deinige, was deiner Pflicht gemäß ist, was in deinen Kräften stehet.
   Die Zusammenziehung dieses Abstracti in der, die, das Deine, ist in der anständigern Schreibart der Hochdeutschen größten Theils veraltet, außer daß sie noch zuweilen von den Dichtern im Andenken erhalten wird. Du hast das Deine dazu beygetragen, was in deinen Kräften, in deinem Vermögen war. Er wird sein Glück und das deine gewiß machen. Sorge für die Deinen, für die Deinigen.
 
Artikelverweis Der
Deíst, (zweysylbig,) des -en, plur. die -en, aus dem Lat. Deista, der zwar einen Gott, aber keine Offenbarung annimmt, sondern bloß der natürlichen Religion folget. Daher deistisch, in dieser Gesinnung gegründet; die Deisterey, der Lehrbegriff eines Deisten. Von dem Griech. Θεος schreibt man dieses Wort zuweilen auch Theist, obgleich andere einen Unterschied zwischen beyden machen. Der Deist gründet sich ganz auf speculative und abstracte Gründe; der Theist aber bestimmt den reinen deistischen Vernunftbegriff durch Betrachtung der physischen und moralischen Welt und macht ihn praktisch. Indessen ist dieser Unterschied bloß willkührlich. Naturalist ist eine allgemeine Benennung für beyde.
 
Artikelverweis 
Delicāt, -er, -este, adj. et adv. aus dem Franz. delicat, welches doch in den meisten Fällen entbehret werden kann. 1) Fein, im Gegensatze des grob, ingleichen zärtlich, schwächlich; wo es völlig entbehret werden kann. Eine delicate Arbeit, eine feine. Ein delicates Kind, ein zärtliches, schwächliches. 2) Wegen feiner oder mißlicher Beschaffenheit viele Behuthsamkeit erfordernd. Eine delicate Sache, welche sehr behuthsam behandelt seyn will, im gemeinen Leben eine kitzelige Sache, im Oberdeutschen eine häkelige. 3) Schmackhaft, von Speisen und Getränken, lecker; gleichfalls entbehrlich. 4) Gewöhnt nur das Schmackhafte zu wählen, mit feiner Empfindung des Unschmackhaften, lecker, ekel, im Oberdeutschen häkelig, im Nieders. köhrisch, nach welchem einige Hochdeutsche das alberne wählerisch eingeführet haben. 5) In weiterer Bedeutung, gewöhnt, nur das Angenehme, Schöne u. s. f. zu suchen und zu empfinden, mit seiner Empfindung und Vermeidung des Unangenehmen, Häßlichen u. s. f. wo man es ohne Umschreibung nicht leicht mit einem gleich bedeutenden Deutschen Ausdruck wird ersetzen können.
 
Artikelverweis Der
Delinquênt, des -en, plur. die -en, von dem Latein. Delinquens, der sich wegen eines schweren Verbrechens in Verhaft befindet, ein Missethäter; besonders nach seiner Verurtheilung zum Tode.
 
Artikelverweis Der
Delphīn, des -es, plur. die -e, nach dem Griech. und Latein. Delphinus. 1) Eigentlich, eine Art großer Seefische mit horizontalem Schwanze, der Lungen hat, Athem schöpfet, und daher nicht beständig unter dem Wasser leben kann; Delphinus, L. Der Nordkaper, oder Butzkopf, der Tümmler, Delphis, und das Meerschwein, Phocaena, werden als Unterarten desselben angesehen. Wegen einiger Ähnlichkeit der Gestalt, 2) in der

[Bd. 1, Sp. 1444]


Sternkunde, ein nördliches Gestirn von zehn Sternen, welches nicht weit von dem Adler steht. 3) Die Handhaben der Kanonen und Mörser, weil man ihnen gemeiniglich die Gestalt eines Delphines zu geben pflegt.
 
Artikelverweis 
Dm, die dritte Endung der einfachen Zahl des Geschlechts- und Fürwortes der, S. Der.
 
Artikelverweis Der
Dēmant, mit seinen Zusammensetzungen, S. Adelung Diamant.
 
Artikelverweis Das
Dēmat, oder Dīemat, des -es, plur. die -e, ein Feldmaß in einigen Niedersächsischen Gegenden und den Marschländern, welches am häufigsten von Wiesen gebräuchlich ist. Im Hollsteinischen hält es, und zwar, im Eyderstädtischen, 216 Quadratruthen, die Ruthe zu 8 Ellen gerechnet, im Amte Tundern aber 180 Quadratruthen, die Ruthe zu 9 Ellen. In Ostfrießland bestehet es aus 450 Ruthen, Emder Maß, oder aus 400 Rheinländischen Quadratruthen.
   Anm. Am kürzesten kömmt man freylich weg, wenn man dieses Wort mit Frischen von dem Latein. demetere herleitet, weil es doch eigentlich so viel Land bedeutet, als ein Mann in einem Tage abmähen kann. Nur muß man alsdann nicht fragen, wie der Niedersächsische Landmann zu so vieler Gelehrsamkeit gekommen sey. Im Oberdeutschen ist in eben dieser Bedeutung Mannsmahd üblich; woraus sich schließen lässet, daß in Demat die letzte Sylbe gleichfalls von mähen, Mahd ist. Nur die erste Sylbe ist dunkel. Vielleicht ist sie das alte theo, thie, ein Knecht. Vielleicht gehöret sie auch zu Thiod, Deut, das Volk, welches in einer andern Form auch einen Mann bedeutet haben kann. Im Ostfrießischen lautet dieses Wort Diemt. Dejwerca, bey dem du Fresne aus einer alten Englischen Urkunde, scheinet gleichfalls hierher zu gehören.
 
Artikelverweis 
Dêmmen, S. Adelung Dämmen.
 
Artikelverweis 
Dêmmern Dêmmerungu. s. f. S. Adelung Dämmern.

 

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